Jaguar: Mängel in der Ladeinfrastruktur halten zunehmend davon ab, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen

Jaguar: Mängel in der Ladeinfrastruktur halten zunehmend davon ab, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen
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Sebastian Henßler
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Jaguars britischer Geschäftsführer Rawdon Glover hat sich im Gespräch mit Autocar über die Tatsache ausgetauscht, dass die Mängel in der britischen Ladeinfrastruktur interessierte Käufer zunehmend davon abhalten, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Dabei sei vor allem die Anzahl der verschiedenen Anbieter am Markt, die Variabilität der von ihnen angebotenen Dienste und die Vielfalt der Zahlungsmethoden abschreckend. Hier müsse es einfachere Lösungen zur Stärkung des Vertrauens der Öffentlichkeit geben.

Glover ging im Gespräch zudem auf die von der britischen Regierung ins Leben gerufene Road to Zero-Strategie ein, in deren Rahmen er sich einen schnelleren Ausbau der britischen Infrastruktur in Bezug auf die Größenordnung wünschen würde. Sieht aber seinerseits auch Jaguar, andere Automobilhersteller sowie etablierte Lieferanten in der Verantwortung ihren Teil zum Auf- und Ausbau der Infrastruktur beizutragen.

Grundsätzlich müsse man es einfacher machen „mit Elektroautos zu leben, von der Sicherstellung der geografischen Abdeckung bis hin zur Anhebung der Standards, so dass Ladepunkte immer funktionieren, bis hin zur Einführung eines Systems“, bei dem man mit eine Karte – idealerweise der eigenen Kreditkarte – überall bezahlen kann.

Aus seiner Sicht stellen „so viele Anbieter mit jeweils eigenen Zahlungssystemen, bei denen man sich auf ganz eigene Weise anmelden müsse, eine unnötige Hürde dar“, so Glover. Hier sieht er die Regierung in der Verantwortung eine Richtung vorzugeben. Aus unserer Sicht nicht nur für Großbritannien, sondern idealerweise Europaweit sollte eine solche Richtung vorgegeben werden.

Das wachsende Interesse der Neuwagenkäufer an Elektrofahrzeugen hat dazu geführt, dass sich der Absatz von Jaguar I-Pace im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat und die Nachfrage weiterhin über dem Niveau von Modellen mit Verbrennungsmotor liegt.

Begründet wird dies vonseiten Glover auch damit, dass man bei Jaguar auf die besonderen Gegebenheiten im Verkaufsgespräch eingehe. Reiche beispielsweise ein E-Auto für 50 Wochen des Jahres aus, man benötigt aber für eben diese anderen zwei Wochen mehr Reichweite am Stück, dann findet man hierfür auch eine Lösung.

Quelle: Autocar – Jaguar UK boss: EVs still aren’t easy enough to live with

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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