E-Anteil bei Volvo steigt auch wegen sinkender Verkäufe

E-Anteil bei Volvo steigt auch wegen sinkender Verkäufe
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Volvo hat zwischen August und Oktober weltweit 48.660 reine Elektroautos verkauft, 27 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit ist der batterieelektrische Antrieb das einzige Segment im Portfolio der Schweden, das zulegt. Der Gesamtabsatz fiel parallel um 16 Prozent auf 141.656 Autos, nach 168.967 Einheiten ein Jahr zuvor. Der Elektro-Anteil liegt nun bei 34 Prozent.

Dieser Wert ist auch eine Folge des schrumpfenden Gesamtvolumens. Auf Basis der Vorjahreszahlen lag der Anteil der Stromer damals bei knapp 23 Prozent der Verkäufe. In absoluten Zahlen stehen rund 10.300 zusätzliche E-Autos einem Gesamtminus von gut 27.300 Einheiten gegenüber. Eine Aufschlüsselung des Elektro-Wachstums nach Regionen enthält die Mitteilung nicht.

Deutlich schwächer entwickelten sich die Plug-in-Hybride. Ihr Absatz sank um 30 Prozent von 41.294 auf 28.857 Einheiten, ein Minus von rund 12.400 Autos. Das Wachstum bei den reinen Stromern reicht damit nicht aus, um diese Lücke zu schließen. Zusammengenommen kommen die elektrifizierten Modelle, wie Volvo E-Autos und Plug-in-Hybride bündelt, auf 77.517 Verkäufe und liegen drei Prozent unter Vorjahr. Ihr Anteil am Gesamtabsatz kletterte gleichzeitig von rund 47 auf 55 Prozent.

Gemessen an der Stückzahl schrumpfte das Geschäft mit Mildhybriden und Verbrennern noch spürbarer. Hier gingen die Verkäufe um 28 Prozent von 89.282 auf 64.139 Autos zurück. Das entspricht rund 25.100 Einheiten weniger als vor einem Jahr. Bereits im dritten Quartal, also von Juli bis September, war Volvos Absatz um 10,7 Prozent gesunken, woraufhin der Hersteller seine Jahresprognose zurückgezogen hatte.

China und USA bremsen den Absatz spürbar

Als Ursache für den Rückgang nennt Volvo vor allem die Lage in einzelnen Regionen. In China würden zunehmender Wettbewerbsdruck durch lokale Anbieter und ein schwaches makroökonomisches Umfeld die Nachfrage weiter belasten. In den USA wirkten sich nach Unternehmensangaben eine Verbraucherstimmung auf Rekordtief sowie die Abschaffung von Förderungen für Elektro- und Plug-in-Hybridautos negativ aus. Chief Commercial Officer Erik Severinson kündigte an, sich in China an die geringere Nachfrage anzupassen und darauf zu konzentrieren, „das Geschäft zu stabilisieren, anstatt nach Absatzzahlen zu streben“. Für den US-Markt setze Volvo auf das aktualisierte Portfolio aus Mild- und Plug-in-Hybriden.

Anders stellt sich die Situation in Europa dar, wo der Trend zur Elektrifizierung laut Volvo weiter an Fahrt aufnimmt. Severinson zufolge ist die zugrunde liegende Nachfrage nach den vollelektrischen Modellen dort „weiterhin stark, insbesondere nach dem EX60, bei dem die Bestellungen bereits 50.000 Fahrzeuge übersteigen“. Zum Vergleich: Über alle Elektromodelle hinweg verkaufte Volvo im Berichtszeitraum weltweit 48.660 Autos. Die Auslieferungen des EX60 bremse derzeit allerdings der laufende Produktionshochlauf. Man steigere die gebauten Stückzahlen aber stetig, so der Manager.

Der Absatzrückgang hinterlässt Spuren in den Finanzen. Für das dritte Quartal weist Volvo einen Verlust von rund 337 Millionen Euro aus. Ende September hatte das Unternehmen einen Einstellungsstopp verkündet, Mitte Oktober folgte die Ankündigung, 2500 Stellen abzubauen, davon rund 2000 in Schweden. Darüber hinaus will der Hersteller bei indirekten Kosten und variablen Ausgaben sparen, bis Ende 2027 sollen die indirekten Kosten fast ein Viertel unter dem Niveau von 2024 liegen.

Gleichzeitig bereitet Volvo eine Modelloffensive vor, die den Absatztrend umkehren soll. Bis 2030 sind 13 neue Modelle geplant. Für 2027 kündigt der Hersteller drei Neuvorstellungen an, darunter zwei speziell für China entwickelte Autos. Hinzu kommt mit dem EX50 ein neues batterieelektrisches Volumenmodell für Europa.

Umsetzen wird diesen Kurs bald ein neuer Vorstandschef. Der befristete Vertrag von Håkan Samuelsson, den Volvo 2025 an die Spitze zurückgeholt hatte, läuft im kommenden Jahr aus. Nachfolger wird der bisherige Škoda-Chef Klaus Zellmer. Ob er die beschlossenen Maßnahmen fortführt oder eigene Akzente setzt, ist offen.

Quelle: Volvo – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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