Flexibler Stromverbrauch: Was Verbraucher erwarten

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 4 min

Die stetig wachsende Anzahl von Elektroautos, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern treibt die Energiewende rasant voran. Um ihr volles Potenzial zu erschließen, sind Home-Energy-Management-Systeme (HEMS) entscheidend, die dezentrale Energieressourcen bündeln und für Strommärkte nutzbar machen. Um zu verstehen, wie Endverbraucher:innen diese Transformation aktiv mitgestalten wollen, hat das Smart-Energy-Unternehmen GridX in einer aktuellen Umfrage ihre Bereitschaft zur Nutzung intelligenter Energielösungen beleuchtet.

Im August 2025 befragte GridX 300 Besitzer:innen von dezentralen Energieanlagen in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden, die entweder ein E-Auto mit Wallbox oder eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher besitzen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Bereitschaft, den Energieverbrauch flexibel an Marktpreise anzupassen, ist sehr hoch.

Finanzielle Vorteile sind dabei die stärkste Motivation. 74 Prozent der Teilnehmer:innen nennen Kostenersparnisse oder Vergütungen als Hauptgrund. Rund ein Drittel steuert seinen Energieverbrauch bereits automatisiert nach Energiepreisen. Dagegen haben über alle drei Länder hinweg lediglich 18 Prozent der Befragten bereits aktiv an den Energiemärkten teilgenommen, weitere 47 Prozent wären jedoch bereit dazu.

In Deutschland liegt die Bereitschaft zur Teilnahme an Expliziten Flexibilitätsdienstleistungen, bei denen die Flexibilität der Energieanlagen von Haushalten gebündelt und für den Handel verfügbar gemacht wird, mit 50 Prozent ebenfalls hoch. Aber bisher haben nur 10 Prozent der Befragten bereits daran teilgenommen. Dies verdeutlicht eine große Diskrepanz zwischen Potenzial und aktueller flexibler Nutzung.

GridX

Hohes Sparpotenzial trifft auf wachsende Marktanforderungen

Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen die wachsende Bedeutung von HEMS-Lösungen, die Endkund:innen durch finanzielle Anreize aktiv in die Energiewende einbinden. Weitere Auswertungen von GridX bestätigen zudem ein hohes Sparpotenzial: Die intelligente Optimierung nach dynamischen Tarifen, netzdienliche Steuerung und Eigenverbrauchsoptimierung, in Kombination mit Flexibilitätsdienstleistungen, ermöglichen Einsparungen von bis zu 1500 Euro pro Jahr. Ein deutscher Haushalt kann allein durch die Nutzung von zeitvariablen Netzentgelten bis zu 600 Euro pro Jahr einsparen. Explizite Flexibilitätsdienstleistungen ermöglichen jährliche Einnahmen von 400 bis 800 Euro. Die Möglichkeit, diese Funktion mit anderen in einem System zu kombinieren, befindet sich derzeit in der Produktentwicklung.

Diese Sparpotenziale entstehen durch die Kombination mehrerer Geräte und Anwendungsfälle über ein fortschrittliches HEMS mit einem lokalen Gateway, die tatsächliche Höhe hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen, etwa der Anlagengröße, dem Wetter und dem persönlichen Verbrauchsverhalten ab. Simulationen von GridX zeigen, dass mit zunehmender Volatilität der Energiepreise im nächsten Jahrzehnt auch die Einsparungen für Haushalte mit einem intelligenten EMS steigen werden. Bis 2040, könnte so zum Beispiel ein dänischer Haushalt – da es dort bereits eine einfachere Regulatorik gibt – seine Einsparungen um weitere 13 Prozent steigern, wobei die gleiche Technologie bereits heute verfügbar ist. Dies macht solche Lösungen langfristig noch lukrativer.

Cloud-to-Cloud-Ansatz erhöht Effizienz, Autonomie die Akzeptanz

GridX hat kürzlich auch einen effizienteren Cloud-to-Cloud-Ansatz implementiert, der es Versorgungsunternehmen ermöglicht, die Flexibilität eines Pools von Elektroautos einfach zu bündeln und zu monetarisieren. Bereits Tausende von Systemen seien schon im Einsatz. Die Wahl zwischen einer einfachen cloudbasierten Optimierung und einer erweiterten Optimierung mit lokalem Gateway ermöglicht es den Akteuren im Energiesektor, schneller Lösungen einzuführen, die das wachsende Potenzial der immer größer werdenden Energieflexibilität nutzen.

So werden steuerbare Anlagen zu Marktreserven, die Einnahmen generieren, indem sie Kapazitäten für Energiemärkte bereitstellen. Der Bedarf an dieser Flexibilität wird sich bis 2030 voraussichtlich mehr als verdoppeln. Neue regulatorische Anforderungen in verschiedenen Ländern prägen diese Entwicklung zusätzlich und zwingen Unternehmen, die Veränderungen in Wettbewerbsvorteile umzuwandeln.

Die GridX Studie hebt drei zentrale Bedenken der sogenannten Flexumer, also den Verbrauchern, die aktiv durch die flexible Steuerung ihrer Energieflüsse zur Netzstabilität beitragen, hervor: Kontrollverlust, geringer persönlicher Nutzen und Unverständnis. Mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent) hat Bedenken, die Kontrolle über ihre Geräte abzugeben. Ein als zu gering empfundener Nutzen aus der Teilnahme oder mangelndes Verständnis darüber, wie Flexibilitätsanwendungen genau funktionieren, hemmen die Bereitschaft vieler Verbraucher zusätzlich.

Als wichtiges Produktmerkmal nannten mehr als die Hälfte der Befragten einen glaubwürdigen und seriösen Anbieter. Ebenfalls wichtige Merkmale sind ein geringer Aufwand für die Einrichtung und eine App zur einfachen Steuerung. Angesichts dieser Bedenken und Anforderungen ist es für Anbieter essenziell, als seriöser Partner aufzutreten, der volle Transparenz über die Gerätesteuerung sowie eine intuitive Bedienung per App bietet.

Tim Steinmetz, Geschäftsführer von GridX: „Unsere Umfrage und zunehmende Praxiserfahrung bestätigen die Trends im heutigen Strommarkt: Flexibilitätsdienstleistungen entwickeln sich schnell von einer Innovation zu einem Kernbestandteil jeder Energiemanagementlösung.“

Quelle: GridX – Pressemitteilung vom 22.09.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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