DeepDrive steigt mit seinem E-Motor in die Robotik ein

DeepDrive steigt mit seinem E-Motor in die Robotik ein
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DeepDrive

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der Münchner Elektromotorenhersteller DeepDrive will seine Antriebstechnik nicht länger allein in Autos sehen. Geplant ist der Einstieg in die Robotikbranche, den das Unternehmen ausdrücklich als Beginn einer breiteren Öffnung versteht. Die Robotik sei die erste von mehreren Industrien jenseits des Automobils, die DeepDrive ins Visier nimmt. Langfristig verfolgt der Zulieferer den Anspruch, den Standard-Elektroantrieb für jede Branche zu definieren, in der sich etwas bewegt.

Den Zeitpunkt hat DeepDrive nach eigener Darstellung bewusst gewählt. Fortschritte in der Robotik, die zunehmende industrielle Automatisierung und die Elektrifizierung von Bewegung über Branchengrenzen hinweg hätten ein Zeitfenster geöffnet, das es jetzt zu nutzen gelte. Hinzu kommt eine Marktlücke, die das Unternehmen ausgemacht haben will. Wer heute Antriebe für Roboter einkauft, steht laut DeepDrive vor der Wahl zwischen etablierten Industriezulieferern mit großer Produktionskapazität, aber wenig Beweglichkeit, und Technologie-Start-ups, die zwar schnell agieren, jedoch keine Fertigungserfahrung vorweisen können.

Genau dazwischen positioniert sich DeepDrive. Das Unternehmen verweist auf Qualitätssysteme nach Automobilstandard, Vorbereitungen für die Großserienfertigung und einen konsequenten Fokus auf Kosteneffizienz, kombiniert mit dem Tempo eines jungen Unternehmens. Co-CEO Felix Pörnbacher formuliert das Ziel klar: “Einen Standard-Elektroantrieb für die Automobilindustrie und darüber hinaus zu bauen, war unser Ziel, seit wir DeepDrive gegründet haben.” Die Autobranche habe dem Unternehmen etwas gegeben, das sich durch keine Abkürzung ersetzen lasse, nämlich “fünf Jahre Entwicklungsarbeit an den härtesten Qualitäts- und Kostenmaßstäben der Welt”.

Diese Grundlage sei genau das, was Roboterhersteller von einem Antriebslieferanten brauchen. Man könne schnell vorgehen und zugleich dieselbe Sorgfalt in der Umsetzung in die Robotik einbringen, “weil wir glauben, dass jetzt der richtige Moment ist, in diesen Markt einzutreten”. Rückendeckung erhält diese Lesart von Markus Buergin, Partner bei Bain & Company und Berater von DeepDrive. Was das Unternehmen im Automobilbereich geleistet habe, sei “der schwierige Teil”, die Übertragung derselben Technologie auf die Robotik eine angrenzende Expansion, die überproportionalen Wert schaffe: “DeepDrive fängt nicht von vorne an, sondern überträgt ein validiertes Fundament auf einen Markt, der es dringend braucht.”

Ein Motorprinzip, das den Zielkonflikt über Geometrie löst

Technisch setzt DeepDrive auf seinen Dual-Rotor-Radialflussmotor. Bei dieser Bauweise sitzt der Stator zwischen einem inneren und einem äußeren Rotor. Dadurch vergrößert sich die aktive Fläche, die zur Erzeugung des Drehmoments beiträgt, ohne dass Bauraum, Gewicht oder Kosten steigen. Während andere Motorarchitekturen diese Größen gegeneinander abwägen müssen, löst DeepDrive den Zielkonflikt nach eigenen Angaben über die Geometrie.

Für die Robotik ist das relevant, weil eine hohe Drehmomentdichte bei geringem Gewicht und niedrigen Kosten dort zu den zentralen Leistungsanforderungen zählt. In genau dieser Kombination sieht DeepDrive seinen Wettbewerbsvorteil. Im Automobilbereich hat sich die Technik bereits unter anspruchsvollen Bedingungen bewährt: DeepDrive verfügt über eine Seriennominierung durch einen führenden globalen Automobilhersteller sowie laufende Entwicklungsprogramme mit weiteren Herstellern weltweit. Angeboten werden drei serienreife Antriebsvarianten, ein Generator, ein Radnabenantrieb und ein Zentralantrieb.

Erste konkrete Schritte in Richtung Robotik sind bereits erfolgt. DeepDrive hat seine Motortechnik für Aktuatoren in Robotern angepasst, erste Muster entwickelt und nach eigener Aussage deutliches Interesse von Roboterherstellern aus aller Welt erhalten. Auf dieser Basis will der Münchner Zulieferer seine Präsenz im Robotikmarkt mit wachsender Nachfrage ausbauen.

Finanziell steht hinter DeepDrive ein Kreis aus Investoren, darunter Leitmotif mit der Volkswagen AG als Ankerinvestor, BMW i Ventures, Aumovio, UVC Partners und Bayern Kapital. Als strategische Berater fungieren unter anderem Dr. Peter Mertens, früherer Technikvorstand von Audi und Volvo Cars, sowie Peter Hochholdinger, ehemals Vice President of Production bei Tesla, Lucid und Audi. Zu den Kunden und Entwicklungspartnern zählen schon heute Fahrzeughersteller und Robotikfirmen in Europa, den USA und China.

Quelle: DeepDrive – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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