Daimler soll 480 Millionen Dollar Beteiligung an Batterie-Partner Farasis planen

Daimler soll 480 Millionen Dollar Beteiligung an Batterie-Partner Farasis planen
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Michael Neißendorfer
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Daimler wolle sich mit 480 Millionen Dollar (etwa 440 Millionen Euro) am Börsengang seines chinesischen Batterie-Partners Farasis Energy beteiligen, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten. Die finale Entscheidung über die genaue Höhe der Investition sei allerdings noch nicht gefallen, so die drei anonymen Quellen. Mit der Beteiligung wolle Daimler seine Versorgung mit Batteriezellen für Lithium-Ionen-Akkus sicherstellen. Daimler und Farasis wollten sich offiziell nicht zu dem Vorgang äußern.

Daimler hatte im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung entlang der gesamten Wertschöpfungskette bereits im Herbst 2019 eine Nachhaltigkeitspartnerschaft mit Farasis Energy vereinbart. Die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen umfasst die Produktion von Batteriezellen mit Strom aus erneuerbaren Energien ebenso wie das Thema Recycling und die Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette. Dabei setzt Farasis bei der Produktion der Batteriezellen auf Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wasserkraft, Wind- und Solarenergie.

Ein Farasis-Standort in Deutschland, im einstigen Solarvalley in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt, befinde sich derzeit in Planung und soll von Beginn an CO2-neutral ausgerichtet sein. Die Anlage, die im Jahr 2022 mit der Produktion beginnen soll, werde Zellen für die Batteriewerke in Kamenz, Brühl und Sindelfingen liefern. Anschließend sollen Standorte den USA und China folgen. Mit DEKRA wurde auch bereits eine Experten- und Prüforganisation beauftragt, die die Einhaltung der Maßnahmen zu den Umweltstandards zusätzlich überprüft. Im nächsten Schritt soll die Materialvorkette bis zur Rohstoffgewinnung betrachtet werden.

Die Umsetzung des Ziels der Klimaneutralität will Daimler auf weitere Lieferanten ausweiten und als festes Kriterium in bestehende Partnerschaften integrieren. Derzeit befindet sich Mercedes-Benz dazu im Dialog mit weiteren strategischen Partnern. Zudem führt Mercedes-Benz Workshops mit weiteren Material- und Bauteillieferanten durch, um effektive CO2-Reduktionsmaßnahmen zu identifizieren. Darüber hinaus sollen CO2-Ziele zu einem wichtigen Kriterium für Lieferantenentscheidungen und -verträge gemacht werden.

Recycling

Zur Umsetzung der Recycling-Prozesskette und Sicherung des zukünftigen Rohstoffbedarfes für die Elektromobilität beteiligt sich die Daimler AG aktiv an der Forschung und Entwicklung von neuen Recyclingtechnologien. Erkenntnisse zum Recyceln von Lithium-Ionen-Batterien konnten bereits vielfach in verschiedenen Forschungsprojekten und in Zusammenarbeit mit Lieferanten und Entsorgungspartnern gesammelt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse teilt Daimler mit seinen Lieferanten.

Darauf basierend sollen im Rahmen der Nachhaltigkeitspartnerschaft mit Farasis Energy die Recycling-Quoten kontinuierlich erhöht werden. Dabei werden innovative Recyclingkonzepte entwickelt, die eine hochwertige Wiedergewinnung der wertvollen Bauteile bzw. Inhaltsstoffe ermöglichen. Für den Recyclingprozess hat die Daimler AG vier Stufen definiert und entsprechende Prozesse entwickelt: Reuse, Repair, Remanufacturing, ReMat. Ein Beispiel dafür ist das Produktrecycling von Hochvoltbatterien in einem zentralen Aufarbeitungszentrum am Standort Mannheim.

Menschenrechte

Nachhaltigkeit sei eines der Grundprinzipien in der Unternehmensstrategie der Daimler AG und zugleich Maßstab für unternehmerischen Erfolg. Dazu gehört auch die Achtung und Wahrung der Menschenrechte entlang der Lieferkette bis zur Mine. Die Zustimmung zur Offenlegung der Lieferkette ist Voraussetzung für einen Liefervertrag von Batteriezellen bei Mercedes-Benz Cars. Gemeinsam mit seinen Lieferanten arbeitet Daimler intensiv daran, Transparenz über die gesamte Lieferkette herzustellen. Um einen verantwortungsvollen Kobaltbezug sicherzustellen, wurde im Rahmen der genannten Nachhaltigkeitspartnerschaft das Third Party Audit-Unternehmen RCS Global beauftragt, die gesamte Kobaltlieferkette und insbesondere die Schmelzen nach OECD-Standards zu kontrollieren.

Quelle: Reuters — Daimler to invest in Chinese EV battery maker Farasis‘ $480 million IPO: sources // Daimler — Pressemitteilung vom 10.09.2019

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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