Firmenwagen sind das Schlüsselelement für den Erfolg von Elektroautos

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Alexander Voigt
Alexander Voigt
  —  Lesedauer 9 min

Im Durchschnitt sind mehr als 60% aller in Deutschland verkauften neuen Personenkraftwagen Firmenwagen. Das ist eine erstaunlich hohe Zahl, aber noch beeindruckender ist, dass jeder 12. Mitarbeiter in Deutschland einen solchen fährt. In einem Unternehmen mit 20.000 Mitarbeitern sind es im Durchschnitt 15,5%, im Einzelhandel hat sogar jeder 4. Mitarbeiter einen Firmenwagen und in der Automobilindustrie ist es jeder 11.

Diese unglaublich hohe Zahl an Firmenfahrzeugen ist kein Zufall und strukturell gewünscht und ich vermute, es ist eine der höchsten Firmenwagenquoten der Welt aber es ist eine Quote, bei der Elektroautos fast keine Rolle spielen.

Politik muss Fokus auf Elektro-Firmenwagen setzen, um etwas massiv zu verändern

Die Zulassungen von Elektrofahrzeugen steigen in Deutschland deutlich an aber hierbei sind es eher die privaten und weniger die Firmenfahrzeuge die dominieren. Wenn eine hohe Zahl an emissionsfreien Elektrofahrzeugen politisch gewünscht ist und ich schließe bei dieser Betrachtung Hybride aus dann müssen diese den Weg in das Segment der Firmenfahrzeuge finden.

5% aller Mitarbeiter mit einem Gehalt von €30.000 – €40.000 nennen ein Firmenfahrzeug ihr Eigen und 63% der Glücklichen, die es als Führungskraft zu einem Jahreseinkommen von €150.000 bis €200.000 gebracht haben. Es ist ein Anreiz, der den Ruf und den Status hebt, und für Hochschulabsolventen fast schon ein üblicher Teil eines ersten Vertrags. Menschen, die in ihrem Beruf erfolgreich sind, fahren einen Firmenwagen und dadurch ist es fast schon eine Werbemaßnahme welche Marke diese wählen.

Wenn man irgendwo in Deutschland, insbesondere in den Städten, auf einer normalen Straße geht sieht man überall die neuen hochwertigen deutschen Autos der oberen Mittel- und Oberklasse und hat schnell den Eindruck, alle Deutschen sind reich, aber das stimmt nicht, denn die meisten Autos gehören Firmen und nicht dem Fahrer. Als Deutsche in Deutschland fällt uns fast nicht mehr auf das in unserem Land mit Autos geradezu geprotzt wird. All das ist gewollt und folgt einer gewissen Logik.

Der Großteil des Geldes, das die Deutschen verdienen, geht auf verschiedenen Wegen an die Staatskasse mit dem Versprechen, uns eine anständige Rente zu zahlen, eine gute Gesundheitsversorgung zu garantieren und die Bürger mit einer zuverlässigen Arbeitslosenversicherung vor Arbeitsverlust zu schützen. Das Deutschland die Corona-Krise bisher sehr gut gemeistert hat, was weltweit für viel positive Aufmerksamkeit sorgte, hat auch mit dem Gesundheitssystem und mit seiner Finanzierung zu tun.

All das schafft eine gewisse soziale Stabilität, von der die Bürgerinnen und Bürger profitieren. Meiner Meinung nach ist die im internationalen Vergleich enorm hohe Staatsquote in Deutschland einer der Gründe dafür, dass die deutsche Bevölkerung nicht in zwei Gruppen gespalten ist wie wir es in vielen anderen Ländern wie zum Beispiel den USA und Großbritannien um nur zwei Beispiele zu nennen, beobachten können. Die hohen Steuern, die wir alle unser ganzes Leben lang gezahlt haben, betrachte ich daher immer auch als eine Zahlung zur Gewährleistung von Stabilität, Sicherheit und Frieden.

