Lithium aus Portugal: Lifthium Energy erhält 180 Millionen Euro vom Staat

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Tobias Stahl
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Das portugiesische Unternehmen Lifthium Energy erhält eine staatliche Förderung in Höhe von 180 Millionen Euro für den Bau einer Lithiumraffinerie im Norden des Landes. Das Unternehmen will mit der Raffinerie den schnell wachsenden Markt für E-Auto-Batterien bedienen, heißt es in einem Reuters-Bericht.

Mit 60.000 Tonnen Lithiumreserven ist Portugal Europas führender Lithiumproduzent. Lifthium will zudem Rohstoffe aus verschiedenen Regionen der Welt beziehen, darunter auch Südamerika. Bislang beliefert das Unternehmen hauptsächlich die Keramikindustrie, erst seit Kurzem strebt Lifthium auch die Produktion von Lithium in Batteriequalität an.

Das portugiesische Unternehmen meldete, dass die nicht rückzahlbare Förderung aus dem befristeten Krisen- und Transformationsrahmen („Temporary Crisis and Transition Framework“) der Europäischen Union gewährt wurde, der staatliche Anreize zur Beschleunigung der ökologischen und industriellen Transformation ermöglichen soll. Lifthium gehört zu 85 Prozent dem portugiesischen Mischkonzern José de Mello, weitere 5 Prozent sind im Besitz der Tochtergesellschaft Bondalti.

Die Raffinerie soll in der nordportugiesischen Stadt Estarreja entstehen, etwa 50 Kilometer südlich von Porto. Die José-de-Mello-Tochtergesellschaft Bondalti, Portugals größter Chemiekonzern, betreibt dort bereits mehrere Standorte. Lifthium strebt laut eigener Aussage an, den Betrieb in Estarreja bis 2030 aufzunehmen. Lifthium-Chef Duarte Braga erklärte, das Projekt schreite „mit Sorgfalt und Umsicht” voran, da der Markt für Lithium und das industrielle Umfeld in Europa in den letzten zwei Jahren deutlich schwieriger geworden seien.

Die staatlichen Anreize seien wichtig, aber derzeit liege der Schwerpunkt darauf, einen strategischen Partner zu finden und die Markt- und Finanzierungsbedingungen zu festigen, bevor eine endgültige Investitionsentscheidung getroffen werde, so Braga weiter. Neben dem Werk in Estarreja könnte Lifthium eine weitere Raffinerie in Spanien bauen, erklärte der Unternehmenschef.

Genug Lithiumhydroxid für rund 2 Millionen Elektroautos pro Jahr

Lifthium strebt eine jährliche Raffineriekapazität von 50.000 Tonnen Lithiumhydroxid an – das wäre ausreichend, um Antriebsbatterien für etwa zwei Millionen Elektroautos zu liefern, wobei proprietäre Technologien zum Einsatz kommen sollen, die den europäischen Umwelt- und Industriestandards entsprechen.

Die portugiesische Regierung hofft indes, noch in diesem Jahr eine lange verzögerte Ausschreibung für Lithium-Prospektionslizenzen zu starten. Die Lizenzen gelten als Schlüssel zum Aufbau einer heimischen Wertschöpfungskette und sollen Europas Abhängigkeit von Lithiumimporten aus Ländern wie China reduzieren.

Quelle: Reuters – Portugal’s Lifthium wins $210 million grant for lithium refinery

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Tobias Stahl

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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