CATL-Batteriefabrik in Deutschland kann starten; Politik macht den Weg frei

CATL-Batteriefabrik in Deutschland kann starten; Politik macht den Weg frei
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 406114573

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

CATL klotzt statt zu kleckern und hat die Investitionen in seine deutsche Batteriefabrik auf 1,8 Milliarden Euro erhöht, bevor der Baubeginn überhaupt begonnen hat. Doch auch diesem steht nun nichts mehr im Weg, denn Umweltministerin Anja Siegesmund hat dem chinesischen Konzern den Bescheid zum vorzeitigen Baubeginn Ende der Woche übergeben.

Insgesamt wird CATL mehr als sieben Mal soviel Geld in die Hand nehmen als ursprünglich geplant. Im Juli 2018 hatte CATL angekündigt, 240 Millionen Euro in den Bau einer Produktionsstätte für Elektroautobatterien und einer Forschungs- und Entwicklungsbasis in Deutschland zu investieren. Im Februar 2019 deutete CATLs Europachef Matthias Zentgraf bereits an, dass das Batteriewerk in Erfurt deutlich größer werden könnte. Was sich dann im Juli des gleichen Jahres bestätigte.

Wahrscheinlich Grund genug dafür, dass man sich vonseiten der Politik ein wenig gesputet hat, um dem chinesischen Konzern CATL den Bescheid zum vorzeitigen Baubeginn seines Batteriezellenwerks am Erfurter Kreuz übergeben. Damit ist der Weg frei für den baldigen Spatenstich.

„Wir freuen uns über die Investition in Innovation. Die Speichertechnologie ist ein wichtiger Baustein für eine gelingende Energiewende. Ein Batteriezellenwerk passt genau zu den fortschreitenden Anstrengungen Thüringens für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Mit den neuen Perspektiven für Arnstadt und die Region kommen auch hier Wirtschaftskraft und Klimaschutz zusammen.“ – Anja Siegesmund, Umweltministerin Thüringen

Die Übergabe des Bescheids erfolgt im Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), der zuständigen Genehmigungsbehörde (Immissionsschutzbehörde). Mario Suckert, Präsident des TLUBN, gab zu verstehen, dass das Vorhaben von CATL von Anfang an ambitioniert gewesen sei. Dies zeigte sich dadurch, dass ein stetiger Austausch zwischen CATL und dem TLUBN stattgefunden habe, welcher zur schnellen Erteilung des Bescheids führte. „In enger Zusammenarbeit auch mit den beteiligten Behörden wurde die Antragstellung vorbereitet und das Verfahren durchgeführt“, so Suckert weiter.

Erst vor kurzem gab ein CATL-Manager zu verstehen: „Wir fangen jetzt in Erfurt an, das ist eine große Aufgabe, aber dann gibt es auch Raum für Expansion“. Das Unternehmen beobachte weiter, wie sich der Bedarf der Autobauer hierzulande entwickle.

CATL will aber nicht nur Batteriezellen für Elektroautos liefern. Zusammen mit dem deutschen Zulieferkonzern Bosch, der sich nach langem Abwägen gegen eine eigene Batteriezellfertigung entschieden hatte, wollen die Chinesen künftig auch Akkus für Mildhybride mit 48-Volt-Technik produzieren. Diese Technologie soll den Verbrauch und CO2-Ausstoß von Autos mit Verbrennungsmotoren senken.

Quelle: Thüringer Ministerium – Umweltministerin übergibt Bescheid zum vorzeitigen Baubeginn für das Batteriezellenwerk von CATL am Erfurter Kreuz

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Befragung zeigt: Die Deutschen wechseln verstärkt vom Verbrenner zum Elektroauto – und fordern von der Politik mehr Initiative für E-Mobilität.

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

Sebastian Henßler  —  

MG will als erster Automobilhersteller eine Semi-Solid-State-Batterie in Großserie nach Europa bringen. Der Hochlauf läuft, doch manche Fragen bleiben offen.

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Michael Neißendorfer  —  

Verbände und Experten lassen kein gutes Haar am neuen „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung. Wirklich neues habe es gar nicht zu bieten.

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

Sebastian Henßler  —  

VDIK-Präsidentin Labbé schlägt eine staatliche Ladekarte mit Guthaben vor. Damit ließen sich Tarifchaos und umständliches Laden auf einen Schlag beseitigen.