BMW erwartet Preisparität von Wasserstoffautos in fünf bis zehn Jahren

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Michael Neißendorfer
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BMWs Brennstoffzellen-Vize Jürgen Guldner hat in einem Gespräch mit dem britischen Telegraph die Pläne bestätigt, dass bis Ende 2022 eine kleine Flotte von Wasserstoff-Brennstoffzellenautos auf Basis des X5 auf die Straße kommen soll. Die Brennstoffzellen-Technologie sei ein Baustein unter mehreren, „die uns helfen, alle unsere Autos in den nächsten zwei Jahrzehnten emissionsfrei zu machen“, sagte der Leiter Wasserstoff, Brennstoffzelltechnologie und –fahrzeugprojekte bei BMW.

Brennstoffzellen sollen das „Spektrum an Antrieben für die Zukunft erweitern“, betonte Guldner. BMW sehe die Technologie „nicht als Konkurrenz für das Batterie-Elektrofahrzeug, sondern als weiteres Angebot für unsere Kunden.“ Der Hersteller hat sich bereits 2015 mit Toyota zusammengetan, um die Brennstoffzellentechnologie zu entwickeln. Die Wasserstoffautos der ersten Generation umfassten eine kleine Flotte umgebauter 5er-GTs.

Momentan beginne BMW „bereits mit der Arbeit an der dritten Generation mit einer klaren Herausforderung, die Kosten so weit zu senken, dass wir in den Markt eintreten können“, so Guldner. BMW möchte Serienmodelle in größeren Stückzahlen erst dann anbieten, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. „Die Kunden entscheiden, was sie wollen“, sagt Guldner. „Die Nachfrage ist noch nicht da, aber sie entwickelt sich langsam.“

Brennstoffzellensysteme sind nach wie vor erheblich teurer als die Antriebe herkömmlicher Autos oder jene von Batterie-Elektroautos. Serienfahrzeuge, wie sie Toyota mit dem Mirai und Hyundai mit dem Nexo anbieten, kosten deshalb rund 70.000 Euro. Nach mehr als zwei Jahrzehnten ernsthafter Brennstoffzellenentwicklung in der gesamten Branche ist Guldner der Ansicht, dass nun langsam die Zeit gekommen ist ist, dass sich die Kosten annähern. Der Punkt, an dem die Kosten vergleichbar werden, könnte bei gut fünf Jahren liegen.

2025 ist am frühesten“, sagte Guldner. „Wenn Sie sich die Pläne ansehen, die Japan, Korea und andere veröffentlicht haben, dann gehen alle von einem Zeitfenster zwischen 2025 und 2030 aus, an dem die Kosten mit konventioneller Technologie ausgeglichen sind.“

Einsparungen, welche die Kostenparität ermöglichen, ergeben sich unter anderem aus der Verringerung der Menge an Platin, die zur Herstellung von Hunderten kleiner Zellen verwendet wird, aus denen ein Brennstoffzellen-Stack besteht, wie die zentrale Antriebseinheit bezeichnet wird. „In der Vergangenheit wurde viel Arbeit geleistet, aber es gibt noch mehr zu tun, um die Anzahl der Zellen zu verringern, die für eine angemessene Leistungsaufnahme erforderlich sind“, sagt Guldner. Mit steigendem Absatz von Batterie-Elektrofahrzeugen rechnet Guldner auch mit sinkenden Kosten für andere grundlegende Bauteile wie Elektromotoren.

Auch X6 und X7 mit Brennstoffzelle möglich

Das i-Hydrogen Next Konzeptfahrzeug von BMW, das auf der Frankfurter Automobilausstellung IAA im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, gebe einen guten Hinweis darauf, wie die X5 Wasserstoff-Flotte von 2022 aussehen wird. Die Autos sollen über einen am Heck montierten Elektromotor verfügen, der nur die Hinterräder antreibt und gleichzeitig als Generator dient, um beim Bremsen Energie zurückzugewinnen. Eine kleine Lithium-Ionen-Batterie, die ebenfalls hinten angebracht ist, dient als Energie-Puffer zwischen dem Motor und dem Brennstoffzellen-Stack, um die für die Beschleunigung erforderlichen Energiestöße zu erzeugen.

Der Brennstoffzellen-Stack und die Elektronik sind in der Fahrzeugfront untergebracht, wo sich bei herkömmlichen Fahrzeugen der Motor befindet. Es gibt zwei Wasserstoff-Tanks, einer längs unter der Fahrzeugmitte und der andere quer zum Fahrzeug unter dem Rücksitz. Die Tanks sind ein bewährter Industriestandard und bestehen aus Kohlenstofffasern mit einer Kunststoffauskleidung, in der etwa fünf bis sechs Kilogramm Wasserstoff mit einem Druck von 700 bar gespeichert sind.

Die aktuelle Palette an Prototypen schaffe mit einer Tankfüllung Reichweiten zwischen 400 und 480 Kilometer, aber mit der Weiterentwicklung seien laut Guldner mehr als 550 Kilometer. Die Technologie würde auch in die größeren SUV-Modelle von BMW X6 und den X7 passen, die dieselbe Architektur wie der X5 haben.

Quelle: The Telegraph — Fuel cell powertrains ‚could be as cheap as petrol in five years‘, says BMW’s hydrogen VP

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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