Batterie-Recycler Redwood Materials streicht jede zehnte Stelle

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Redwood Materials

Tobias Stahl
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  —  Lesedauer 3 min

Recycling-Spezialist Redwood Materials hat im Zuge einer Umstrukturierung rund 135 Mitarbeitende entlassen, das entspricht rund 10 Prozent der Belegschaft. Ziel sei es, sich zukünftig stärker auf das schnell wachsende Geschäft mit stationären Energiespeichern zu konzentrieren, berichtet TechCrunch aus Unternehmenskreisen.

Erst vor fünf Monaten hatte Redwood rund 5 Prozent seiner Stellen gestrichen. Vor rund drei Monaten hat das Unternehmen um den ehemaligen Tesla-Technikchef J. B. Straubel erfolgreich eine Finanzierungsrunde in Höhe von 425 Millionen US-Dollar abgeschlossen, mit der das Batterie-Recyclingunternehmen seine Bewertung auf nunmehr gut 6 Milliarden US-Dollar steigern konnte.

„Stark wie nie zuvor“: Redwood Materials sieht Dynamik im Energiespeicher-Geschäft

US-amerikanische Batteriehersteller und -recyclingunternehmen machen in den vergangenen Monaten eine schwierige Phase durch, da die dortige Automobilindustrie angesichts politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen von ihren einst ambitionierten Elektrifizierungszielen abrückt. Anfang April hatte der Batterierecycler Ascend Elements Insolvenz angemeldet und dabei auf „unüberwindbare“ finanzielle Herausforderungen verwiesen. Einige weitere US-Batteriehersteller haben ebenfalls Umstrukturierungen vorgenommen oder sind aus dem Geschäft ausgestiegen.

Redwood-Gründer und -CEO Straubel erklärte seinen Mitarbeitenden allerdings, dass die neuerlichen Entlassungen kein Zeichen dafür seien, dass Redwood Materials denselben Weg einschlagen werde. „Redwood ist heute so stark wie nie zuvor“, so Straubel in einer E-Mail an die Mitarbeitenden, die TechCrunch einsehen konnte. „Das Materialgeschäft ist auf dem besten Weg zur Profitabilität und hat eine spannende Zukunft vor sich.“

Straubel merkte zudem an, dass Redwood „weiterhin den US-Markt für Batterierecycling dominiert“, hob aber auch die „starke Dynamik“ des Unternehmens in seinem neuen Energiespeichergeschäft hervor. Redwood hatte kürzlich Verträge mit dem Elektroautohersteller Rivian und Crusoe AI, einem Entwickler und Betreiber von Rechenzentren bekannt gegeben. Gegenstand der Vereinbarung ist die Lieferung recycelter Batterien, die zur Stromversorgung von Produktionsanlagen genutzt werden sollen. Redwood Materials lehnte es ab, die aktuelle Geschäftsentwicklung über den Inhalt von Straubels E-Mail hinaus zu kommentieren.

In seiner E-Mail schreibt Straubel außerdem, dass „Teile des Unternehmens schneller gewachsen sind, als es für dessen Ausrichtung erforderlich“ gewesen sei. Infolgedessen nehme Redwood Kürzungen in mehreren Geschäftsbereichen vor, darunter in den Bereichen Technik und Betrieb, so der Unternehmenschef laut einem anonymen Mitarbeitenden.

Redwood-Chef Straubel blickt optimistisch in die Zukunft

„Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere entscheidenden Projekte mit einem kleineren, aber fokussierteren Team erfolgreich umsetzen können“, so Straubel in seiner E-Mail weiter. „Wir haben uns erfolgreich an die Veränderungen auf dem Markt angepasst, die viele unserer Wettbewerber in den Ruin getrieben haben.“

Der Redwood-Chef sei „begeisterter denn je von unserem weiteren Weg, während wir das weltweit am stärksten integrierte und kosteneffizienteste Geschäft für kritische Materialien und Energiespeicherung aufbauen.“ Es handle sich um ein „sich selbst tragendes Geschäft“, das den Wert des Unternehmens im Laufe der Zeit weiter steigern werde. „Wir haben das Team und die Technologie, um das zu tun, was kein anderes Unternehmen kann“, so Straubel.

Den entlassenen Mitarbeitern sei von der Personalleitung mitgeteilt, dass die Entlassungen vorgenommen wurden, „um unseren Fokus, unsere Arbeit und die Größe unserer Teams zu schärfen, um die Richtung zu unterstützen, in die Redwood in Zukunft gehen wird“, zitiert TechCrunch aus einer E-Mail der Personalabteilung. Laut Straubels E-Mail erhalten die entlassenen Mitarbeiter Abfindungen und bezahlte Gesundheitsleistungen sowie „Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung“. „Ich bin den rund 135 Mitarbeitern dankbar, von denen wir uns heute verabschieden – sie alle haben zum Aufbau von Redwood beigetragen“, schrieb er.

J. B. Straubel, der zuvor als Mitgründer und Technikchef von Tesla bekannt geworden war, gründete Redwood Materials 2017. Das Unternehmen gilt als US-Marktführer im Batterierecycling und verarbeitet nach eigenen Angaben über 20 Gigawattstunden Altbatterien jährlich, was der Anzahl an Antriebsbatterien aus rund 250.000 Elektrofahrzeugen entspricht. Laut Redwood-Angaben ist das Unternehmen für etwa 90 Prozent aller in Nordamerika recycelten Lithium-Ionen-Batterien und Batteriematerialien verantwortlich. Neben dem bisherigen Kerngeschäft setzt das Unternehmen zuletzt verstärkt auf die Entwicklung stationärer Batteriespeichersysteme.

Quelle: TechCrunch – Redwood Materials lays off 10% in restructuring to chase energy storage business

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Tobias Stahl

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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