Eutraco elektrifiziert Logistikflotte

Eutraco elektrifiziert Logistikflotte
Copyright:

Eutraco

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Das belgische Unternehmen Eutraco gab vergangene Woche bekannt, dass es in die größte Elektroflotte Belgiens investiere. Nach Angaben der Pressemitteilung des Logistikdienstleisters soll ab dem nächsten Jahr knapp ein Drittel der Flotte mit 50 Elektro-Lkw von Daimler Trucks ersetzt werden. Der Pressemitteilung des Unternehmens zufolge investiert das Unternehmen dafür knapp 14 Millionen Euro.

Als erstes Logistikunternehmen in Belgien wird Eutraco über eine so große Flotte von elektrischen Lkw verfügen. Dabei, so der CEO des Unternehmens Serge Gregoir, sei nachhaltiger Transport mit Elektro-Lkw zu den gleichen Kosten möglich wie mit Diesel-Lkw.

„Für uns ist es eine klare strategische Entscheidung, vollständig auf nachhaltigen Transport zu setzen. Im Gegensatz zu wasserstoffbetriebenen Lkw sind Elektro-Lkw technologisch bereits weit fortgeschritten. Sie haben eine Reichweite von 500 Kilometern und können schnell aufgeladen werden, was perfekt zu unseren Kernaktivitäten passt.“ – Serge Gregoir, CEO von Eutraco

Derzeit habe Eutraco, das mit aktuell 470 Mitarbeitenden und 15 Standorten zum drittgrößten Logistikanbieter auf dem belgischen Markt werden will, nach eigenen Angaben eine Flotte von 160 Diesel-Lkw, die Güter zwischen Kundschaft und eigenen oder externen Lagern in den Beneluxländern und Frankreich transportieren.

Nachhaltigkeit und schrittweise Elektrifizierung

Bis Ende 2025 sollen die ersten der 50 Elektro-Lkw im Rahmen der Investition von 14 Millionen Euro ausgeliefert werden. Nach der vollständigen Auslieferung wird fast ein Drittel des bisherigen Fuhrparks elektrifiziert sein, da die Diesel-Lkw schrittweise aus dem Betrieb genommen werden. Auch die Kundschaft von Eutraco habe, so das Unternehmen, ein großes Interesse an Nachhaltigkeit:

„Es ist unsere Aufgabe und moralische Verantwortung, dies zu gewährleisten, und zwar zum gleichen Preis. Wir garantieren unserer Kundschaft, dass wir ihre CO2-Emissionen um eine klar kalkulierte Anzahl von Tonnen reduzieren werden.“ – Serge Gregoir

Obwohl elektrische Lkw in der Anschaffung teurer als Dieselmodelle seien, gleichen sich die Gesamtbetriebskosten nach 8 Jahren aus. Die Standorte des Unternehmens in ganz Belgien sollen zeitnah mit Ladeinfrastruktur ausgestattet werden, von der 75 Prozent mit Ökostrom aus eigenen Solaranlagen funktionieren. Bereits im Jahr 2021 sei Eutraco für das erste CO2-neutrale Logistikgebäude Belgiens mit dem Preis für das Logistikgebäude des Jahres ausgezeichnet worden.

Zusammenarbeit mit Daimler Trucks

Der eActros 600 von Daimler Trucks, dem Hersteller von Mercedes-Benz Lkw und Bussen, verfügt über eine Batteriekapazität von 600 Kilowattstunden. Mit der Lithium-Eisen-Phosphat-Zelltechnologie könne die Batterie laut Pressemitteilung in nur einer halben Stunde von 20 auf 80 Prozent aufgeladen werden.

Der Lkw mit bis zu 44 Tonnen habe außerdem eine Reichweite von 500 Kilometern, wodurch alle Fahrten ohne zusätzliches Aufladen durchgeführt werden können. Durch die hohe Beschleunigungskraft, den nahezu geräuschlosen Betrieb und die modernen Sicherheitssysteme haben Fahrer:innen ein hohes Maß an Komfort.

Quelle: Eutraco – Pressemitteilung vom 12.09.2024

worthy pixel img
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Sebastian Henßler  —  

An der Brennerautobahn entsteht neue Ladeinfrastruktur für E-Lkw. In Vahrn laden E-Trucks mit bis zu 1000 kW und nutzen dabei reguläre Fahrpausen effizient.

Europcar ergänzt seine Flotte um elektrische Transporter

Europcar ergänzt seine Flotte um elektrische Transporter

Sebastian Henßler  —  

E-Transporter gewinnen im Lieferverkehr an Bedeutung. Europcar setzt auf flexible Mietmodelle, um Unternehmen den Einstieg zu erleichtern.

Warum der Umstieg auf E-Transporter mit Beratung besser gelingt

Warum der Umstieg auf E-Transporter mit Beratung besser gelingt

Sebastian Henßler  —  

Diesel oder Elektro im Transporter? Experte Matthias Born erklärt, wie Strompreise, PV und Einsatzprofile die Wirtschaftlichkeit im Alltag verändern.

IG Metall warnt vor schnellem Markteintritt chinesischer Lkw-Hersteller

IG Metall warnt vor schnellem Markteintritt chinesischer Lkw-Hersteller

Tobias Stahl  —  

Chinesische Lkw-Hersteller drängen schneller nach Europa als erwartet – nun warnt die IG Metall vor erheblichen Folgen für Arbeitsmarkt und Wertschöpfung.

Wo die Elektrifizierung von Lkw finanziell scheitert

Wo die Elektrifizierung von Lkw finanziell scheitert

Sebastian Henßler  —  

E-Lkw sind verfügbar, doch im Alltag vieler Flotten wird der Betrieb teurer als geplant. Ladepreise und Auslastung entscheiden über Wirtschaftlichkeit.

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Michael Neißendorfer  —  

Mehr als 1000 km an einem Tag – und das mit einer Akkureichweite von nur 300 km: Ein Schweizer Logistiker zeigt, wie E-Lkw effizient eingesetzt werden können.

Mercedes startet Kleinserie mit Flüssigwasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw

Mercedes startet Kleinserie mit Flüssigwasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw

Michael Neißendorfer  —  

Nach dem erfolgreichen Entwicklungs- und Testprogramm mit Prototypen überführt Mercedes-Benz den Wasserstoff-Lkw NextGenH2 nun in eine Kleinserie.