ADAC Pannenstatistik: Elektroautos deutlich zuverlässiger als Verbrenner

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Michael Neißendorfer
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Welche Autos sind besonders zuverlässig oder fehleranfällig? Um diese Frage beantworten zu können, hat der ADAC in seiner Pannenstatistik 2026 die Pannendaten der zulassungsstärksten Fahrzeuge in Deutschland untersucht, und analysiert, welche Modelle wie oft liegen blieben und warum.

Generell gilt, dass die Pannenwahrscheinlichkeit höher wird, je älter das Fahrzeug ist. Dieser Trend hat sich in den vergangenen Jahren jedoch abgeschwächt: Ein zehn Jahre altes Fahrzeug hatte im Jahr 2015 noch eine Pannenwahrscheinlichkeit von 6,5 Prozent – 2025 waren es nur noch 3,1 Prozent. Gleichzeitig lag das Durchschnittsalter der im vergangenen Jahr von Pannen betroffenen Fahrzeuge im Schnitt bei knapp 14 Jahren. Der Umstand, dass die zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland immer älter werden, sorgt dennoch dafür, dass die reine Zahl der Pannenhilfeeinsätze des ADAC im vergangenen Jahr gestiegen ist: Die Gelben Engel waren fast 3,7 Millionen Mal im Einsatz, was eine Steigerung um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet, so der Automobilclub in einer aktuellen Mitteilung.

Elektroautos sind weiterhin über alle Altersklassen hinweg erheblich zuverlässiger als Verbrenner. Besonders gut lasse sich das an der sogenannten Pannenkennziffer (PKZ) erkennen, so der ADAC. Diese sagt aus, wie viele Pannenfälle pro 1000 Fahrzeuge auftreten. Ein vier Jahre altes Elektroauto wies 2025 eine PKZ von 6,5 auf, gleich alte Verbrenner lagen schon bei 12,5. Der Grund dafür ist, dass in einem Elektroauto deutlich weniger verschleißanfällige Teile verbaut sind. Typische Fehlerquellen beim Verbrenner sind etwa Elemente des Antriebsstrangs oder das Kraftstoffsystem.

Die mit Abstand häufigste Ursache für Einsätze der Pannenhilfe – egal ob E-Auto oder Verbrenner – ist ein Defekt der 12-Volt-Batterie. Fast die Hälfte aller Fälle gehe darauf zurück. Bei Elektroautos gebe es darüber hinaus einen auffälligen Anteil der Pannenfälle in Bezug auf das Bordnetz. Hier ist die Pannenkennziffer (1,1) etwas höher als bei Verbrennern (0,9), was ADAC Experten auf die kompliziertere Bordelektronik bei E-Autos zurückführen.

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Einige Fahrzeugmodelle sind unabhängig von ihrem Zulassungsjahr besonders zuverlässig. Bei den dreijährigen Autos sind der BMW i3 (PKZ 0,4) und das Tesla Model 3 (0,7) die zuverlässigsten Vertreter – betrachtet man nur die Verbrenner, sind abermals der Mini und der BMW X2 (beide 0,8) als sehr pannenarm zu vermerken.

Die Pannenstatistik zeigt aber auch, dass einige Fahrzeuge auffällig häufig liegenbleiben. Dazu gehört nach wie vor der Toyota C-HR, der in zahlreichen Jahrgängen zu den unzuverlässigsten Fahrzeugen seiner Klasse zählt. Gleiches gilt für die Modelle RAV4, Yaris (Cross) und Corolla des japanischen Herstellers. Bei den Elektroautos fallen die vergleichsweise hohen Pannenzahlen des Hyundai Ioniq 5 auf, bei dem es ein offenkundiges Problem mit einem Bauteil der Stromversorgung gibt, der Integrated Charging Control Unit (ICCU).

In der ADAC Pannenstatistik werden die Pannen von 158 Fahrzeugmodellen von 27 Herstellern erfasst. Es werden nur Baureihen berücksichtigt, die in mindestens zwei Jahren zwischen dem ersten und zehnten Jahr mehr als 7000 zugelassene Fahrzeuge im Bestand laut Kraftfahrtbundesamt aufweisen.

Quelle: ADAC – Pressemitteilung vom 23.04.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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