Hafen Mannheim baut MCS-Lader für Elektro-Lkw auf

Hafen Mannheim baut MCS-Lader für Elektro-Lkw auf
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Upper Rhine Ports

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Mannheimer Energieversorger MVV Energie und die Staatliche Rhein-Neckar Hafengesellschaft Mannheim (HGM) setzen gemeinsam mit der Stadt Mannheim ein wegweisendes Projekt für nachhaltige Logistik und CO₂-Verringerung um: Im Handelshafen entsteht ein moderner Ladepark für Elektro-Lkw, inklusive Laden mit dem besonders flotten Megawatt-Standard. Mit der Vertragsunterzeichnung zwischen MVV und HGM wurde die Grundlage für das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 3,2 Millionen Euro geschaffen, das durch die L-Bank gefördert wird.

Der MVV E-Lkw-Ladepark im Mannheimer Hafen orientiere sich an den Bedürfnissen der ansässigen Logistikunternehmen, heißt es in zugehöriger Pressemitteilung. Er wird öffentlich zugänglich sein und trägt zur Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs sowie zur Weiterentwicklung des Hafens als nachhaltiges Umschlagszentrum bei.

„Mit dem MVV E-Lkw-Ladepark bieten wir den Unternehmen im Hafengebiet eine umweltfreundliche und zukunftsweisende Transportlösung. Die Elektrifizierung der ‚letzten Meile‘ ist ein wichtiger Schritt für die Verkehrswende im Schwerlastverkehr in Mannheim und der Region“, betont Uwe Köhn, Hafendirektor der HGM, bei der Vertragsunterzeichnung.

Beitrag zu CO2-Verringerung und nachhaltiger Logistik

Die Bundesregierung strebt an, die Treibhausgasemissionen im Schwerlastverkehr bis 2030 um 55 Prozent zu senken und bis 2045 klimaneutral zu werden. Die EU verfolgt ähnliche Ziele, mit einer angestrebten Verringerung der CO2-Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge um 90 Prozent bis 2040. Ohne Elektrifizierung ist dieses Ziel nicht erreichbar.

„Der MVV E-Lkw-Ladepark im Mannheimer Hafen setzt ein starkes Zeichen für Klimaschutz und nachhaltige Logistik“, sagt Ralf Klöpfer, Vorstand der MVV Energie AG. „Der Hafen bietet mit seiner zentralen Lage und seiner Anbindung ideale Voraussetzungen, um die Elektrifizierung des Güterverkehrs voranzutreiben.“

Der erste Bauabschnitt des Ladeparks umfasst vier Schnellladepunkte: einen Ladepunkt mit einer Leistung von bis zu einem Megawatt (1000 kW) sowie drei Ladepunkte mit jeweils 400 kW Leistung. Mit einer Ladeleistung von 1000 kW können Elektro-Lkw bei hohem Ladebedarf in nur etwa 45 Minuten Strom für eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern nachladen.

Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 geplant, die Inbetriebnahme soll bis Anfang 2027 erfolgen. Anhängig von der Entwicklung der Nachfrage, kann ein zweiter Bauabschnitt mit vier weiteren Ladepunkten realisiert werden. Die MVV-Tochtergesellschaft MVV Regioplan übernimmt Planung und Bau des Ladeparks, während Investition und Betrieb bei der MVV Energie AG liegen. Der E-Lkw-Ladepark entsteht auf einer rund 2500 Quadratmeter großen Fläche an der Werfthallenstraße, einem zentralen Standort im Verkehrsknotenpunkt des Hafens Mannheim.

Innovative Infrastruktur für die Region

Der Ladepark ist speziell darauf ausgerichtet, große und schwere E-Lkw einfach und effizient zu laden, ohne dass die Anhänger abgekoppelt werden müssen. Eine Durchfahrtsmöglichkeit in den Ladebuchten erleichtert das Manövrieren, sodass mühseliges Rangieren entfällt. „Wir planen den Ladepark flexibel und nachfrageorientiert. Der zweite Bauabschnitt wird in enger Abstimmung mit den Unternehmen im Hafen realisiert“, erklärt Daniel Jung, Geschäftsführer der MVV Regioplan.

Der Bau des MVV E-Lkw-Ladeparks ist nicht das erste gemeinsame Vorhaben von MVV und HGM. Bereits im November 2024 wurden vier öffentliche Schnellladepunkte im Hafengelände eröffnet. Zudem hat die MVV-Tochter MVV Enamic zehn nicht-öffentliche Normalladepunkte für Mitarbeitende der Hafengesellschaft und benachbarte Unternehmen errichtet.

Quelle: MVV Energie – Pressemitteilung vom 24.11.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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