„Ein nicht unerheblicher Teil unser Steuern fließt aber leider nach wie vor in die Subventionierung von Benzin und Diesel und den Fahrzeugen die diese verbrauchen was die sozialökonomische Frage aufwirft ob es politische Stabilität, Sicherheit und Frieden bringt einen deutschen Verbrenner zu fahren. Kann dasselbe nicht viel besser mit einem emissionsfreien Fahrzeug erzeugt werden?“

Subventionen für Verbrenner und Diesel hindern E-Autos am Wachstum

Während viele die aktuelle Elektroautoprämie als unfaire oder unsinnige Subventionierung einer neuen Technologie bezeichnen vergessen Sie leicht die ungleich höheren Subventionen die seit Jahrzehnten in fossile Brennstoffe und Verbrenner fließen. Hätte die Bundesregierung diese einfach abgeschafft wäre ein fairer Wettbewerb der beiden Technologien entstanden. Die Maßnahme hätte offen gelegt, dass einen Verbrenner zu fahren im Vergleich zu einem Elektroauto vollkommen unwirtschaftlich ist aber gleichzeitig hätte es auch der Autoindustrie ihre wirtschaftlichen Grundlage entzogen. Die deutsche Autoindustrie ist, wenn man die Subventionen streicht, faktisch strukturell unprofitabel. Das ist eine unschöne Wahrheit aber unter Experten und Politikern unumstritten.

Ein Teil dieser Subventionen wird durch den Klimawandel fördernde Firmenfahrzeuge an die Bevölkerung weitergereicht und wer Subventionen erhält der beschwert sich nicht über diese. Wie hat Berthold Brecht so schön gesagt, „Erst kommt das Fressen dann kommt die Moral“.

Mit etwa 42 Mio. Beschäftigten in Deutschland haben 12% dieser einen Firmenwagen und zahlen monatlich 1% des Neuwagenpreises in Form ihrer persönlichen Steuerhöhe. Wenn es sich um einen Verbrenner handelt, beträgt er 1% und für ein reines Elektroauto sind es nur 0,25%. Das sind bei einem Verbrenner je nach Fahrzeug ein paar hundert Euro zusätzliche Steuern pro Monat. Wenn Sie diese Zahl um 75% senken können, ist das eine beträchtliche zusätzliche Kostensenkung für den Bürger aber im Gesamtkontext ein Tropfen auf den heißen Stein.

Nun sollte man glauben das niedrigere Steuern auf Firmenwagen, niedrigere Betriebskosten pro Kilometer und auch fast nicht vorhandenen Instandhaltungskosten dazu führen das in Deutschland viele Elektrofahrzeuge Firmenfahrzeuge sind, aber das ist nicht der Fall denn die meisten Firmen haben überhaupt keine vollelektrischen Fahrzeuge im Angebot. Noch interessanter ist, dass die meisten Firmen ihren Mitarbeitern nur Fahrzeuge von deutschen Herstellern mit Verbrennungsmotor anbieten.

Elektro-Firmenwagen oder nicht – eine Frage der Unternehmenskultur

Viele Mitarbeiter, die gerne ihren BMW, Mercedes oder Audi gegen ein gutes Elektroauto tauschen würden, können dies nicht, weil kein einziges dieser gelistet ist. Da Sie Ihren Firmenwagen auch privat nutzen dürfen, fahren viele damit in den Urlaub und ersparen sich dadurch ein zweites Fahrzeug. Benzin wird oft durch den Arbeitgeber gefördert oder ist sogar kostenlos, was eine weitere Motivation ist, Ihr emittierendes Auto für lange Urlaubsreisen zu nutzen und dadurch das Klima zusätzlich schädigen.

Wenn Sie sich für einen Firmenwagen qualifizieren, können Sie heute hauptsächlich zwischen Audi, BMW, Mercedes und Fahrzeugen der Volkswagen Gruppe wählen, und diese Unternehmen haben nicht wirklich viele Elektroautos anzubieten. Fragen sie die Flottenmanager warum sie gegen die Einlistung von Elektroautos sind dann erhalten sie als Antwort, dass die Kosten zu hoch sind und der Service nicht ausreichend verfügbar ist. Das ist faktisch falsch und wer die Gesamtkosten vergleicht erkennt dies sofort. Servicestellen machen nur dann einen Sinn, wenn ein Service auch benötigt wird und dieser ist bei einem Elektroauto extrem gering und bei einem Tesla sogar ausgesprochen selten. Es gibt einen Grund dafür warum Tesla nach 10 Jahren die Serviceintervalle komplett abgeschafft hat und der ist, weil sie schlicht nicht nötig sind.

