Halb Motorrad, halb Scooter: BMW stellt innovatives Elektromotorrad vor

Halb Motorrad, halb Scooter: BMW stellt innovatives Elektromotorrad vor
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 5 min

Mit dem Concept CE 02 präsentiert BMW Motorrad eine Woche vor der IAA Mobility 2021 eine neue Interpretation smarter, urbaner Einspurmobilität. Das elektrische Fahrzeugkonzept sortiert sich irgendwo zwischen klassischem Motorrad und Scooter ein. „Auf den ersten Blick findet man am BMW Motorrad Concept CE 02 wenig, das typisch für BMW Motorrad wäre“, sagt Edgar Heinrich, Leiter Design BMW Motorrad. Der Hersteller wolle „nach Neuem streben und Vorreiter sein. Das Concept CE 02 zeigt neue Proportionen und moderne Formen der Einspurmobilität für das urbane Umfeld. Zudem wollten wir in der Designsprache einen Innovationsgrad erreichen, den es bisher bei uns noch nicht gibt. Wichtig war dabei die unkomplizierte Nutzung, aber allen voran die emotionale Komponente und der Fahrspaß.“

Mit seinen geringen Abmessungen und jugendlichen Proportionen soll das Elektro-Motorrad eine neue Zielgruppe ansprechen: Menschen ab 16 Jahren, die bisher nicht Motorrad gefahren sind und dennoch offen für neue Erfahrungen, smarte Technik und vor allem für Mobilität mit Spaß sind. Als leichtes E-Fahrzeug von ca. 120 kg wäre das BMW Motorrad Concept CE 02 ideal für den urbanen Einsatz mit hohem Spaßfaktor oder unkompliziertes Pendeln mit Stil. 11 kW Leistung und das volle Drehmoment ab Stillstand erlauben schnelle Ampelstarts. 90 km/h Spitzengeschwindigkeit sowie 90 km Reichweite bringen einen auch im dichten Stadtverkehr leicht von A nach B und wieder zurück.

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Das gesamte Erscheinungsbild soll auf den ersten Blick den neuartigen Charakter des Concept CE 02 vermitteln. „Wir wollten ein leicht zugängliches Zweirad für alle entwickeln, die mobil und unabhängig sein wollen“, erklärt Alexander Buckan, Leiter Fahrzeugdesign BMW Motorrad. „Das Concept CE 02 ist der verlässliche Begleiter im Alltag. Man liebt es, weil es immer da ist und einfach funktioniert – selbst wenn man mal nicht so vorsichtig damit umgeht. Und durch Aufkleber, Tapes oder andere Formen der Individualisierung soll jeder sehen, dass es zu einem gehört. Es verkörpert jugendliche Freiheit und Unbeschwertheit, quasi wie ein Skateboard auf zwei Rädern.“

Die simplen und klar nachvollziehbaren Proportionen sollen für eine ehrliche, emotionale Ästhetik sorgen. Zwei großvolumige Räder, ähnlich wie bei einem Fun-Bike, versprechen Robustheit und unkomplizierten Fahrspaß. Ihre Ausführung als Scheibenräder unterstreicht den grafischen Eindruck der Proportionen. Dazwischen zeichnen der dunkel gehaltene Bereich für die beiden Energiespeicher sowie der silberfarben akzentuierte Antrieb einen kompakten Körper. Die lange, schmale Sitzbank und der Rahmen komplettieren die eigenständige Silhouette.

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Durch den flachen Fahrzeugaufbau liegt der Schwerpunkt niedrig und fahrdynamisch günstig. Die neuen Proportionen erlauben nicht nur ein agiles Fahrerlebnis, sondern sollen auch Nicht-Motorradfahrer animieren, aufzusteigen und auszuprobieren.

Die durchgehende Sitzbank zeigt die Vielseitigkeit des Konzepts. Egal ob weit zurückgelehnt und mit den Füßen voran oder nach vorn gelehnt und mit den Füßen auf den hinteren Fußrasten oder natürlich auch zu zweit – die lange Sitzbank erlaube zahlreiche Sitzpositionen, da dank des E-Antriebs kein Fußbremshebel bedient werden muss. Zudem bietet der Freiraum zwischen Sitzbank und Rahmen Platz für kleines Gepäck. Im vorderen Bereich der Sitzbank sind zwei über Kreuz liegende, petrolfarbene Gummibänder so angebracht, dass sich kleinere Utensilien dort fixieren lassen. Weiteren Stauraum bietet der Bügel, an dem auch die vorderen Fußrasten montiert sind. Hier könnte zum Beispiel auch das eigene Skateboard mitgenommen und als Fußablage verwendet werden.

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Das puristische Design offenbart auf den zweiten Blick hochwertige Details und technische Finessen. Licht spendet ein viereckiger, schwarzer Scheinwerfer mit vier markanten LED-Elementen als Frontscheinwerfer. Das Rücklicht bilden zwei kleine, transluzente LED-Blättchen, die seitlich links und rechts an der Sitzbank hinten fixiert sind. Ein kleines Farbdisplay am Lenker bietet eine anzeigetechnische Grundfunktionalität. Ein deutlich sichtbarer, optisch überzeichneter Kabelstrang führt zum Display. Die sonstige Technik ist bewusst zurückhaltend gestaltet. In Kombination mit den Scheibenrädern und der Einarmschwinge sollen die inszenierten Elemente wie der Antriebsriemen, der Lenker und die Gabel den urbanen, modernen Charakter des Concept Bikes im Detail unterstreichen.

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Farblich hält es das BMW Motorrad Concept CE 02 ebenfalls puristisch: Schwarz/Silber ist das Grundkonzept. Die Farbe Schwarz erinnert an frühe BMW Motorräder. Neu ist hier jedoch das Wechselspiel von matten und hochglänzenden Flächen, die dem Concept Bike mehr Ausdruck verleihen sollen. Silberfarbene Elemente wie die Gabelbrücke und der Antrieb, die weißen Grafiken sowie die petrolfarbenen Gepäckbänder setzen gezielt Akzente und sollen das Erscheinungsbild auflockern. Technoide Typografie wird als aktives Gestaltungsmittel eingesetzt und vermittelt die Assoziation an technische Informationen auf Maschinen. Das BMW Emblem ist auf der weißlichen Silikon-Sitzbank kurz vor dem Lenker integriert, ansonsten weist nur die BMW Wortmarke auf den Felgen und auf den Gepäckbändern auf den Hersteller hin.

Mit dieser eher zurückhaltenden Farbgestaltung soll das BMW Motorrad Concept CE 02 die ideale Bühne für den Fahrer und dessen individuellen Charakter bieten. Eine zusätzliche Individualisierung mit Stickern oder Tapes ist denkbar und auch erwünscht.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 01.09.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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