Warum es in Deutschland noch kaum Elektrobusse gibt

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Vor wenigen Tagen war die internationale Busbranche in Berlin versammelt. Als Kombination aus Fachmesse, Future Forum und bdo-Kongress war die Bus2Bus der Treffpunkt für den Austausch von etablierten Unternehmen mit neuen Akteuren der Mobilitätsbranche. Die Bus2Bus ist nach ihrer erfolgreichen Premiere vor zwei Jahren auf Wachstumskurs: Die Ausstellerzahl ist deutlich gestiegen und die Ausstellungsfläche hat sich mehr als verdoppelt.

Mehr als 100 Aussteller aus 13 Ländern haben ihre Produkte und Dienstleistungen präsentiert, aber auch innovative technologische und digitale Lösungen. Auch der Weltverband IRU (International Road Transport Union) unterstützt die Bus2Bus und nutzte die Veranstaltung, um Schlüsselthemen der Branche auf internationaler Ebene anzusprechen.

„Wie in vielen anderen Branchen, schreitet die Digitalisierung auch in der Busbranche mit großen Schritten voran. Busunternehmer, oder besser Mobilitätsanbieter, und Hersteller stehen heute vor großen Herausforderungen. Jetzt werden die Weichen für Geschäfte der Zukunft gestellt. Die Bus2Bus möchte diesen Prozess aktiv unterstützen und Antworten auf die Zukunftsfragen geben. Wir bieten eine Plattform, die die hohe Innovationskraft der Branche widerspiegelt. Das gibt es so kein zweites Mal. Dass wir damit einen Nerv getroffen haben, zeigt das große Interesse in diesem Jahr.“ – Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin

Gerade in Sachen Elektrobusse hat Deutschland Nachholbedarf, wie etwa Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zuletzt feststellte: Zu viele Elektrobusse deutscher Hersteller seien „noch in der Studienphase, das ist leider ein bisschen spät“. Die Hersteller müssten schneller werden. „Wir haben keine Zeit – und die müssen wir nutzen.“ Die notwendigen Förderprogramme gebe es bereits. Bis zu 80 Prozent der Mehrkosten im Vergleich zu einem herkömmlichen Diesel können damit gedeckt werden.

Viele Städte haben schon die ersten Elektrobusse eingeflottet und wollen bis 2030 sogar fast komplett elektrisch fahren, wie etwa Berlin, Hamburg und München. Doch noch sind Elektrobusse in Deutschland Exoten. Während ihre Zahl in China langsam die 400.000 erreicht, sind es in ganz Europa gerade mal 1500, wie Thibaut Müller sagt, ein Verkehrsexperte der Beratungsgesellschaft McKinsey. Und jeder vierte in Europa verkaufte Elektrobus stamme aus chinesischer Produktion.

Doch beim Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer und Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) heißt es, dass die China-Modelle oft noch nicht ausgereift seien. Und deutsche Hersteller können noch keine hohen Stückzahlen liefern. Eine weitere Herausforderung: Für die in Großstädten riesigen Busflotten muss auch die entsprechende Ladeinfrastruktur erst noch aufgebaut werden.

Quellen: Bus2Bus – Pressemitteilung vom 19.03.2109 / NTV – E-Busse haben eine schweren Stand / Berliner Morgenpost – Scheuer fordert mehr Tempo bei Elektrobussen

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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