Verbrenner/ Diesel: „Win-Win-Win-Situation“ für Politik, deutsche Autohersteller und Arbeitnehmer

Ein Flottenmanager der sein ganzes Leben lang nur mit Verbrenner gearbeitet hat kann sich das vermutlich nicht vorstellen, weil es seiner Erfahrung aus der Welt der Verbrenner widerspricht. Einer Erfahrung aus einer ganz anderen Technologie. Hinzu kommt das deutsche Automobilfirmen hohe Rabatte für Firmenwagen gewähren und das stützt die Nachfrage und erhöht die dringend benötigte Auslastung der Produktion was wiederum extrem wichtig ist um einen Gewinn pro Fahrzeug zu machen. Tesla dagegen das Fahrzeuge mit der längsten Reichweite und bester Sicherheitstechnologie anbietet gibt niemandem einen Rabatt.

„Die aktuelle Struktur fördert eine Win-Win-Win-Situation zwischen der Politik, der hiesigen Automobilindustrie und den Arbeitnehmern.“

  • Die Politik freut sich, weil die deutsche Autoindustrie einen Großteil der Aufträge für Firmenwagen erhält und damit Arbeitsplätze für Steuerzahler schafft. Wenn Politiker viele Arbeitsplätze schaffen und sichern, werden sie wiedergewählt.
  • Die Automobilindustrie freut sich, weil die Anreize den Absatz unterstützen, was die Auslastung der Kapazitäten und damit Umsatz und Gewinn fördert. Fast noch wichtiger ist aber, dass sich die Menschen sehr früh nach dem Studium an ihre Marke gewöhnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter die einen deutschen Firmenwagen fuhren dieselbe Marke später als ersten Privatwagen wählen ist hoch.
  • Der Mitarbeiter freut sich, weil er für vergleichsweise wenig Geld ein Fahrzeug erhält, das über seinem eigentlichen Gehaltsniveau liegt. Der gestiegene Status und das Ansehen in der Familie, bei Freunden und Nachbarn über die teure deutsche Marke ist ein emotionaler Gewinn. Emotionen diktieren unser Verhalten viel stärker als die meisten glauben.

Alle freuen sie sich also und fördern dabei den Klimawandel anstatt ihn zu bekämpfen.

Dies sind drei Gründe, warum es eine Win-Win-Win-Situation für alle Parteien ist und seit Jahrzehnten sehr gut funktioniert. Andere profitieren ebenfalls, wie zum Beispiel die Versicherungsbranche, Flottenmanager oder Servicezentren.

Wenn Sie sich gefragt haben, warum die Verkaufszahlen des aktuell besten Elektroautos im Markt, Tesla in Deutschland immer noch niedrig sind, dann ist die Firmenwagenstruktur ein wesentlicher Grund dafür. Viele Deutsche würden sich freuen, ein Model S oder Model 3 als Firmenwagen zu haben, und diese Gruppe wird noch deutlich wachsen, sobald das deutsche Model Y verfügbar ist aber es wird Ihnen keine Wahl gelassen. Wenn Unternehmen und Fuhrparkmanager die Aufnahme von Tesla in die Liste der Firmenfahrzeuge blockieren die mehr als 60% aller Neufahrzeuge ausmachen sollten wir uns nicht über einen immer noch unterdurchschnittlichen Tesla-Absatz in Deutschland wundern.

Das bisher friedliche Zusammenleben von Politikern, Autoindustrie und Arbeitnehmern wurde in letzter Zeit jedoch, durch die zunehmenden Rufe von Politikern und Wählern gestört, attraktive Elektroautos anzubieten. Die Autoindustrie schwieg und lieferte nicht, sondern drängte stattdessen Hybride in den Markt die wie Studien zeigen durch hauptsächliche Nutzung des Verbrenner-motors bedingt durch hohen Ressourcenaufwand und Gewicht sogar mehr CO2 ausstoßen als reine Benziner oder Diesel. Hybride sind nur eine andere Form von emittierenden Verbrennern bei denen aktuell sogar eine Abschalteinrichtung bei Mercedes-Benz entdeckt wurde um deren hohe NOx und COx Werte zu kaschieren. Hybride verschmutzen uns wie Verbrenner und unterstützen die Autoindustrie und die Öl- und Gasindustrie dabei sich gerade nicht zu verändern.

Audi e-tron, VW ID.3 und Tesla Model 3 sowie Tesla Model Y können Veränderung herbeiführen

Es besteht jedoch die Hoffnung, dass die beeindruckend niedrigen Gesamtbetriebskosten eines Elektroautos dazu beitragen werden, mehr Unternehmen davon zu überzeugen, sich für diese zu öffnen, und mit dem Audi e-tron, sowie dem VW ID.3, einem ersten deutschen Elektroauto mit dem Potenzial, ein Massenfahrzeug zu werden, steigen die Chancen, dass endlich ein Umdenken stattfindet.

