ElectroFleet, ein Anbieter integrierter „Charging-as-a-Service“-Lösungen für elektrische Lkw-Flotten, und der bayerische Batteriespeicherhersteller Fenecon arbeiten künftig enger zusammen. ElectroFleet will zunächst 40 MWh Speicherkapazität auf Basis des Fenecon XL einsetzen. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über eine Projektpipeline für weitere 100 MWh.
Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, sollen die Speicher vor allem an zwei Stellen zum Einsatz kommen: in Kundendepots und an öffentlichen Ladehubs für Elektro-Lkw. In Depots sollen die Batteriespeicher vor allem dort helfen, wo die vorhandene Netzanschlussleistung nicht ausreicht, um alle Fahrzeuge mit der gewünschten Leistung zu laden. Die Batterie kann Leistung zwischenspeichern und bei Bedarf zusätzlich bereitstellen. So lässt sich zusätzliche Ladekapazität erschließen, auch wenn ein Ausbau des Netzanschlusses kurzfristig nicht möglich oder wirtschaftlich wenig attraktiv ist.
Der zweite Einsatzbereich sind öffentliche Ladeplätze für Elektro-Lkw. ElectroFleet baut ein eigenes Ladenetz mit CCS- und MCS-Anschlüssen auf. Dort sollen die Speicher hohe Ladeleistungen unterstützen und zugleich Lastspitzen am Netzanschlusspunkt abfedern. Die Speicher sollen allerdings nicht nur technische Engpässe lösen, sondern auch Teil des Energiemanagements von ElectroFleet werden. Das Unternehmen ist lizenzierter Stromversorger und betreibt ein bundesweites virtuelles Kraftwerk. Dabei werden Stromerzeugung aus Photovoltaik und Windkraft, Speicherung, Stromhandel und das Laden der Fahrzeuge miteinander verknüpft.
Intelligentes Energiemanagement spart Geld
Ziel ist es unter anderem, Ladevorgänge stärker an Strompreise und lokale Erzeugung anzupassen. Verbrauch soll möglichst aus teuren Zeitfenstern verschoben und lokal erzeugter Solarstrom besser genutzt werden. Für Flottenbetreiber kann dies die Energiekosten senken und zugleich die verfügbare Anschlussleistung effizienter nutzbar machen.
Fachlich ist der Ansatz vor allem für Standorte mit stark schwankenden Lastspitzen interessant. Gerade beim Laden schwerer Elektro-Lkw sind hohe Leistungen erforderlich, aber nicht zwingend dauerhaft. Batteriespeicher können solche Spitzen abfangen und dadurch vorhandene Netzanschlüsse besser auslasten. Einen grundsätzlich notwendigen Netzausbau ersetzen sie allerdings nicht, wenn dauerhaft sehr hohe Leistungen benötigt werden.
Der Entscheidung für Fenecon sei ein Feldtest des XL-Speichers am ElectroFleet-Standort in Bielefeld vorausgegangen. ElectroFleet-Gründer und Geschäftsführer Mark Hellmann Regouby erklärte, man habe zuvor Produkte verschiedener Batteriehersteller eingesetzt. Fenecon habe dabei die technische Verfügbarkeit und Leistung geboten, die für die eigenen Betriebsbedingungen erforderlich seien. Fenecon-Gründer und Geschäftsführer Franz-Josef Feilmeier sieht insbesondere die Kombination aus Energieerzeugung, Speicherung, Handel und Laden als passenden Anwendungsfall für den Industrial XL.
ElectroFleet will mit seinem Modell die Elektrifizierung von Lkw-Flotten als Dienstleistung anbieten. Kunden sollen nach Verbrauch zahlen können, statt die gesamte Ladeinfrastruktur selbst vorfinanzieren zu müssen. Neben Depotlösungen baut das Unternehmen zudem ein öffentliches „Charge on Route“-Netz entlang wichtiger Logistikkorridore auf.
Quelle: ElektroFleet und Fenecon – Pressemitteilung vom 21. September 2026









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