GM: Kosten für Elektroauto-Akkus „sinken dramatisch“

GM: Kosten für Elektroauto-Akkus „sinken dramatisch“
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Tim Grewe, bei General Motors verantwortlich für Batteriezellentechnik und Elektrifizierungsstrategie, sprach mit dem US-E-Auto-Magazin Electrek über den Stand von Forschung und Entwicklung, das neue Joint Venture mit LG Chem und für wann er die Marktreife von Festkörperbatterien erwartet.

Die Kosten sinken dramatisch“, sagte Grewe mit Blick auf die stetig fallenden Preise von Elektroauto-Batterien. Er ist zudem der Meinung, dass man noch weit vom Minimum entfernt sei und weitere starke Preiseinsparungen möglich seien. Auch das Thema Recycling werde bei GM immer relevanter, zum Beispiel um die Versorgungssicherheit wichtiger Rohstoffe wie Kobalt zu erhöhen. Das Problem allerdings sei, dass es aufgrund der hohen Qualität und Laufleistungen von aktuellen Elektroauto-Akkus im Alltagseinsatz noch zu wenig Rückläufer gibt, damit Recycling einen Hochlauf erfahren kann und kosteneffizient wird, so Grewe.

GM prüfe aber bereits das Zelldesign künftiger Technologien, um die Demontage von Zellpaketen und somit auch das Recycling zu vereinfachen. Bei dem gemeinsam mit dem südkoreanischen Zellhersteller LG Chem gestarteten Joint Venture in Ohio stehen auch die Forschungen an Festkörperbatterien an vorderer Stelle. Deren Marktreife erwartet Grewe Mitte des noch jungen Jahrzehnts. Man müsse aber sicherstellen, dass die Technologie nicht enttäuscht, was etwa die Energiedichte sowie die Haltbarkeit der Zellen betrifft.

GM und LG Chem wollen in Ohio in die Massenherstellung von Batteriezellen bis zu 2,3 ​​Milliarden US-Dollar (etwa 2,17 Milliarden Euro) investieren. Geplant ist das neue Werk auf einer momentan noch grünen Wiese in Lordstown im Nordosten von Ohio, mehr als 1100 neue Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Der Baubeginn soll Mitte dieses Jahres erfolgen.

Das hochmoderne Werk soll modernste Herstellungsverfahren unter einem Dach zusammenführen, um Zellen effizient und mit geringem Abfall zu produzieren, und von starken Skaleneffekten in der gesamten Wertschöpfungskette profitieren, teilt GM mit. Die Anlage werde äußerst flexibel sein und sich an die fortschreitenden technologischen und materiellen Fortschritte anpassen können. Die Zusammenarbeit zwischen dem Autohersteller und dem Zellspezialisten umfasst auch eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung, um fortschrittliche Batterietechnologien zu entwickeln und zu produzieren, mit dem Ziel, die Batteriekosten auf ein branchenführendes Niveau zu senken.

Quelle: Electrek — GM’s director of battery cell engineering: We’re nowhere near the bottom of the price curves // Electrek — GM announces its own battery gigafactory with LG Chem, 30 GWh of capacity eventually below $100/kWh

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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