Die Deutsche Telekom, als großer Arbeitgeber in Deutschland, hat vor kurzem angekündigt, Tesla in ihre Firmenwagenliste aufzunehmen, was zeigt, dass die ersten Grosskonzerne anerkennen, dass neue Talente attraktive Fahrzeuge wollen die kein deutsches Produkt sind. Das neue deutsche Statussymbol, das neue cool ist auch wenn es weh tut nicht mehr ein Audi, BMW, Porsche oder Mercedes, sondern ein Tesla.

Als Deutscher muss ich mit Bedauern feststellen, dass fast alle großen Unternehmen in Deutschland einen der attraktivsten Hersteller in Bezug auf Gesamtbetriebskosten, Sicherheit, Kohlendioxidemissionen und Fahrspaß von ihrer Dienstwagenliste fernhalten und dadurch ihr Potential an Talenten reduzieren.

Es ist eine Schande, dass höhere Kosten und niedrigere Sicherheit akzeptiert wird wobei man den Klimawandel indirekt unterstützt, weil man glaubt man müsse die deutsche Autoindustrie schützen. Die beste heute verfügbare Option für ein Firmenfahrzeug ist wenn man die Fakten betrachtet schlicht und einfach ein Tesla und wenn sie die besten verfügbaren Talente für ihr Unternehmen anwerben wollen dann sind Sie gut beraten dies Fahrzeug auch anzubieten.

Mit der Tesla Fabrik in Brandenburg, die in der ersten Hälfte des Jahres 2021 die Produktion aufnehmen wird, und Tausenden von Deutschen, die das Model Y dort produzieren ist ein Tesla ein deutsches Produkt, hergestellt von Deutschen in Deutschland.


Dieser Artikel ist im August 2020 auf der US Webseite www.cleantechnica.com erschienen und wurde in der heutigen deutschen Version mit aktuellen Zahlen, Inhalten und Informationen angepasst.

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Alexander Voigt

Alexander Voigt

Alex Voigt unterstützt die Bewegung der Transformation in eine nachhaltige CO2 freie Welt seit 40 Jahren. Als Diplom Ingenieur ist er fasziniert von der Fähigkeit der Menschheit durch Technology eine bessere Zukunft zu erschaffen. Mit 30 Jahren Erfahrung an den Aktienmärkten ist er ein langfristig orientierter Investor in Tesla (TSLA) als auch anderer Technologieaktien.

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Patrick:

Sie brauchen sich auch bei winterlichen Verhältnissen keine Sorgen zu machen. Sehen Sie sich dazu das YT-Video von Bjørn Nyland „Tesla Model X extreme testing at -36°C/-33°F“ an. Der Mann hat bei diesen extremen Temperaturen eine ganze Nacht im Auto verbracht.

Fabian Uecker:

Respekt Herr Doessegger. Ihre Einstellung zur individuellen Mobilität ist wirklich großartig. Ich gebe zu für mich wäre das aktuell nichts. Aber ich bin beeindruckt wie Sie das leben. Sicherlich haben sie auch Möglichkeiten das so zu leben. Aber ich denke sie sind ein gutes Beispiel wie es funktionieren kann. Ob es für die Masse reicht wird sich zeigen. Wie sie aber auch sagen ist entscheidend, das so wenig wie möglich neue verbrenner produziert werden und möglichst viele elektrisch angetriebene Fahrzeuge neu produziert werden.

Markus Doessegger:

Sie haben da durchaus recht mit den regionalen Unterschieden bei Tesla. Das ist noch nicht überall befriedigend und da muss noch einiges geschehen. Diesbezüglich habe ich eher Glück, dass ich gerade mal 5km vom SC arbeite.

Markus Doessegger:

Auch mir und vieler meiner Kollegen ist klar, dass der Mensch generell ein bequemes Lebewesen ist und zu minimum 80% jeglichen Veränderungen aus dem Weg gehen will. Ich bin aber der Meinung, dass die Klima Frage viel mehr zur Existenzfrage wird als das Covid-19 je sein wird. Nur das ganze ist ein unheimlich träger Prozess, so dass die meisten Menschen diese eben viel zu wenig als Gefahr wahrnemen.

Mein Konzept: Elektroautos für möglichst viele Menschen zum Anfassen und Ausprobieren zur Verfügung stellen zu können und nachfolgende Generationen bereits in den Schulen für das Thema Klima zu sensibilieren.
Die Millenials leben solche Veränderungen bereits. Sie sind einfach noch zu wenige, um die notwenigen politische Veränderungen zu bewirken.

