Deutscher Zulieferer zieht nach Fords Elektro-Rückzieher vor Gericht

Deutscher Zulieferer zieht nach Fords Elektro-Rückzieher vor Gericht
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Ford

Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Der deutsche Automobilzulieferer Swoboda aus dem Allgäu verklagt seinen Partner Nexteer Automotive, nachdem offenbar die Pläne für eine neue Generation an Elektro-Pickups des US-amerikanischen Automobilherstellers Ford auf Eis gelegt worden sein sollen. Swoboda sollte dafür Teile liefern, wie die Automobilwoche berichtet, könnte es dabei um Komponenten für die Elektroantriebe der Pickups gehen.

Eigenen Angaben zufolge hat das Allgäuer Unternehmen bereits etwa 2,6 Millionen Euro in Werkzeuge und Maschinen investiert, um diesem Auftrag gerecht zu werden. Doch dann habe Nexteer den Vertrag „plötzlich und einseitig“ beendet, zitiert das Fachmedium aus der Klageschrift. Und das etwa ein Jahr nachdem der Vertrag unterschrieben worden sei. Das Unternehmen aus Michigan ist wiederum Zulieferer für Ford in den USA. Auf Anfrage hin wollte sich Nexteer dem Text zufolge nicht zum Streit mit dem deutschen Unternehmen äußern.

Dies sei nicht die erste Klage rund um ausfallende Aufträge bei Elektromobilitäts-Projekten in den USA, schreibt die Automobilwoche weiter. „Zuletzt verklagte Valeo den Zulieferer American Axle, nachdem Stellantis ein elektrisches Ram-Projekt gestoppt hatte“, ist dort zu lesen. Der Absatz von Elektrofahrzeugen in den USA liege weit hinter den Erwartungen zurück, was nicht zuletzt auch auf eine die Elektromobilität eher ablehnenden Regierung unter US-Präsident Donald Trump zurückzuführen sein dürfte.

Produktion des F-150 Lightning ruht weiter

Auch Ford selbst wollte sich bislang offenbar nicht äußern. Mit dem F-150 Lightning hat Ford zwar einen Elektro-Pickup im Portfolio, die Produktion steht aber seit einiger Zeit still und es ist derzeit unklar, ob sie überhaupt wieder aufgenommen wird. Pickups sind in den USA eine weitaus beliebtere Fahrzeuggattung als beispielsweise in Deutschland.

Steven Wybo, Senior Managing Director bei der Beratung Riveron, geht als Experte davon aus, dass noch einige vergleichbare Klagen folgen könnten. Vor allem für kleinere Zulieferer könne es schnell existenzbedrohend werden, wenn sicher geglaubte Aufträge dieser Größenordnung plötzlich wegfallen würden, wie es derzeit in der Elektromobilität immer wieder der Fall sei. „Wir stecken mitten drin. Es wird eher schlimmer als besser. Jeder OEM überprüft gerade seine Produktstrategie“, stellt Wybo fest.

Quelle: Automobilwoche – Ford kippt Elektropläne – deutscher Zulieferer klagt vor US-Gericht

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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