Die Volkswagen-Softwaretochter Cariad hat ihren Automotive Software Campus in Berlin offiziell in Betrieb genommen. Rund 1000 Spezialist:innen sollen dort an Künstlicher Intelligenz für das softwaredefinierte Fahrzeug arbeiten. Zur Eröffnung waren neben Konzernchef Oliver Blume und Cariad-CEO Peter Bosch auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, VDA-Präsidentin Hildegard Müller und Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst anwesend.
Der neue Standort ist das Ergebnis einer Konsolidierung: Bislang verteilte sich die KI-Entwicklung bei Cariad auf sieben verschiedene Standorte. Berlin bündelt diese Kapazitäten nun unter einem Dach und wird damit zum zentralen KI-Knotenpunkt innerhalb des globalen Entwicklungsnetzwerks, das Standorte in Mountain View, Bangalore, Shanghai und Hefei umfasst. Das erklärte Ziel ist ein kürzerer Weg vom Programmcode ins Serienfahrzeug.
Volkswagen-Chef Blume ordnete die Eröffnung in den konzernweiten Wandel ein. „Das KI-definierte Fahrzeug steht für die nächste Generation der Mobilität„, sagte er. Berlin sei ein „wichtiger Baustein“ auf dem Weg, die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns langfristig zu sichern. Cariad-CEO Bosch formulierte das technische Versprechen des Campus präziser: „Das Auto von morgen spricht, hört und fährt sich selbst.“ Am Berliner Standort entstehe dafür beides, die sensorische Wahrnehmung der Fahrzeugumgebung und die digitale Intelligenz für die Interaktion mit den Insassen.
Seriennahe Entwicklung als Maßstab
Zwei Produkte aus Berlin stehen kurz vor dem Serieneinsatz. Der sogenannte Cariad Adas Stack ist ein integriertes System für automatisiertes Fahren, das KI-Modelle über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg nutzt. Eine erste Version soll im Volkswagen ID. Every1 verbaut werden. Daneben arbeitet das Team an einem KI-basierten Digitalassistenten, der Absichten der Fahrenden erkennen und eigenständig komplexe Aufgaben übernehmen kann, etwa die Planung einer Reiseroute. Die zugrundeliegende Architektur verbindet Spracherkennung mit der Steuerung mehrerer KI-Agenten im Fahrzeug.
Unter dem Namen „Voice Pilot“ findet diese Technologie bereits ihren Weg in aktuelle Serienmodelle: Porsche Macan und Cayenne Electric des laufenden Modelljahres sind die ersten Fahrzeuge, die damit ausgestattet werden. Weitere Konzernmodelle sollen schrittweise folgen.
Neben der technischen Funktion soll der Berliner Standort auch als Signal nach außen wirken. Offene Arbeitsflächen, flexible Arbeitsmodelle sowie direkt angebundene Werkstätten und Testlabore richten sich an Entwickler:innen, die ihren Code ohne lange Umwege in reale Fahrzeuge bringen wollen. Die Einbettung in das Berliner Tech-Umfeld ist dabei kein Zufall, sondern Programm. Cariad versteht den Campus als sichtbaren Beleg für seinen Anspruch, sich als wettbewerbsfähiges Technologieunternehmen zu etablieren, in dem KI nicht Zusatz, sondern Grundlage aller Produkte und Prozesse ist.
Quelle: Cariad – CARIAD Opens Automotive Software Campus









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