eCap Marine: Mit Wasserstoff übers Wasser

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eCap Mobility

Wolfgang Plank
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Auch die Schifffahrt soll umweltfreundlicher werden. Auf diese Herausforderung haben nun das Unternehmen Hybrid Port (HPE) und der maritime Geschäftsbereich von eCap Mobility reagiert. Wie es in einer Mitteilung heißt, bündeln die Tochtergesellschaft des Hamburger Schiffszulieferers Becker Marine Systems und der Anbieter für Lösungen im Bereich E-Mobilität ihre Kompetenzen und wollen künftig als „eCap Marine“ auf dem Markt präsent sein.

Am Firmensitz Winsen (Luhe) will das Unternehmen in den vier Geschäftsbereichen professionelle Schifffahrt, Freizeitschifffahrt, Hafentechnik und Energietechnik ein breites Portfolio technologischer Lösungen für die Nutzung umweltfreundlicher Energiequellen angeboten werden. Zu diesen gehören Flüssigerdgas (LNG), Methanol, Ammoniak und Wasserstoff. „Mit unserem langjährigen Know-how können wir auf den Bedarf, den die Schifffahrt hier künftig haben wird, nun mit vereinten Kräften antworten“, sagt Lars Ravens, Geschäftsführer von eCap Marine.

Der Fokus liege dabei auf Brennstoffzellen in Verbindung mit Batterien, heißt es. Dabei könnten die Becker PowerPacs auch mit den auf der umweltfreundlichen LFP-Technologie (Lithium Ferro Phosphate) basierenden Systemen „Compact Battery Rack“ (COBRA) von Becker Marine Systems bestückt werden. Da die Technik im Freizeitbereich nicht dem hohen Zertifizierungsanspruch der gewerblichen Schifffahrt genügen müsse, könnten die Produkte hier preiswerter, aber trotzdem mit allen Sicherheitsansprüchen angeboten werden.

Kleine und mittelgroße Küsten-, Binnen- oder Hafenschiffe würden von eCap Marine entsprechend umgebaut oder bei einem Neubau unterstützt. Auch bei Privatbooten oder Jachten sei eine nachträgliche Hybridisierung möglich. „Wir können ganze Motoren mit Steuerungselektronik liefern, zudem die Energietechnik und sogar die Brennstoffzellen nebst Tanktechnik – und das alles inklusive Wartung, Service und Reparatur der entsprechenden Komponenten“, sagt Ravens. Schadstoffemissionen, etwa von Schwefeldioxid, Feinstaub und Stickstoffoxiden, wie sie sonst beim Betrieb eines Schiffes anfielen, würden so vermieden oder deutlich reduziert.

Ein Projekt von eCap Marine soll noch im ersten Quartal des Jahres umgesetzt werden, ein weiteres Projekt bis zum Sommer. In beiden Fällen geht es nach Unternehmensangaben darum, den Antrieb von sich bereits im Einsatz befindlichen Schiffen im küstennahen und im Binnenbereich auf Wasserstoff-Batterie-Hybrid umzuwandeln. Vom Bund und von der EU würden solche Projekte derzeit sowohl in der Binnen- als auch in der Hafen- und Küstenschifffahrt finanziell gefördert.

Darüber hinaus setze sich eCap Marine dafür ein, die mobile Landstromversorgung in deutschen und europäischen Häfen zu etablieren, heißt es. Ravens: „Dieses Projekt entwickelt sich aktuell an vielen Orten positiv, oft steht nur noch die Entscheidung der lokalen Regierung aus, damit die jeweiligen Häfen hier investieren dürfen.“

Quelle: eCap: – Mitteilung vom 4. Mai 2021

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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