Dachser flottet zwölf weitere Elektro-Lkw für den Fernverkehr ein

Dachser flottet zwölf weitere Elektro-Lkw für den Fernverkehr ein
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Es geht Schlag auf Schlag: Der weltweit tätige Logistikdienstleister Dachser, der erst vor wenigen Wochen seinen 100. Elektro-Lkw eingeflottet hat, hat nun bereits zwölf weitere vollelektrische Lkw vom Typ MAN eTGX in Dienst gestellt. Mit den speziellen Ultra-Lowliner-Sattelzugmaschinen könne Dachser seine stetig wachsende E-Lkw-Flotte nun auch im Bereich der Volumentransporte mit sogenannten Megatrailern erweitern.

Diese Einheiten bieten eine um 20 Zentimeter gewachsene Innenhöhe, da die Ladefläche nur knapp 100 Zentimeter über der Straßenoberfläche liegt. Bei gleicher Länge und Breite und einer Gesamthöhe, die weiterhin unter der in Deutschland zulässigen Fahrzeughöhe von vier Metern bleibt, erhöht sich so der verfügbare Laderaum um 8 Kubikmeter. Bei Doppelstockverladung bietet ein so genannter Megatrailer Platz für 67 Euro-Paletten.

„Für Dachser ist dies ein weiterer Schritt hin zur vollen Praxistauglichkeit von E-Lkw im Fernverkehr“, erklärt Stefan Hohm, Chief Development Officer von Dachser, der die elektrischen Neuzugänge persönlich von Dr. Frederik Zohm, Vorstand Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus, entgegennahm. „Wir setzen in unserem europäischen Stückgutnetzwerk bereits seit 2021 komplett auf Trailer mit mehr Innenhöhe, da sie auf Langstrecken wirtschaftlicher und ressourcenschonender sind als Standardauflieger. Dass die Einheiten mit den MAN eTGX Ultra-Lowlinern nun auch vollelektrisch gezogen werden können, bringt uns voran auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Logistik.“

Die zwölf eTGX Lowliner-Fahrzeuge wurden von ihren künftigen Fahrerinnen und Fahrern direkt aus der Produktion von MAN Truck & Bus im Werk München abgeholt und zu ihren deutschen Einsatzstandorten überführt. Zusätzlich ist seit Dezember 2024 ein eTGX in den Niederlanden für Müller Fresh Food Logistics im Einsatz. Der Lebensmittellogistiker gehört seit 2023 zu Dachser.

„Die Wende zu emissionsfreien Antrieben in der Logistik wird Realität“

„Die Tatsache, dass große Logistiker wie Dachser ihre Flotten sukzessive mit Elektro-Lkw ausstatten, zeigt, dass die Wende zu emissionsfreien Antrieben in der Logistik Realität wird. Der MAN eTruck ist mit seinem modularen Batteriekonzept und seiner Anpassungsfähigkeit an alle gängigen Transportanwendungen dafür konzipiert, dass unsere Kunden keine Abstriche gegenüber einem konventionell angetriebenen Lkw machen müssen. Als Ultra-Lowliner-Sattelzugmaschine für Volumentransporte bietet er deshalb bei kürzestem Radstand dennoch das maximale Batterievolumen für rund 500 Kilometer Reichweite“, so Dr. Frederik Zohm im Rahmen der offiziellen Übergabe.

Dachser verfolgt eine langfristige Klimaschutzstrategie und treibt mit dem Fokus auf Effizienz, Innovation und integrativer Verantwortung gemeinsam mit Kunden und Partnern den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Logistik voran. Bereits seit 2015 setzt das Unternehmen batterieelektrische Fahrzeuge in der lokal emissionsfreien Innenstadtbelieferung ein. An drei E-Mobility-Standorten in Deutschland testet der Logistikdienstleister schwerpunktmäßig emissionsfreie Lkw für die Stückgutlogistik, sowie und das Zusammenspiel von Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern, intelligenten Ladesystemen und Ladeinfrastruktur. Inklusive der zwölf neuen MAN eTGX sind mittlerweile mehr als 120 E-Lkw für Dachser europaweit im Nah- und Fernverkehr im Einsatz.

Technologische Innovation als Schlüssel

Der Ultra-Low-Liner eTruck MAN eTGX ist ein Vorreiter seiner Klasse: Mit einer Aufsattelhöhe von nur 950 mm, bei einem sehr kurzen Radstand von 3,75 Metern und dennoch maximaler Batteriekapazität bietet er eine Reichweite von rund 500 Kilometern. So eignet er sich perfekt für Einsätze, bei denen maximales Ladevolumen bis drei Meter Innenhöhe entscheidend sind.

Dank seines modularen Batteriekonzeptes mit wahlweise vier, fünf oder sechs Batteriepaketen und Leistungsstufen von 449 und 544 PS ist er für jede Transportaufgabe optimal anpassbar. Zudem ist er neben der standardmäßigen CCS-Ladetechnologie (bis zu 375 kW) auch mit dem neuen MCS-Standard mit bis zu einem Megawatt Ladeleistung bestellbar, der noch schnelleres Zwischenladen in der Lenkzeitpause des Fahrers ermöglicht. Neben eTGX und eTGS für schwere Transportaufgaben rundet der eTGL das Elektro-Lkw-Portfolio von MAN um den leichten Verteilerverkehr ab.

Der Einsatz der ersten zwölf MAN eTGX bei Dachser erfolgt durch die TIP Group, einem der führenden herstellerunabhängigen Nutzfahrzeug-Vermieter und Dienstleister für die Transport- und Logistikindustrie. Durch die Bereitstellung des MAN eTrucks ermöglicht TIP Unternehmen wie Dachser, flexibel und schnell auf die wachsenden Anforderungen einer Null-Emissions-Logistik zu reagieren. „Unser Ziel ist es, unsere Kunden mit modernen, umweltfreundlichen Fahrzeugen auszustatten und sie auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen“, erklärt Oliver Bange, Vice President Central Europe Region der TIP Group. Diese engagiert sich aktiv für eine nachhaltigere Zukunft in der Logistikbranche. Mit ihrem Fokus auf die Vermietung emissionsfreier Fahrzeuge leistet TIP einen wichtigen Beitrag zur Einführung emissionsfreier Lösungen. Dieser innovative Ansatz unterstützt nicht nur die Dekarbonisierung der Branche, sondern treibt auch die Transformation hin zu einer klimafreundlicheren Logistik konsequent voran.

Förderung durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr

Die zwölf MAN E-Lkw für Dachser werden im Rahmen der Richtlinie über die Förderung von leichten und schweren Nutzfahrzeugen mit alternativen, klimaschonenden Antrieben und dazugehöriger Tank- und Ladeinfrastruktur (KsNI) durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert, Anträge werden durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität bewilligt.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 25.02.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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