Günstige E-Autos? Es gibt sie, aber…

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Fiat

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
  —  Lesedauer 3 min

VW ID. Polo, Renault 5, Leapmotor T03 und der knuffige Hyundai Inster – keine Frage, die Preise der aktuellen Elektrokleinwagen gehen nach unten und immer mehr auf Niveau eines vergleichbaren Verbrenners. Doch während Autohersteller stolz auf die vermeintlich günstigen E-Mobile sind, bleiben die Preise für viele Interessenten dennoch viel zu hoch.

Der Fiat 500 ist seit seiner Premiere im Jahr 2007 einer der erfolgreichsten Kleinwagen in Europa. Rundlich, charmant, kompakt und einfach schick anzuschauen. Zugegeben war der 51 kW / 69 PS starke Vierzylinder keine Idealbesetzung für längere Touren am Wochenende, aber man konnte – wenn man nur wollte. Kurze Tankstopps inklusive und drei sehenswerte Ausstattungspakete mit zwölf Lackierungen, 15 Innenfarben, neun Felgendesigns und 19 Aufkleber für die besondere Individualisierung gab es auch noch dazu. Die Preise für die Fiat-500-Modelle: alle unter 15.000 Euro, beim Händler stand der Italo-Traumwägelchen noch vor zehn Jahren oftmals unter 12.000 Euro – neu. Der aktuelle Fiat 500 E in der Ausstattungsvariante Pop kostet mit seinem 95-PS-Elektromotor und der winzigen 24-kWh-Version mindestens 25.000 Euro – mit der stärkeren Variante 113-PS-Variante mit immerhin einem 42-kWh-Akku sind es bereits 30.000 Euro. Der Einstiegs-Hybrid-Benziner ist heute ab 17.000 Euro zu haben.

Der Hyundai i10 ging weniger stylish keinen anderen Weg. Ein durchweg solider Kleinwagen mit viel Platz auf kleinem Raum kostete lange Jahre kaum mehr als 11.000 Euro – Händlerpreise oftmals unter der 10.000-Euro-Marke. Heute ist der Hyundai i10 noch immer im Programm. Zu Preisen ab bereits üppigen 17.000 Euro – mehr Technik, mehr Sicherheit und mehr Ausstattung kosten eben. Doch der Unterschied zum zugegeben trendigeren Hyundai Inster ist stattlich, denn der startet bei über 24.000 Euro.

Umweltbonus drückt die Preise im Elektro-Einstiegssegment

Ganz ähnlich sieht es beim bekannten Opel Corsa aus, denn hier steht die Benzinerversion ab 23.000 Euro der mindestens 30.000 Euro teuren Basisvariante des elektrischen Corsa E mit 100 kW / 136 PS gegenüber. Volkswagen lässt seinen benzinbetriebenen Polo mit schmalen 59 kW / 80 PS bei 20.135 Euro beginnen. Der elektrische ID Polo kostet gerade erst vorgestellt bereits in der schmalen Basisversion mindestens 25.000 Euro. Aktuell wird insbesondere die sogenannte Launch Edition beworben – doch üppige 155 kW / 211 PS und eine standesgemäße Ausstattung haben neben einer zeitgemäßen Reichweite von 450 Kilometern ihren Preis: 36.000 Euro – für einen sportlichen Polo mit Stecker. Der coole Renault 5 macht es kaum besser – Startpreis: 28.000 Euro.

Fraglos macht die Elektroprämie viele Steckermodelle für wechselfreudige Interessenten spürbar interessanter und drückt aus Kundensicht effektiv die Preise. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ein Kleinwagen für viele potenzielle Kunden keine 20.000 oder 25.000 Euro kosten darf. Daher fahren viel Nutzer ihre Gebrauchtwagen einfach weiter, und so erklärt sich auch ein durchschnittliches Alter der Fahrzeuge auf deutschen Straßen von mehr als zehn Jahren. Wirklich günstige Neuwagen gibt es fast keine mehr. Schon gar nicht mit Stecker.

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Immerhin sind Modelle wie ein Dacia Spring, der kommende Renault Twingo oder ein Leapmotor T03 auch ohne die entsprechenden Prämien für deutlich unter 20.000 Euro zu bekommen, mit Prämie dann günstiger als quasi alle Benziner. Doch viele dieser Elektromodelle sind mit kleinen Akkus bestückt, die die Reichweite nicht nur im kalten Winter unter die 200-Kilometer-Marke drücken. Das ist vielen Autofahrern für einen Neuwagen zu diesem Preis einfach zu wenig, denn bisweilen soll es eben auch mit dem vermeintlichen Cityauto am Wochenende auf größere Fahrt gehen.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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