BMW: acht neue Produktionslinien für E-Komponenten in Leipzig

BMW: acht neue Produktionslinien für E-Komponenten in Leipzig
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der Autohersteller BMW baut an seinem Standort Leipzig die Kapazitäten für die E-Komponentenfertigung bis 2024 um acht Produktionslinien aus. Das gab das Unternehmen im Rahmen seines „Green Day“ im BMW-Werk Leipzig bekannt. Die zwei bereits bestehenden Batteriemodullinien sollen im kommenden Jahr durch eine weitere Linie sowie durch fünf Zelllacklinien erweitert werden. Im Jahr 2024 soll die Inbetriebnahme zweier neuer Hochvoltbatteriemontagelinien folgen, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. Die Leipziger Hochvoltbatterien sollen unter anderem in der vollelektrischen Version des Mini Countryman, der künftig am Standort Leipzig gefertigt werden wird, zum Einsatz kommen.

Als Geburtsstätte des BMW i3 habe der Standort Leipzig eine besondere Bedeutung, betont der Hersteller. Von 2013 bis zum Sommer 2022 wurden hier mehr als 250.000 vollelektrische i3 und mehr als 20.000 Einheiten des Plug-in-Hybrid-Sportwagens i8 gebaut, die Produktion der beiden Fahrzeuge wurde danach eingestellt. Die freigewordenen Flächen sowie die Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen nun für die Fertigung von E-Komponenten genutzt werden. Bereits heute sind mehr als 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Batteriekomponentenfertigung am Standort Leipzig tätig, bis 2024 sollen es mehr als 1000 sein.

Wir treiben die Transformation zur Elektromobilität konsequent voran“, sagt Markus Fallböhmer, Leiter der Motoren- und E-Antriebsproduktion bei der BMW AG. „Dafür bauen wir unser Netzwerk für die E-Antriebsproduktion weiter aus. Ab 2024 werden wir neben Dingolfing auch am Standort Leipzig die gesamte Prozesskette der Hochvoltbatteriefertigung abbilden.“ Die BMW Group investiere dafür von 2020 bis Ende 2024 mehr als 800 Millionen Euro in den Aufbau der E-Komponentenfertigung am Standort. Sie soll auf dem Leipziger Werksgelände künftig eine Fläche von rund 150.000 qm einnehmen.

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Bis Ende 2022 hat BMW in das Kompetenzzentrum E-Antriebsproduktion in Dingolfing mehr als eine Milliarde Euro in die Produktion von E-Antriebskomponenten investiert. Neben den E-Komponenten werden hier auch E-Motoren gefertigt. Am Standort Regensburg liegen die Investitionen in die E-Antriebskomponentenfertigung im Zeitraum von 2020 bis Ende 2022 bei mehr als 250 Millionen Euro.

Fünf neue Zelllacklinien und eine dritte Modullinie für Leipzig

Im ersten Quartal 2023 soll am Standort Leipzig die erste von fünf neuen Lackieranlagen für Batteriezellen den Betrieb aufnehmen. Die weiteren vier Anlagen sollen die Produktion gestaffelt bis Ende 2023 aufnehmen.

Die hier zu verarbeitenden Batteriezellen bezieht der Autohersteller von Partnern, die diese nach den Vorgaben des Unternehmens produzieren. Die Lithium-Ionen-Zellen durchlaufen zunächst eine Plasmareinigung. Die speziell dafür entwickelten Anlagen lackieren anschließend die Zellen, um eine optimale Isolierung zu gewährleisten.

Nach der Lackierung werden die Batteriezellen zu einer größeren Einheit zusammengefügt, den sogenannten Batteriemodulen. Zu den beiden bereits bestehenden Fertigungslinien für Batteriemodule in Leipzig werde im Sommer 2023 eine dritte Linie hinzukommen.

Zwei Hochvoltbatteriemontagelinien ab 2024

Die fertigen Batteriemodule werden anschließend gemeinsam mit den Anschlüssen zum Fahrzeug, Steuergeräten und Kühlaggregaten in ein Aluminiumgehäuse montiert. Die Größe und Form des Gehäuses sowie die Anzahl der verwendeten Batteriemodule sind je nach Fahrzeugvariante unterschiedlich. So entsteht eine optimal an das Fahrzeug angepasste Hochvoltbatterie.

Künftig werden auch diese am Standort Leipzig montiert, so BMW. Zwei Linien sollen mit der Montage von Hochvoltbatterien im Jahr 2024 starten.

Weltweites Produktionsnetzwerk für E-Antriebe mit Fokus in Deutschland

Um den steigenden Bedarf an Produktionskapazität von Antriebskomponenten für Elektroautos sicherzustellen, greift BMW auch auf sein weltweites Produktionsnetzwerk zurück. Die Hochvoltbatterien und Batteriekomponenten für die elektrifizierten Fahrzeuge der Marken BMW und Mini kommen neben dem Standort Leipzig und den hauseigenen Batteriefertigungen in Dingolfing und Regensburg auch aus Spartanburg, USA, und Shenyang, China. In Thailand hat die BMW Group gemeinsam mit einem Partner die Produktion von Hochvoltbatterien für das Werk Rayong lokalisiert.

In München wiederum, dem Stammsitz von BMW, befinden sich das Pilotwerk für Elektro-Antriebe sowie das Kompetenzzentrum Batteriezelle, in dem der Hersteller die Wertschöpfungsprozesse der Batteriezelle vollständig analysiert und ihre Produktionsprozesse technologisch vorantreibt. Demnächst soll in Parsdorf bei München das neue Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung den Betrieb aufnehmen. In dieser Pilotanlage zur seriennahen Fertigung von Lithium-Ionen-Batteriezellen soll die Produzierbarkeit der Zellen unter Großseriengesichtspunkten bzgl. Qualität, Zeit und Kosten abgesichert werden.

Seine Elektro-Motoren produziert das Unternehmen im Kompetenzzentrum E-Antriebsproduktion in Dingolfing und im Werk Landshut. Im Werk Steyr schließlich wird das Gehäuse für den hochintegrierten E-Antrieb der fünften Generation produziert.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 20.10.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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