Deutschland will während EU-Ratspräsidentschaft die E-Mobilität voranbringen

Deutschland will während EU-Ratspräsidentschaft die E-Mobilität voranbringen
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Michael Neißendorfer
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Deutschland will seine EU-Ratspräsidentschaft auch dafür nutzen, um den Wandel zur E-Mobilität zu beschleunigen. Im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft fand vor wenigen Tagen die virtuelle Konferenz „Turning the page: the next chapter for electric road transport“ zur Lade- und Wasserstofftankinfrastruktur statt. Über die Anforderungen einer europaweit verlässlichen und nutzerfreundlichen Infrastruktur diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der EU-Kommission, der EU-Mitgliedstaaten, von europäischen Interessenvertretungen und der Industrie.

Damit der Umstieg auf alternative Antriebe und Kraftstoffe gelingt, braucht es eine Tank- und Ladeinfrastruktur, die interoperabel, nutzerfreundlich und technologisch auf dem neuesten Stand ist. Dazu braucht es Regelungen, die das Auffinden von Ladeinfrastruktur in allen EU-Mitgliedstaaten und eine einfache Authentifizierung ermöglichen sowie Preistransparenz und einheitliche Bezahlsysteme sicherstellen. Nur dann sind Verbraucher auch bereit auf die Elektromobilität umzusteigen, so das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in einer aktuellen Mitteilung.

Die Ergebnisse der Diskussion wird das BMVI an die EU-Kommission zusammenfassen und damit Empfehlungen für die anstehende Revision der Richtlinie 2014/94/EU über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFID) einbringen. Deutschland will mit einem New Mobility Approach europaweit Verkehre auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausrichten und durch Zukunftsinvestitionen gleichzeitig Wirtschaft, Unternehmen und Arbeitsplätze in der EU zukunftssicher machen.

„Allein mit der Elektrifizierung des Verkehrs können wir Millionen Tonnen an CO2 einsparen. Zwingende Voraussetzung hierfür ist ein gut ausgebautes und grenzüberschreitendes Ladenetz in Europa, das unkompliziertes und schnelles Nachladen garantiert. Neben dem Netzaufbau haben wir insbesondere in puncto Kundenfreundlichkeit noch einiges vor: Wir wollen ein europaweit einheitliches Bezahlsystem fürs Stromladen und Wasserstofftanken.“ – Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Klaus Bonhoff, Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesverkehrsministerium und langjähriger Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW), sagte Tagesspiegel Background anlässlich der Konferenz, dass der Aufbau von Wasserstofftankstellen für alle EU-Staaten Pflicht werden soll. Das sei in den bisherigen AFID-Richtlinien nicht vorgesehen. Auch bei der Ladeinfrastruktur für Elektroautos soll es in Europa künftig schneller und organisierter vorangehen. Die neue AFID-Richtlinie soll den Aufbau eines europaweiten Schnellladenetzes mit mindestens 150 Kilowatt Leistung vorschreiben. Für Lkw seien sogar Ladeleistungen im Megawatt-Bereich geplant, so Tagesspiegel Background.

Außerdem wolle Deutschland während seiner Ratspräsidentschaft die Einführung eines europaweit einheitlichen Bezahlsystems an Ladesäulen in die Wege leisten. „Und beim E-Roaming brauchen wir eine Regulierung, die sicherstellt, dass kein Betreiber oder Nutzer diskriminiert wird oder unangemessen viel zahlen muss“, sagte Bonhoff dem Tagesspiegel. „Jeder Nutzer sollte überall mit seinem Vertrag laden können.“

Quelle: BMVI – Pressemitteilung vom 03.09.2020 // Tagesspiegel – Mehr Schub für Wasserstoffautos

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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