E.ON Chef Thon baut Energiekonzern um

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E.ON

Iris Martinz
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Seit 1. April 2021 ist Filip Thon Vorsitzender der Geschäftsführung von E.ON Energie Deutschland. Im Interview mit MO/OVE gibt er Einblicke in die neue strategische Ausrichtung des Energiekonzerns in Richtung Elektromobilitätsanbieter.

Nach seiner Ansicht sei die Elektromobilität endgültig in der Masse angekommen, E-Autos würden gekauft, die Zulassungszahlen stark steigen. Die Mehrheit der deutschen Autofahrer könne sich prinzipiell vorstellen, auf ein E-Auto umzusteigen, gerade auch Familien. Dennoch müsse man die Mobilität grundsätzlich neu denken, auch wenn die individuelle Automobilität auch in Zukunft eine große Rolle spielen wird. Vor allem die Flexibilität eines Autos könne keine andere Mobilitätsform leisten, insbesondere in ländlichen Regionen. „Kein Auto ist eben auch keine Lösung„, wie Thon erklärt.

Das wirtschaftliche und operative Disruptionspotential der Elektromobilität beeinflusse jedenfalls nicht nur die Automobilbranche, sondern auch die Energieversorger. „Wir sehen uns mit einer zunehmend kleinteiligeren, vernetzten und komplexeren – zugleich aber auch flexibleren Welt konfrontiert„, führt er aus. E.ON begreife diese Entwicklung aber als Chance, die ungeahnte Möglichkeiten schaffe, neue und spannende Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Auf dem Weg in eine grüne Zukunft müsse es einen Schulterschluss geben zwischen allen Branchen und den Kunden.

E.ON biete seit Ende August diesen Jahres eine umfassende 24/7-Mobilitätsgarantie für E-Fahrer an. Die Garantie springe ein, wenn aufgrund eines unverschuldeten Ereignisses die Akkuladung des E-Autos nicht mehr bis zur nächsten Ladesäule reichen sollte. E.ON organisiere dann unkompliziert den Transport zur nächste Ladegelegenheit. Besonders stolz sei Thon auf den E.ON Drive Booster, eine Schnellladesäule, die ohne Tiefbauarbeiten und Anpassungen des Netzanschlusses aufstellbar sei und gleichzeitig zwei E-Autos mit bis zu 150 kW Leistung laden könne.

Mit seinen Services habe E.ON sowohl Privatkunden als auch Firmenkunden im Blick. Als Anbieter intelligenter Ökostromtarife, um abends und nachts günstiger zu laden, biete man nun auch zeitvariables Laden für Privatkunden. Je nach Verfügbarkeit und Preisentwicklung werde es möglich sein, das Laden und Entladen intelligent zu steuern. Auch an bidirektionalen power2vehicle-Lösungen werde bereits gearbeitet, das E-Auto solle zukünftig im Stehen Geld verdienen. Mit Firmenkunden arbeite man an betrieblichen Ladelösungen, wie beispielsweise aktuell mit BMW, wo eines der größten Ladenetzwerke Deutschlands mit 5.000 Ladepunkten errichtet werde. Ein solches Engagement der Arbeitgeber würden die Arbeitnehmer einer E.ON-Umfrage zufolge heute nicht nur honorieren, sondern gleichsam einfordern.

Die Zukunft der E-Mobilität sieht Thon in einem Ineinandergreifen verschiedener Konzepte. Ein Schlüsselfaktor dabei seien Daten. „Bedürfnisse sind dynamisch und verändern sich stetig„, daher müssten Innovationen in allen Unternehmensbereichen stattfinden, wie er betont. Ein innovatives Mindset helfe in allen Bereichen, um gute Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

Quelle: auto-motor-sport.de – „Kein Auto ist auch keine Lösung“

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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