RWTH Aachen: Elektrifizierung von Baustellen „sinnvoll und machbar“

RWTH Aachen: Elektrifizierung von Baustellen „sinnvoll und machbar“
Copyright:

Zeppelin Rental GmbH

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Während manche in Deutschland immer noch an der Alltagstauglichkeit von Elektroautos zweifeln, werden nach und nach immer mehr Bereiche des Verkehrs elektrifiziert. Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen untersucht derzeit die Elektrifizierung von Straßenbaustellen der DACH-Region und hat in einer Mitteilung zur Halbzeit des von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) beauftragten Vorhabens „VoltaVia“ erste Ergebnisse vorgestellt.

Einer weltweiten Vergleichsanalyse von Regionen, Antriebstechnologien und Versorgungskonzepten sowie Experten-Interviews zufolge erzeugen elektrische Baumaschinen deutlich geringere Emissionen und bringen eine einfachere Bedienbarkeit und weniger Wartungsaufwände mit sich. In zusätzlichen Erhebungen mit 21 Anwender- sowie zehn Hersteller-Betrieben bestätigten Bauunternehmen jedoch auch höhere Investitionskosten und eine fehlende Ladeinfrastruktur, heißt es in der Mitteilung.

Schon viele Fahrzeuge vorhanden

Laut der Untersuchung ist bereits eine breite Palette bislang dieselbetriebener Geräte – von Asphaltfertigern über Hydraulikbagger bis hin zu Radladern – in elektrifizierten Varianten verfügbar oder als Prototyp entwickelt. Kurz- bis mittelfristig werde der Markt von batterieelektrischen Lösungen geprägt sein. Langfristig gewönnen indes Wasserstoffantriebe für Großgeräte mit hohem Leistungsbedarf an Bedeutung. Den Projektergebnissen zufolge lassen sich auf einer Baustellenlänge von 16 Kilometern durch Elektrifizierung bis zu 960 Tonnen CO2 einsparen.

Die „VoltaVia“-Partner erarbeiteten ein Energiebedarfsmodell, das reale Telematik-Daten, Wirkungsgrade und Baustellengrößen miteinander verknüpft und auf diese Weise eine belastbare Prognose des künftigen Strom- und Wasserstoffbedarfs ermöglicht. Darüber hinaus bewerteten die Akteure unterschiedliche Versorgungskonzepte von Schnellladesystemen an Straßenrändern über mobile Batteriespeicher bis hin zu Wasserstoff-Generatoren.

„Die Elektrifizierung von Straßenbaustellen ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich machbar – entscheidend dafür, dass der Mittelstand bei der Dekarbonisierung den Anschluss nicht verliert“, stellt die RWTH Aachen mit.

„Ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich machbar“

„Die Elektrifizierung von Straßenbaustellen ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich machbar – entscheidend dafür, dass der Mittelstand bei der Dekarbonisierung den Anschluss nicht verliert“, sagt PEM-Leiter Professor Achim Kampker. Die bisherigen Ergebnisse wurden der Industrie und der Forschung unter anderem bei der Baumaschinen-Fachmesse „bauma“ in München sowie beim „Wissenschaftsforum Mobilität“ in Duisburg vorgestellt. Im zweiten Jahr des Projekts sollen die Ausschreibung von Großprojekten und die Untersuchung von Auswirkungen auf die Bauwirtschaft im Fokus stehen. Ziel sei es, praxisnahe Lösungen aufzuzeigen, die eine breite Umsetzung der Elektrifizierung von Straßenbaustellen für einen effizienteren und klimafreundlicheren Betrieb ermöglichen.

Finanziert wird das Vorhaben von der „D-A-CH Verkehrsinfrastrukturforschung“ sowie auf deutscher Seite vom Bundesministerium für Verkehr, aus Österreich vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur und auf schweizerischer Seite vom Bundesamt für Straßen (ASTRA).

Quelle: RWTH Aachen – Pressemitteilung vom 13. Oktober 2025

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

Lidl Niederlande: E-Lkw beliefern ab 2027 alle Filialen

Lidl Niederlande: E-Lkw beliefern ab 2027 alle Filialen

Sebastian Henßler  —  

Lidl Niederlande will ab 2027 alle Filialen elektrisch beliefern und wäre damit weltweit der erste Einzelhändler mit vollständig emissionsfreier Logistik.

Feuerwehr-Premiere: Erster elektrischer Drehleiter-Lkw unter 16 Tonnen

Feuerwehr-Premiere: Erster elektrischer Drehleiter-Lkw unter 16 Tonnen

Tobias Stahl  —  

Die Feuerwehr wird elektrisch: Rosenbauer und MAN präsentieren auf der Interschutz 2026 das erste vollelektrische Drehleiterfahrzeug unter 16 Tonnen.

Scania: Schnellladende Vehicle-to-Grid-Lösung für E-Lkw

Scania: Schnellladende Vehicle-to-Grid-Lösung für E-Lkw

Maria Glaser  —  

Scania hat eine Anlage entwickelt, die bidirektionales Laden am Schnellladesystem MCS für schwere Nutzfahrzeuge ermöglicht.

Bund startet neue Förderung für 1500 neue Elektrobusse

Bund startet neue Förderung für 1500 neue Elektrobusse

Daniel Krenzer  —  

Der Bund setzt die Förderung von Elektrobussen fort und unterstützt die Anschaffung von mindestens 1500 weiteren Fahrzeugen.

Kalifornien: Förderungen bis zu 120.000 Dollar für Elektro-Lkw

Kalifornien: Förderungen bis zu 120.000 Dollar für Elektro-Lkw

Maria Glaser  —  

Vor wenigen Tagen wurden Informationen zum Förderprogramm „California Clean Fuel Reward“ bekannt, das Kauf und Leasing vollelektrischer Lkw fördert.

Initiative Grüner Brenner: Elektro-Lkw als Entlastung?

Initiative Grüner Brenner: Elektro-Lkw als Entlastung?

Michael Neißendorfer  —  

Nicht nur das Klima, auch Anwohner profitieren von Elektro-Lkw: So sinkt etwa die Lärm- und Abgasbelastung signifikant.

MAN liefert 112 Elektrobusse nach Vilnius

MAN liefert 112 Elektrobusse nach Vilnius

Michael Neißendorfer  —  

Die neuen Elektrobusse sollen einen Teil der bestehenden Dieselbusflotte ersetzen und die Qualität des ÖPNV in der litauischen Hauptstadt spürbar verbessern.