Der Marktanteil von E-Autos in Europa hat sich allein im August deutlich besser entwickelt, als es Branchenverbände für das gesamte Jahr 2026 erwartet hatten. In den 16 wichtigsten europäischen Märkten stiegen die Elektroauto-Zulassungen in diesem Monat um 54,2 Prozent auf knapp 203.000 Fahrzeuge. Dies geht aus Daten von E-Mobility Europe, New Automotive und Fier Automotive hervor.
Der Anteil reiner E-Autos bei den Neuzulassungen am europäischen Markt stieg so auf 30,5 Prozent. Zudem liegen die Neuzulassungen von E-Autos seit Jahresbeginn mit 1,67 Millionen Fahrzeugen 33,1 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Deutlich über den ursprünglichen Erwartungen
Diese Zahlen überschreiten die vorangegangenen Analystenprognosen deutlich. So war Transport & Environment von einem BEV-Gesamtanteil von 23 Prozent für das Gesamtjahr ausgegangen und Rho Motion rechnete europaweit mit rund 21 Prozent. Der Generalsekretär von E-Mobility Europe, Chris Heron, sieht jedoch weiterhin Handlungsbedarf: „Die Priorität liegt jetzt auf Verlässlichkeit, gepaart mit Umsetzung. Politik und Industrie müssen zusammenarbeiten, um dieses Momentum aufrechtzuerhalten und Europas Führungsposition zu sichern.“
Haupttreiber des E-Auto-Booms sind derweil Frankreich und Deutschland, die im August bei den Neuzulassungen einen BEV-Marktanteil von 38,3 Prozent beziehungsweise 32,5 Prozent erreichten. Kleinere Märkte führen bei der Elektrifizierungsquote jedoch klar: Norwegen kommt hier als Spitzenreiter inzwischen auf 98,7 Prozent, gefolgt von Dänemark mit 85,9 Prozent.
Darum legt der Markt jetzt so stark zu
Für das starke Wachstum kann eine ganze Reihe von Treibern verantwortlich gemacht werden: So hat sich etwa die Modellauswahl im mittleren SUV-Segment inzwischen deutlich verbessert. Gleichzeitig sinken die Preise für Batterien immer weiter und in Deutschland wirkt vor allem die im Frühjahr zurückgekehrte staatliche Kaufprämie als Wachstumstreiber.
In Großbritannien verschärft sich derweil das ZEV-Mandat, welches eine gesetzliche Mindestquote für emissionsfreie Neuzulassungen je Hersteller vorschreibt, und auch dort gibt es eine staatliche Kaufprämie für E‑Autos. Außerdem sind infolge des Nahost-Konflikts natürlich auch die Ölpreise gestiegen, was Verbrenner in den Augen vieler Käufer unattraktiver macht.
Quellen: Reuters – Europe EV sales outpace forecasts as BEV share hits 30.5% / Reuters – High oil prices, subsidies and affordable models rev up European EV sales / ICCT – Electric cars are 33% cheaper to drive than gasoline, while electric trucks approach cost parity with diesel








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