Chery: Exeed bringt 2026 erstes E-Auto mit Feststoffbatterie

Chery: Exeed bringt 2026 erstes E-Auto mit Feststoffbatterie
Copyright:

Chery

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der chinesische Autobauer Chery hat angekündigt, ab 2026 als einer der ersten Hersteller Autos mit Feststoffbatterien in Serie einzusetzen, zunächst nur in China. Den Auftakt soll eine Shooting-Brake-Studie der Premiummarke Exeed machen, die intern unter dem Namen „Liefeng“ geführt wird. Nach Angaben des Unternehmens ist für dieses Modell eine Reichweite von bis zu 1500 Kilometern (CLTC-Zyklus, entspricht in etwa WLTP-Stadtzyklus) vorgesehen, selbst bei Temperaturen von minus 30 Grad Celsius.

Kern der Ankündigung ist die sogenannte Rhino-S-Feststoffbatterie aus eigener Entwicklung. Chery nennt eine gravimetrische Energiedichte von bis zu 600 Wattstunden pro Kilogramm. In der Industrie gelten Feststoffbatterien seit Jahren als möglicher Technologiesprung, da sie auf feste Elektrolyte setzen und damit theoretisch höhere Energiedichten sowie verbesserte Sicherheitsmerkmale ermöglichen. In der Entwicklung konkurrieren derzeit vor allem Polymer-, Sulfid- und Oxid-Ansätze. Chery hat sich nach eigenen Angaben bewusst für den Oxidpfad entschieden, der als besonders stabil gilt, allerdings bislang als komplex in der Massenfertigung beschrieben wird.

Neben der hohen Reichweite hebt der Hersteller die Kälteeigenschaften der Batterie hervor. Während heutige Lithium-Ionen-Systeme bei sehr niedrigen Temperaturen spürbar an Leistungsfähigkeit verlieren, soll die neue Zelle auch bei minus 30 Grad zuverlässig arbeiten. Diese Eigenschaft wird von Chery als zentrales Argument für den Einsatz in nördlichen Märkten und im gewerblichen Betrieb dargestellt, wo planbare Reichweiten eine größere Rolle spielen als unter idealen Testbedingungen.

Das angekündigte Auto soll darüber hinaus mit einer 800-Volt-Architektur ausgestattet sein. Diese Spannungsebene gilt als Voraussetzung für hohe Ladeleistungen und effiziente Leistungsabgabe. Ergänzt wird das Konzept durch einen Elektromotor mit bis zu 30.000 Umdrehungen pro Minute. In Kombination stellt Chery eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in unter drei Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h in Aussicht. Technische Details zur Ladeleistung oder zur tatsächlichen Batteriekapazität nannte das Unternehmen bislang nicht.

Bereits im vergangenen Dezember hatte Chery angekündigt, dass der Exeed ES8 Shooting Brake als erstes Serienmodell der Marke mit einer Feststoffbatterie ausgerüstet werden soll. Für dieses Auto wurde eine elektrische Reichweite von rund 1000 Kilometern (CLTC-Zyklus) genannt. Auffällig ist die enge gestalterische Verwandtschaft beider Modelle, insbesondere bei der Auslegung der Frontpartie und der Scheinwerfergrafik. Beobachter werten dies als Hinweis auf eine gemeinsame technische Basis.

Der Markthochlauf der neuen Batterietechnologie soll schrittweise erfolgen. Für 2026 plant Chery zunächst einen gezielten Einsatz in Flotten wie Ride-Hailing- und Mietwagenanwendungen. In diesem Umfeld sollen zusätzliche Betriebsdaten gesammelt werden, um Alterung, Ladeverhalten und Temperaturstabilität unter realen Bedingungen zu analysieren. Erst im Jahr 2027 ist nach Unternehmensangaben eine breitere Serienproduktion vorgesehen.

Quelle: CarNewsChina – Chery’s Liefeng shooting brake will be equipped with solid-state battery in 2026: 1,500 km range in -30℃ environment

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

EU riskiert 34 Batteriefabriken durch Lockerung des Verbrenner-Aus

Daniel Krenzer  —  

T&E warnt: Weicht die EU das Verbrenner-Aus weiter auf, könnten 34 Batteriefabriken in Northvolt-Größe verloren gehen – ein Milliardendesaster.

Europas Batteriekrise: Morrow Batteries meldet Insolvenz an

Europas Batteriekrise: Morrow Batteries meldet Insolvenz an

Sebastian Henßler  —  

Morrow Batteries ist pleite. Warum scheitern Zellhersteller, wenn sie produzieren und Kunden beliefern? Der Fall gibt eine unbequeme Antwort auf die Frage.

Grünheide wird Teslas erste Komplett-Fabrik in Europa

Grünheide wird Teslas erste Komplett-Fabrik in Europa

Sebastian Henßler  —  

Tesla investiert 213 Millionen Euro in die Batteriezellfertigung in Grünheide und plant ab 2027 die komplette E-Auto-Produktion unter einem Dach in Europa.

FastBat: Maßgeschneiderte Batterien für Europas Zukunft

FastBat: Maßgeschneiderte Batterien für Europas Zukunft

Sebastian Henßler  —  

Prof. Kampker forscht nicht an Problemen, die keiner hat – sondern baut ein komplettes Batterieökosystem für Nischen, Drohnen und kritische Infrastruktur.

Togg und CATL-Tochter CAIT entwickeln B-Segment-Plattform

Togg und CATL-Tochter CAIT entwickeln B-Segment-Plattform

Sebastian Henßler  —  

CATL-Tochter CAIT und Togg entwickeln gemeinsam eine Fahrgestellplattform für drei B-Segment-Modelle – das erste davon soll 2027 in Serienproduktion gehen.

Batterieboom: Wer profitiert und wer nicht?

Batterieboom: Wer profitiert und wer nicht?

Sebastian Henßler  —  

Der E-Auto-Batteriemarkt legt global um 9,1 Prozent zu. CATL baut seine Dominanz weiter stark aus – Koreas Hersteller verlieren an Boden.

Deutschland Spitze beim Batterie-Recycling – auf dem Papier

Deutschland Spitze beim Batterie-Recycling – auf dem Papier

Sebastian Henßler  —  

Patente rund um das Batterie-Recycling wachsen jährlich um stolze 42 Prozent. Asien dominiert mit 63 Prozent, BASF und Duesenfeld führen Europas Spitze an.