China ab 2026 führend bei Lithium-Förderung?

China ab 2026 führend bei Lithium-Förderung?
Copyright:

Lithiummine in Ravensthorpe, Westaustralien / Shutterstock 2396898033

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

China wird Prognosen zufolge ab 2026 weltweit die Spitzenposition bei der Gewinnung von Lithium übernehmen – und damit Australien vom Thron stoßen. Das geht aus einer neuen Analyse des Rohstoffberatungsunternehmens Fastmarkets hervor, wie Reuters berichtet. Demnach könnten chinesische Minen im kommenden Jahr bis zu 10.000 Tonnen mehr an Lithium fördern als ihre australische Konkurrenz.

Während Australiens Förderunternehmen angesichts des zuletzt stark gesunkenen Lithiumpreises ihre Bemühungen zurückschrauben und weniger Lithium abbauen oder Expansionen zunächst verschieben, setzt China weiterhin auf hohe Produktionsmengen – selbst wenn diese ökonomisch kaum noch rentabel sind. Möglich wird dies durch staatliche Subventionen und politischen Druck auf Provinzregierungen, erklärt Fastmarkets-Analyst Paul Lusty gegenüber Reuters.

Für den globalen Lithium-Markt hat Chinas Strategie weitreichende Folgen. Schon 2035 könnte China laut Studie mit 900.000 Tonnen mehr als ein Drittel der weltweiten Förderung stemmen. Australien käme dann auf rund 680.000 Tonnen, Chile auf 435.000 und Argentinien auf 380.000 Tonnen.

Für die Elektromobilität ist Lithium essenziell: Der Rohstoff ist eine wichtige Grundlage von Lithium-Ionen-Batterien – und damit für das Herzstück von Elektroautos. Ohne stabile, diversifizierte Lieferketten drohen für Hersteller Engpässe, Abhängigkeiten und Preisrisiken.

Chinas wachsender Einfluss auf die Lithium-Versorgung könnte damit auch zum geopolitischen Faktor werden – insbesondere für Europa, das große Teile seiner Batterie-Rohstoffe importieren muss. Bereits heute kontrollieren chinesische Unternehmen nicht nur einen wachsenden Anteil der Minen, sondern auch große Teile der Weiterverarbeitung und der Produktion von Akkus für E-Autos.

Quelle: Reuters – Studie: China überholt 2026 Australien bei Lithium-Produktion

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Rohstoffe

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Sebastian Henßler  —  

25 Forschungs- und Industriepartner bündeln ihre Kompetenz: SIB:DE Entwicklung soll eine wettbewerbsfähige Natrium-Ionen-Fertigung in Europa aufbauen.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Chile und USA verbünden sich bei Lithium – Europa schaut zu

Chile und USA verbünden sich bei Lithium – Europa schaut zu

Sebastian Henßler  —  

Die USA sichern sich per Abkommen Zugang zu Chiles Lithiumreserven. Experten sehen Europa bei kritischen Rohstoffen ins Hintertreffen geraten.

CATL und Rio Tinto prüfen Elektrifizierung im Bergbau

CATL und Rio Tinto prüfen Elektrifizierung im Bergbau

Sebastian Henßler  —  

Rio Tinto und CATL planen eine strategische Partnerschaft für E-Fahrzeuge im Bergbau. Ziel sind weniger CO₂-Emissionen und das Recycling von Batterierohstoffen.

Europas Batterieproblem: Warum Lithium nicht der Engpass ist

Europas Batterieproblem: Warum Lithium nicht der Engpass ist

Sebastian Henßler  —  

Lithium gilt als Engpass der Energiewende. Das eigentliche Problem liegt aber woanders: Warum Europa ohne Zellfertigung strategisch ins Leere läuft.

Lithium-Abbauprojekt in Finnland – Europas Rohstoff-Hoffnung?

Lithium-Abbauprojekt in Finnland – Europas Rohstoff-Hoffnung?

Maria Glaser  —  

Vor kurzem hat das Bergbauunternehmen Keliber in Finnland mit dem Lithiumabbau begonnen. Es ist das erste Projekt in Europa dieser Art.

Rio Tinto übernimmt Mehrheit an Nemaska Lithium

Rio Tinto übernimmt Mehrheit an Nemaska Lithium

Maria Glaser  —  

Das anglo-australische Bergbauunternehmen hat nun mit 53,9 Prozent die Mehrheitsbeteiligung an dem kanadischen Unternehmen Nemaska Lithium.