BYD übernimmt in China volle Haftung für intelligentes Parken und assistiertes Fahren

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

BYD treibt die Entwicklung intelligenter Fahrtechnologien weiter voran und führt in China – um das Vertrauen der Kunden in neue Technologien zu erhöhen – eine vollständige Schadensabdeckung für die Funktion Urban Navigate on Autopilot (NOA) seines Fahrerassistenzsystems God’s Eye ein. Vorgestellt hat der chinesische Automobilkonzern diese Branchenneuheit im Rahmen der Präsentation seiner neuen Intelligence-Strategie. Ob und wann BYD diese Innovation auch in anderen Ländern einführt, ist bislang nicht bekannt.

Volle Schadensdeckung im Notfall: Mit diesem neuen Angebot wird BYD zum weltweit ersten Automobilhersteller, der eine derart umfassende Doppelabsicherung für seine fortschrittlichen Fahrerassistenzsysteme (ADAS) bietet. Im Einklang mit der Strategie Intelligent Driving for All kündigte BYD zudem an, dass künftig die gesamte Modellpalette optional mit der God’s‑Eye‑Lidar‑Technologie ausgestattet werden kann.

Im Zentrum von BYDs Ambitionen stehen drei Ziele: die Verwirklichung von null Verkehrsunfällen, die ADAS-Weiterentwicklung hin zu einem Super Driver sowie der Ausbau von Künstlicher Intelligenz zu einem Super Personal Assistant. Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, investiert das Unternehmen weiterhin über 100 Milliarden chinesische Yuan (ca. 12,7 Mrd. Euro) in Forschung und Entwicklung im Bereich intelligenter Fahrassistenz. Der Fokus liege dabei konsequent auf innovativen Sicherheitstechnologien für den Alltag von Familien, so der Hersteller.

Die vollständige Schadensabdeckung von BYD

Die einjährige Garantie zur vollständigen Schadensabdeckung gilt für Neukunden wie Bestandskunden, die auf God’s Eye 5.0 im chinesischen Markt upgraden. Laut den Bedingungen übernimmt BYD sämtliche finanziellen Schäden direkt, sofern ein rechtlich relevanter Unfall während der regelkonformen Nutzung der urbanen NOA-Funktion eintritt.

Das Vertrauen in diese Zusage gründet auf drei zentralen Säulen. Erstens die Skalierung: Mit über 3,15 Millionen Fahrzeugen mit intelligenter Fahrassistenz verfügt BYD über die größte Flotte unter den chinesischen Automobilherstellern. Diese breite Basis ermöglicht es dem Unternehmen, umfangreiche reale Fahrdaten zu sammeln und seine Systeme kontinuierlich zu verbessern. Zweitens die leistungsstarke Datenbasis des Systems God’s Eye, das täglich mehr als 200 Millionen Kilometer an Fahrdaten verarbeitet und dadurch eine schnelle, lernbasierte Optimierung der Algorithmen unterstützt. Drittens ein hochspezialisiertes Forschungs- und Entwicklungsteam mit rund 5000 Ingenieuren, die die technologische Weiterentwicklung des Unternehmens konsequent vorantreiben. Dieses Expertenteam ist BYD zufolge das größte seiner Art in der chinesischen Automobilindustrie.

Durch KI gestärkt: Die integrierte Fahrzeugintelligenz von BYD

Das System God’s Eye erhält zudem vier bedeutende Upgrades. Dazu gehören die neue Xuanji-Architektur 2.0, eine branchenweit erstmalige Satelliten-Sensorarchitektur, ein weiterentwickeltes physisches KI-Großmodell sowie ein selbstlernendes Data Flywheel. Dabei handelt es sich um eine sich selbst verstärkende Feedback-Schleife, bei der Interaktionen von Nutzern relevante Daten erzeugen. Sie basiert auf umfangreichen realen Fahrszenarien und soll das KI-Modell verbessern.

Im Innenraum präsentiert BYD zudem das DiLink AI Intelligent Cockpit, ausgestattet mit einem hochentwickelten intelligenten Agenten. Dieser digitale Assistent soll proaktiv Aufgaben übernehmen, ausgeprägte Analysefähigkeiten mitbringen und so ein nahtloses, kontextübergreifendes Fahrerlebnis schaffen, das sich kontinuierlich weiterentwickelt.

Mit dem selbst entwickelten 4-nm-Chip ist BYD bereit für hochautomatisiertes Fahren

Darüber hinaus stellt BYD den Xuanji A3 vor: Chinas ersten selbst entwickelten 4‑nm‑Automotive‑Driving‑SoC. Der Chip unterstützt nativ autonomes Fahren auf Level 3 und Level 4, und mit einer Drei-Chip-Konfiguration liefert er eine Rechenleistung pro Fahrzeug von mehr als 2100 Teraoperationen pro Sekunde (TOPS). Der Xuanji A3 – mit fortschrittlichem 4‑Nanometer-Fertigungsprozess und einem um 20 Prozent geringeren Energieverbrauch pro TOPS im Vergleich zu ähnlichen Produkten – ist bereits in Serienproduktion. In Kombination mit den proprietären Algorithmen von BYD verdoppelt sich die Auslastung der Rechenleistung, was die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Systems deutlich erhöhen soll.

Quelle: BYD – Pressemitteilung vom 01.06.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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