„Elektromobilität muss bei Hausbau mitgedacht werden“

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Laut Virta-Geschäftsführer Nicolai Woyczechowski muss die Elektromobilität künftig bei der Planung neuer Gebäude stets berücksichtigt werden. „Immobilien werden künftig nicht grundsätzlich anders gestaltet werden, um der Elektromobilität gerecht zu werden, jedoch muss der Strombedarf der E-Fahrzeuge bei der Planung einer neuen Immobilie mitgedacht werden“, sagt der Chef des Ladeplattform-Anbieters im Interview mit dem Fachprotal Immobilienmanager.

Im Immobiliensektor gebe es derzeit zahlreiche positive Impulse hin zu mehr Lademöglichkeiten an und in Gebäuden. „Das merken wir auch daran, dass wir vermehrt Anfragen von Immobilienbestandshaltern und -verwaltern erhalten“, berichtet Woyczechowski. Daher arbeite Virta bereits seit einiger Zeit mit Unternehmen sowohl aus der Bauwirtschaft als auch aus dem Immobiliensektor eng zusammen, um Teil dieser Entwicklung zu sein.

Energiemanagement als Herausforderung

„Herausforderungen beim Ausbau von Ladeinfrastruktur im Immobiliensektor sehen wir vor allem bei der technischen Planung und ganz besonders bei der kosteneffizienten Umsetzung von E-Mobilität“, führt der Experte aus. Zudem stelle das Energiemanagement eine Herausforderung dar, sowie die Gestaltung von einheitlichen und einfach zugänglichen Ladelösungen.

Immobilienentwickler müssten laut Virta-Chef voraussehend planen und den zukünftigen Strombedarf von Gebäuden bereits in der Projektierungsphase richtig bemessen. „Mit dem geeigneten Lastmanagement können TGA-Planer und -Planerinnen Kosten für einen teureren Netzanschluss sowie für aufwendige Netzwerkinstallationen reduzieren. Auch können nachträglich weitere Ladestationen hinzugefügt werden, ohne befürchten zu müssen, dass Netzkapazitäten überschritten werden“, führt er im Interview aus.

Lastmanagement und PV-Anlage als perfekte Kombination

Ladestationen zusammen mit Lastmanagement machten die Energieversorgung von Gebäuden zukunftssicher und kosteneffizient, da teure Investitionen in den Netzausbau überflüssig würden. „Gleichzeitig eignen sich Ladestationen für E-Fahrzeuge ideal in Kombination mit PV-Anlagen, die nun im Zuge der Energiekrise wieder vermehrt wieder Aufmerksamkeit erhalten“, sagt Woyczechowski. Mit Technologien wie Vehicle to Grid (V2G) könne die Stromüberproduktion von Gebäuden vorübergehend in Fahrzeugbatterien gespeichert werden und bei Bedarf wieder rückgeführt werden.

Dass bei der Planung der Infrastruktur für die Elektromobilität viel schiefgehen kann und deshalb Fachleute hinzugezogen werden sollten, darauf verweist auch der jüngst gegründete Bundesverband Beratung neue Mobilität, der sich für einheitliche Standards bei der Umsetzung solcher Projekte stark machen will.

Quelle: Immobilienmanager – „Immobilienentwickler müssen voraussehend planen“

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Daniel Krenzer

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Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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