Halb Auto, halb Fahrrad: Das Future Mobility Concept von Canyon

Halb Auto, halb Fahrrad: Das Future Mobility Concept von Canyon
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Canyon

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Das Future Mobility Concept des Fahrradherstellers Canyon soll eine revolutionäre Alternative zu Auto und Fahrrad sein, wie das Unternehmen mitteilt. Es vereint niedriges Gewicht und ein vom E-Bike inspiriertes Design mit der Stabilität von vier Rädern und Schutz bei jedem Wetter. Der Ansatz ist nicht neu, ähnliche Konzepte gibt es bereits mehrere. In manchen Details ist das Canyon-Fahrzeug seinen Vorgängern aber einen Ticken voraus.

Das Future Mobility Concept ist so konzipiert, dass es dank verschiedener Fahrmodi auf Radwegen (mit bis zu 25 km/h) oder der Straße (mit bis zu 60 km/h) gefahren werden kann. Es soll die Vorteile von Auto und E-Bike in einem vereinen und es damit zum ultimativen Gefährt für den täglichen Weg zur Arbeit machen. Es soll schnell und stabil genug für den Straßenverkehr und dennoch leicht und wendig genug für den Radweg sein um dorthin auszuweichen, etwa um einen Stau zu umfahren. Ungeklärt allerdings lässt Canyon die Frage, wie dies in der Realität zulassungstechnisch umgesetzt werden soll.

Der Fahrgastraum des gut 80 Zentimeter breiten, 2,3 Meter langen und 1,7 Meter hohen Future Mobility Concept ist vollständig verschließbar. Zum Öffnen des Cockpits kann die Panorama-Kapsel auf zwei Schienen nach vorne geschoben werden. Dieser „offene Modus“ eigne sich auch hervorragend bei warmen Temperaturen, wenn man wie im Cabrio den Fahrtwind genießen möchte. Das Gefährt bietet hinter dem Fahrer sogar noch genügend Platz für ein bis zu 140 Zentimeter großes Kind, den Einkauf vom Supermarkt oder etwas Gepäck. Die Kapsel kann dann noch weiter nach vorne geschoben werden, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

Canyon Future Mobility Concept

Die futuristische Ästhetik des vollverkleideten Liegerades verbindet modernes Fahrrad- und Automobildesign, während die klare, reduzierte Silhouette die Leichtigkeit und Aerodynamik des Fahrzeugs unterstreichen soll, so Canyon. Ähnlich wie bei einem Liegerad bringt das Gefährt den Fahrer mit beiden Füßen auf den Pedalen in eine bequeme, entspannte Position. Zwei Joysticks links und rechts neben dem Sitz ermöglichen eine intuitive Steuerung und einen engen Wendekreis von 7 Metern. Das Ergebnis: ein komfortables und agiles Fortbewegungsmittel, das das Pendeln zur Arbeit sicher und einfach gleichermaßen macht und dabei den Fahrer vor Wind und Wetter schützt.

Auch wenn das Konzept eher wie ein Auto aussieht, funktioniert es weitestgehend wie ein Fahrrad. Man muss in die Pedale treten und die Lenkung befindet sich wie bei vielen Liegerädern unter bzw. neben dem Fahrersitz. Da das Future Mobility Concept als Pedelec konzipiert ist, soll es dank Zusatzantrieb eine Geschwindigkeit von 60 km/h erreichen. Als Reichweite gibt Canyon bis zu 150 Kilometer an. Allerlei technische Helferlein sollen die Fahrt komfortabler gestalten, wie etwa Scheibenwischer oder beheizbare und somit beschlagfreie Scheiben. Der anvisierte Preis dürfte für manchen, der vom Auto auf ein anderes Gefährt umsteigen will, durchaus attraktiv sein. Canyon teilt mit, dass das Future Mobility Concept zwischen 5000 und 7000 Euro in den Verkauf gehen könnte. Das dürfte, sofern es überhaupt passiert, noch etwas dauern. Denn bislang gibt es von dem Gefährt nur einen Prototyp.

Quelle: Canyon – Website // Bike Radar – Canyon’s Future Mobility Concept is a four-wheeled electric recumbent limited to 60km/h

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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