Wenn aber in den kommenden 10-20 Jahren sich das Klima stärker bemerkbar machen sollte, dann werden auch die Menschen sich schneller die Liegestuhllage verlassen.

Markus Doessegger:

In all meinen Kommentaren habe ich mich niemals gegen Wasserstoff ausgesprochen. Falls jemand einen Mirai fährt und dabei einen Verbrenner ersetzt habe ich schon aus Klimagründen nichts dagegen. Aus ganz bestimmten Gründen ist halt mein BEV für meine Anforderungen und meiner Erfahrung das besser Fahrzeug. Habe ich mich jemals dahingehend geäussert, dass es keine FCEV geben soll, niemals. Man entscheidet sich dann halt für betanken und halt Vor-und/oder Nachteile. Ist doch kein Problem für mich. Seit wann darf man nicht mehr für das einstehen an das man glaubt ?

Zu meinen Langzeiterfahrungen mit meiner Tesla Roadster Batterie: Max Range laden, T=0 war 380km (54kWh). Die Fahrweise entscheidet über die definitiv gefahrene Distanz. Meine Fahrweise im Schnitt mit dem Roadster = 14.5kWh/100km also ca. 373km.
Nach 5 Jahren und gefahrenen rund 130’000km war ich bei Max Range laden = 330km d.h. also rund 86%. Aussage von Tesla war 80% bei 160’000km. Wohlverstanden, das war Batterietechnologie aus dem Jahre 2008. Also hat Tesla sein Versprechen durchaus eingehalten.

Meine 18 monatige Erfahrung mit meinem Model 3: 35’000km, Durchschnittverbrauch 13.4kWh/100km, Vmax=145km/h ( in welchem Land müssen Sie mich nicht fragen, denn es gibt nur eines auf der Welt wo das erleubt ist ), sonst max. 120km (überall ohne Deutschland), Bergfahrten in Österreich, Frankreich und der Schweiz, Überland = 80km/h, Innerorts = 50km/h. 9h EcoGP auf einer Rennstrecke in Calafat ( Spanien ).

Mein Ladeverhalten: max. 85% von 500km, 98% AC bis 11kW ( zu Hause, im Office, bei Freunden, Hotels/Restaurants, Ikea, Bergbahnen, DeC), ganz einfach jedes Haus hat Strom. 2% SuC und 50kW ( ABB Stationen ) jedoch nur in den Ferien oder als Notlösung. Wieso nur als Notlösung ? 1. neg. Einfluss auf Langzeitverhalten des Akkus. 2. Jedes Haus hat Strom, den man nutzen kann und dessen Infrastruktur vorhanden ist und die nicht zusätzlich vom Staat subventioniert werden muss. Mein Ziel, dass wo immer ich hinkomme und mein Elektroauto nicht fährt, ich laden kann, egal wie viel und wie lange aber meistens nur 85%. Wenn sich alle BEV Fahrer so verhalten würden, dann haben Sie von Alleine die ganze Ladeinfrastruktur sich selber aufgebaut und das Thema Reichweite ( Kurz, Mittel und Langstrecke ) für BEV wird sich in Zukunft gar nie mehr stellen. Es wird heute und in Zukunft keine schnelleren Ladungen geben als 10s ( einstecken, ausziehen ) und ich kann so bestimmen, welchen Strom ich nehme. Und mein Auto könnte optimaler nicht ausgenutzt sein.

Mein Fahrverhalten: Vorausschauend, moderat, gleichmässig bis max. 145km/h
absolut identisch wie mit meinem Verbrenner BMW Z3, den ich bis 2011 gefahren bin. Absolut keine Zeiteinbussen. Ich kann das auf ganz bestimmten Teststrecken bestätigen.

Teststrecke: Zürich(CH) – Perpignan (F) = 885km.
3 Stops, 3×15-20 Minuten (Kaffee, Beine vertreten, WC), 1×40 Minuten (Mittagessen). Während allen Stops wird mein Model 3 geladen. Ich habe keine Zeiteinbussen dass ich neben dem Auto warten muss während es betankt wird. Also wiederum eine optimierte Auslastung des Autos und meiner Ruhezeit. Das garantiert eine max. Sicherheit für mich und die anderen Strassenteilnehmer.

Mein Z3 wäre da mindestens während 1h nutzlos nur rumgestanden.

