Oliver Blume: VW hat die Zukunft selbst in der Hand

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Volkswagen

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen reagiert mit einem neuen Zukunftsplan auf die schwierigeren Rahmenbedingungen der Branche. Geopolitische Spannungen, wachsender Wettbewerbsdruck und zunehmende Handelsbeschränkungen veranlassen den Konzern, sich kostenseitig auf ein Marktumfeld ohne Wachstum einzustellen.

CEO Oliver Blume präsentierte das Konzept auf der Hauptversammlung und ordnete es als Fortsetzung der bisherigen Transformation ein, die nach Konzerndarstellung bereits zentrale Etappenziele erreicht hat. „Alle zentralen strategischen Ziele wurden erreicht. Zum Teil früher als geplant. Und das in einer Zeit, in der sich die Welt rasant verändert hat“, so Blume. Acht Handlungsfelder bilden das Rückgrat des Plans, von schlankeren Modellreihen bis zu kürzeren Entscheidungswegen im Konzern.

Wachstum bei Elektroautos und neue Architekturen

Mehr als 30 neue Modelle brachten die Konzernmarken im vergangenen Jahr auf den Markt, in diesem Jahr sollen 20 weitere hinzukommen. Besonders kräftig fiel der Zuwachs im Elektrosegment aus: Die Auslieferungen vollelektrischer Autos stiegen weltweit um 32 Prozent, in Europa sogar um 66 Prozent. Damit kletterte der europäische Marktanteil bei reinen Elektroautos auf 27 Prozent, was den Konzern nach eigenen Angaben zum klaren Marktführer in diesem Bereich macht.

Fünf der zehn meistverkauften E-Autos in Europa kamen demnach aus dem Volkswagen Konzern. Günstigere Einstiegsmodelle wie der VW ID. Polo, der VW ID. Cross, der Cupra Raval und der Škoda Epiq sollen die elektrische Modellpalette nun nach unten erweitern.

Auch jenseits der Verkaufszahlen verbucht der Konzern technische Fortschritte. Innerhalb von 18 Monaten entstand aus der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Xpeng eine eigenständige Elektronik- und Elektrikarchitektur, die inzwischen in China in Serie gefertigt wird. Für die westliche Hemisphäre läuft parallel die Entwicklung einer zonalen Software-Architektur im Joint Venture mit Rivian, die sich nach Unternehmensangaben planmäßig entwickelt.

Über die Tochtergesellschaft PowerCo hat sich Volkswagen außerdem als erster europäischer Automobilhersteller positioniert, der Batteriezellen in industriellem Maßstab selbst fertigt. Während die Produktion in Deutschland hochgefahren wird, sind Werke in Spanien und Kanada bereits in Planung.

Stellenabbau und Sparprogramme zeigen Wirkung

Bei den Kosten verweist der Konzern auf Fortschritte im zweistelligen Milliardenbereich, die einen großen Teil der äußeren finanziellen Belastungen abgefedert haben sollen. Tarifabschlüsse und der Abbau von Personal trugen 2025 zu dauerhaften Einsparungen von rund einer Milliarde Euro bei. Zusammen mit bereits beschlossenen Kürzungen der Produktionskapazitäten peilt der Konzern bis 2030 jährliche Nettoeinsparungen von mehr als sechs Milliarden Euro an.

Rund 50.000 Stellen sollen bei Volkswagen, Audi, Porsche und der Software-Tochter Cariad wegfallen, davon 35.000 allein bei der Marke Volkswagen. Mehr als 28.000 Austritte sind laut Konzern bis 2030 bereits verbindlich vereinbart, während die Fabrikkosten an den deutschen Volkswagen-Standorten 2025 im Schnitt um über 20 Prozent sanken.

Acht Hebel sollen Wettbewerbsfähigkeit sichern

Der Zukunftsplan selbst stützt sich auf acht Bereiche, in denen der Konzern ansetzen will. Weniger Modellvarianten und ein schlankerer technischer Baukasten mit weniger Plattformen sollen Entwicklungszeiten verkürzen, während das Produktionsnetzwerk konsequenter an der tatsächlichen Nachfrage ausgerichtet wird. Mehr Entscheidungsspielraum in den Regionen, ein gestrafftes Beteiligungsportfolio und höhere operative Effizienz in Entwicklung, Einkauf und Vertrieb ergänzen das Paket.

Hinzu kommen der Umbau zu einer leistungsorientierten Unternehmenskultur mit weniger Hierarchieebenen sowie schlankere Prozesse in der Konzernsteuerung, die schnellere Entscheidungen ermöglichen sollen.

Mit dem Plan verbindet Volkswagen klare finanzielle Erwartungen für das Jahr 2030. Angestrebt wird eine operative Umsatzrendite zwischen acht und zehn Prozent, während der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile auf mehr als 60 Prozent des operativen Ergebnisses steigen soll. Blume verwies dabei auf die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten des Konzerns: „Die Lage bleibt anspruchsvoll. Trotzdem haben wir es selbst in der Hand: mit unseren starken Marken und Produkten, unserer klaren Strategie und einem Team, das liefern kann.“

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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