Erster E-Traktor mit EU-Zulassung kommt aus der Schweiz

Erster E-Traktor mit EU-Zulassung kommt aus der Schweiz
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Rigitrac

Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Der erste Elektrotraktor, der seit 2021 eine europäische Zulassung hat, stammt aus dem Schweizer Familienbetrieb Rigitrac Traktorenbau. Der kleine, wendige Traktor erhielt im Januar mit dem Watt d’Or vom Bundesamt für Energie (BFE) den wichtigsten Energiepreis seines Heimatlandes.

Der Traktor mit dem Namen SKE 40 wurde von der Familie Knüsel im Kanton Schwyz in der Zentralschweiz entwickelt. Firmengründer Sepp Knüsel, der in den 1970er Jahren Traktorbauer wurde und den Betrieb gründete, sah die Debatte um den Klimawandel und Treibhausemissionen, von denen rund 15 Prozent der Landwirtschaft anzulasten sind, als Anlass, etwas zu bewegen. Als die ersten Elektroautos auf den Straßen rollten, begann er, an einem eigenen Motor für Traktoren zu tüfteln.

Leuchtturmprojekt für Kleinbetriebe

Innerhalb von sieben Jahren entstand aus der Idee der erste Elektrotraktor. Die Laudatoren bei der Verleihung des Energiepreises sprachen von einem Leuchtturmprojekt dafür, dass auch kleinere Betriebe technologische Innovationen vorantreiben können.

Für den ersten Elektrotraktor musste der kleine Betrieb quasi alles neu entwickeln, weil es weder passende Motoren noch Batterien gab, die leicht, leistungsstark und frosttauglich waren. Gegenüber großen Konzernen, in denen jedes Risiko mehrfach geprüft werde, sei der Familienbetrieb mit 45 Angestellten viel schneller und flexibler, erklärte Sepp Knüsel.

Förderung für E-Traktoren erst seit 2025

„Um unseren E-Traktor trotzdem entwickeln zu können, haben wir viel Mut und Kredit gebraucht“, ergänzte er, denn im Gegensatz zur Europäischen Union sei die Förderung in der Schweiz, wo Elektrotraktoren erst seit 2025 förderfähig sind, spät gekommen.

Der kleine Elektrotraktor, dessen Batterie je nach Einsatz rund sechs Stunden hält, kommt vor allem bei leichten Feldarbeiten zum Einsatz oder etwa beim Mähen von Parkwiesen. In der EU wurden bisher erst wenige der Elektrotraktoren verkauft. Viele Landwirte zeigen sich bisher zögerlich, während Städte und Kantone zu den Hauptkunden zählen. Um die Klimaziele zu erfüllen, nehmen sie oftmals die Mehrkosten in Kauf, die nicht unerheblich sind, denn ein ähnlich leistungsstarker Diesel-Traktor kostet mit 70.000 bis 90.000 Franken (ca. 77.380 bis 99.500 Euro) nur etwa halb so viel wie der Elektrotraktor.

Sorge um Konkurrenz aus China

Dem Firmengründer bereitet mit dem Blick in die Zukunft vor allem die Konkurrenz aus Asien Sorgen, die bald günstigere Modelle auf den Markt bringen könnte. Knüsel fordert daher von der Politik bessere Rahmenbedingungen, „damit lokale Produzenten wie wir nicht verdrängt werden“. Stärkere Kaufanreize, etwa direkte Zuschüsse, steuerliche Vergünstigungen und Förderprogramme, könnten seiner Ansicht nach dazu beitragen, dass mehr Landwirte die elektrischen Traktoren ausprobieren.

Von einer künftigen Förderung könnte vielleicht noch das neueste Projekt des Traktorenbauunternehmens profitieren, denn Knüsel und seine Familie arbeiten derzeit an einem großen Elektrotraktor, der lange Arbeitstage meistern kann und es dabei schafft, tonnenschwere Maschinen zu ziehen.

Quelle: Die Zeit – Eine Familie in Küssnacht hat den ersten Elektrotraktor entwickelt, der in der EU zugelassen ist.

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