Hochtief und EWE Go starten Bauarbeiten zum Deutschlandnetz

Hochtief und EWE Go starten Bauarbeiten zum Deutschlandnetz
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Die Arbeiten zum Deutschlandnetz gehen voran. Vor wenigen Tagen starteten die Bauarbeiten zum ersten Schnellladepark der Partner EWE Go und Hochtief in Duderstadt. In den kommenden Wochen sollen immer mehr Standorte folgen und das Projekt Deutschlandnetz der Bundesregierung so deutlich an Fahrt aufnehmen. Damit sorgen die beiden Unternehmen dafür, dass das Schnellladenetz hierzulande zügig immer dichter wird, und bringen die Antriebswende im Verkehr entscheidend voran.

Der in Duderstadt geplante Ladepark ist der erste, der nun von der Planungs- in die Bauphase geht. Den symbolischen ersten Spatenstich setzte Duderstadts Bürgermeister Thorsten Feike zusammen mit Kevin Tortora und Simon Stein, Geschäftsführer der EWE Go Hochtief Ladepartner GmbH & Co KG, dem für die Realisierung des Deutschlandnetzes gegründeten Joint Venture von EWE Go, einer Tochter des Oldenburger Energieversorgers EWE, und dem Essener Infrastrukturkonzern Hochtief.

In Duderstadt entstehen vier Ladestationen mit insgesamt acht Ladepunkten. Jeder Ladepunkt verfügt über eine Leistung von mindestens 200 Kilowatt. Voraussichtlich im Lauf des ersten Quartals 2025 soll der Ladepark in Betrieb gehen. Auch an weiteren Standorten beginnen in Kürze die Bauarbeiten, sodass bereits Anfang kommenden Jahres immer mehr Ladeparks ans Netz gehen können, so EWE in einer aktuellen Mitteilung.

Unser Ziel ist es, das elektrische Laden für jeden überall und unkompliziert möglich zu machen. Dazu braucht es ein engmaschiges Schnellladenetz. Mit dem Aufbau des Deutschlandnetzes ebnen wir der Elektromobilität weiter den Weg und bringen die Energiewende im Verkehr entscheidend voran“, sagt Ilker Akkaya, Geschäftsführer EWE Go. Dirk Ortkemper, Geschäftsführer Hochtief Ladepartner, ergänzt: „Beim Deutschlandnetz arbeiten öffentliche Auftraggeber und private Unternehmen eng zusammen. Damit es schnell geht, planen, bauen, finanzieren und betreiben die Partner Hochtief und EWE Go die Stationen aus einer Hand.”

Schnelles Laden mit 100 Prozent Ökostrom

Alle Deutschlandnetz-Ladeparks von EWE Go und Hochtief werden barrierearm gebaut und wie in der Ausschreibung verlangt mit 100 Prozent Ökostrom versorgt. Je nach Größe verfügen sie über jeweils vier bis 16 Schnellladepunkten. Jeder Ladepunkt hat eine Leistung von mindestens 200 Kilowatt. Das bedeutet, dass – abhängig vom Fahrzeugtyp und Akkustand – die Batterie in etwa 20 bis 30 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen werden kann.

Die Standorte liegen sowohl in größeren und kleineren Städten als auch im ländlichen Raum. Je nach Größe und genauer Lage gibt es verschiedene Zusatzangebote. Größere Ladeparks sind in der Regel überdacht, verfügen über Snackautomaten, Sanitäranlagen und freies W-Lan.

1000 Standorte mit 9000 Schnellladepunkten in ganz Deutschland

Hochtief und EWE Go haben Ende 2023 vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr den Auftrag zu Finanzierung, Planung, Bau und Betrieb eines Schnellladenetzes für E-Autos mit insgesamt 850 Ladepunkten in den Regionen Nord-West und West erhalten. Die Gebiete liegen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hamburg sowie in Teilen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Insgesamt hatte das Bundesverkehrsministerium im Rahmen des „Deutschlandnetzes“ Schnellladeparks mit fast 9000 Schnellladepunkten an etwa 1000 Standorten ausgeschrieben. Ziel des Deutschlandnetzes ist es, ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und benutzerfreundliches Schnellladenetz in ganz Deutschland aufzubauen.

Quelle: EWE – Pressemitteilung vom 06.08.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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