Citroën plant kleine E-Autos zu Kampfpreisen

Citroën plant kleine E-Autos zu Kampfpreisen
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Citroen / Stellantis

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der französische Autobauer Citroën aus der Stellantis-Gruppe will gleich mehrere elektrische Kleinwagen zu Kampfpreisen auf den Markt bringen, um die Konkurrenz unter Druck zu setzen. Das berichtet die in der Regel recht gut informierte Autocar. Die Fahrzeuge sollen mitunter mit einem ausgefallenen Design erscheinen, auch um damit neue Kundenkreise zu erschließen. Das erläuterte demnach Citroën-Designchef Pierre Leclercq.

Design-Elemente, die dabei einfließen könnten, stammen aus dem kantigen, beinahe nach Lego aussehenden Konzeptfahrzeug Citroën Oli, dem würfeligen Citroën Ami sowie dem Citroën C3 Aircross. Die neuen Fahrzeuge sollen komplett individuell designt werden und nicht wie kleinere Ausführungen von bereits existierenden Fahrzeugen aussehen. „Wir versuchen, keine Autos zu bauen, die den Effekt einer russischen Puppe haben„, führte Pierre Leclercq gegenüber Autocar aus. Auf jeden Fall seien die Fahrzeuge konzipiert, um sie mit einem „wirklich aggressiven Preisziel“ auf den Markt zu bringen.

Die Franzosen wollen sich dabei den Umstand zunutze machen, dass viele Menschen zwar an sich auf die Elektromobilität wechseln wollen, aber sich dies bislang noch nicht so recht leisten könnten. Während Premium-Marken immer teurer werden würden, könnte sich Citroën somit neue Kunden erobern. Leclercq äußert sich dabei fast überschwänglich optimistisch: „Wir werden bald großartige Produkte auf den Markt bringen, die meiner Meinung nach in Bezug auf das Design wirklich überzeugen. Das wird supercool. Wir freuen uns schon darauf, diese Dinger auf die Straße zu bringen. Die Preise werden sehr aggressiv sein. Wir können nur stolz darauf sein, es geschafft zu haben. Ich denke, dass wir in den nächsten Jahren eine große Rolle in der Autoindustrie spielen werden.“

Verwandtschaft mit dem Opel Corsa-e?

Laut Autocar könnten diese neuen Fahrzeuge auf der CMP-Plattform basieren, wie sie bereits für den elektrischen Opel Corsa sowie den Peugeot-Bruder 208e verwendet wird. Auch die dort eingesetzte 51-kWh-Batterie könnte demnach in den neuen Fahrzeugen Verwendung finden. Um ein günstiges Fahrzeug zu ermöglichen, könnte beispielsweise – wie im Konzeptauto Oli – auf ein Infotainmentsystem verzichtet und ganz auf die Smartphone-Kopplung gesetzt werden.

Laurence Hansen, Produkt- und Strategiedirektor von Citroën, sagte Autocar: „Citroën liebt es, die Normen der Branche herauszufordern. Mit dem Oli wollen wir eine fröhliche, moderne, erschwingliche und nachhaltige Mobilität bieten. Das ist etwas, was wir auf lange Sicht fortsetzen werden, weil wir glauben, dass es unserer DNA entspricht.“ Derzeit koste ein durchschnittlicher Neuwagen 25.000 Euro. Für viele seien höhere Investitionen schwer umsetzbar. Hansen dramatisiert: „Glauben wir wirklich, dass die Menschen morgen in der Lage sein werden, mehr zu investieren? Wir müssen etwas tun. (…) Wie will man mit der Wirtschaftskrise, die in sechs Monaten kommen könnte, zurechtkommen? Wenn man kein Auto hat, hat man kein Leben.“

Quelle: Autocar – „Citroen readying mix of aggressively priced electric cars“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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