Wenn ich mit Freunden in die Ferien fahre sie mit Verbrenner und ich mit dem Model 3, dann lade ich über Nacht im Hotel und muss danach mit Ihnen 15 Minuten an einer Tankstelle verbraten, nur weil sie nicht im Hotel tanken konnten. Dasselbe wäre auch mit einem FCEV der Fall.

Ein guter Freund von mir, der die 1 mio Kilometer gefahren ist beweisst, dass er schon über 700’000km mit der jetzigen Batterie gefahren ist und sein Ladeverhalten bestätigt ein Mix aus SuC und AC bis 22kW.

Diese Konzepte verfolge ich nun schon seit 9 Jahren sehr erfolgreich mit Fahrzeugen von einem Hersteller, der durchaus führend ist bei den BEV’s.

Ich bin aktuell am Rechergieren, zusammen mit einem Kollegen, der einen Mirai relative gut Probefahren durfte und auch gegen ein Tesla Model S getestet hat. Auf der Langstrecke (970km) war das Models sogar schneller von Punkt A nach B. Also für mich sind beide Langstreckentauglich. Reichweite, Speed und Infrastruktur ( wie der Autor schon sagte ) harmonieren sehr gut bei Tesla.
Ich hoffe bald einmals auf div. Fragen auch Antworten geben zu können.

Wasserstoff auf Schiffen ( vor Allem Kargo ), Flugzeugen und in der Industrie und zwar mit nachhaltigem Strom aus heimischer Erzeugung. Bin ich zu 100% dafür.

Sven Steffing:

Vielleicht die Zahlen aus dem Artikel vom Autor noch mal verifizieren lassen: „Jeder 12. Mitarbeiter“ bedeutet in Deutschland etwa 3,5 Millionen Personen. Und „60% alle Zulassungen sind Firmenwagen“ ergibt circa 2 Millionen pro Jahr. Nun erscheinen mir 2 Millionen Neufahrzeuge pro Jahr relativ zu 3,5 Millionen Fahrzeugnutzern etwas hoch(?)
Wie ist das z. B. mit Leasingfahrzeugen im privaten Sektor: Da wählt die Privatperson das Fahrzeug aus, zugelassen wird es aber auf den Leasinggeber, richtig – zählt in diesem Sinne als „Firmenfahrzeug“? Oder die zahlreichen Tageszulassungen: Dort erst aufs Autohaus, dann auf Privatperson. Ist das im Sinne der Statistik unterm Strich ein „Firmenfahrzeug“?
Wäre für den Laien wie mich mal interessantes Thema und Abgrenzung, aber das ist natürlich ein anderer Artikel dann.

Fabian Uecker:

In der Tat haben Sie recht das ich mich damit schwer tue. Aus meiner alten Sicht gibt es ja auch die Alternative Wasserstoff . Aber da Sie ja solch ein Langzeiterfahrung haben, würde es mich interessieren welche Erfahrungen sie mit abnehmender Kapazität der Batterie haben und wie sie die Belastung des Schnellladens auf die Batterie bewerten?!
Hinsichtlich nextmove bin ich über ihre Aussage enttäuscht da diese genauso überzeugt von bev sind wie sie. Ich würde sagen die können schon e Auto fahren und fair vergleichen.

Fred Grobschulte:

Das mit den Firmenwagen ist hinsichtlich der Abgrenzung so eine Sache. Ich kenne ganz viele kleine Firmen, da laufen ‚natürlich‘ de jure alle Fahrzeuge der Eigentümerfamilie „auf die Firma“. Wenn ich das mal deutschlandweit hochrechne, gehe ich locker von Hunderttausenden solcher „Firmen“fahrzeuge aus. Hat natürlich vor allem steuerliche Vorteile und macht auch darüber hinaus dem Firmeneigner samt Kleingroßfamilie das Leben einfacher ;)

G.Pü:

Was mich bei allen Diskussionen um das richtige Fahrzeug für Vertriebler auf Langstrecke stört ist die Tatsache,dass niemand auf das geräuscharme und vor allem emissionslose fahren im BEV hinweist.Natürlich kann ich im Verbrenner 1000 km am Stück fahren(was absolut nicht der Realität entspricht).Ich verpeste aber weiter die Umwelt und trage zum Klimawandel bei.Die kommende Generation wird da anders agieren!!!

Petra Bohn:

Es gibt in Geschenkartikelgeschäften und natürlich auch im Internet auffindbar schöne historische Blechschilder
„Fasse dich kurz!“.
Liebe ich sehr und habe sie schon verschiedentlich gut gemeint als Präsent überreicht ;)

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