Bentley Blower: Klassik-Ikone kehrt elektrisch zurück

Bentley Blower: Klassik-Ikone kehrt elektrisch zurück
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Bentley

Stefan Grundhoff
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Der Bentley Blower, ein mächtiger Rennwagen aus der Vorkriegszeit, ist eine Klassikerlegende. Jetzt wird der Oldtimer neu aufgelegt – elektrisch und als rollendes Miniaturmodell für den großen Auftritt in der City. Zusammen mit den Hedley Studios, vielen besser bekannt als die ehemalige Little Car Company, bietet Bentley besonders extravaganten Oldtimerfans nun eine überaus ungewöhnliche Möglichkeit, einen neuen Blower zu erstehen. In der Auflage von 349 Stück wird der legendäre Blower neu aufgelegt – jedoch im leicht verkleinerten Maßstab von 85:100. Der Blower Junior verfügt zudem nicht über den 4,5 Liter großen Kompressormotor des Ursprungsmodells aus dem Jahre 1929, sondern ein 15 Kilowatt starkes Elektrotriebwerk.

Neben den 99 First-Edition-Modellen sind 250 Fahrzeuge konfigurierbar und erfreuen jene Klassikfans, denen es sich beim Gedanken an eine Miniatur-Kleinauflage mit Elektromotor nicht vollends den Magen umdreht.

Der Konfigurator der Hedley Studios für den Bentley Blower Junior umfasst sechs spezielle Pakete, die jeweils eine Hommage an die bewegte Geschichte von Bentley darstellen. Der geneigte Kunde kann nunmehr eines der 250 Fahrzeuge frei konfigurieren und somit entscheiden, ob er mit der Mini-Neuauflage in historischem blau des Blue Packs als Reminiszenz an Woolf Barnatos berühmtes Rennen gegen den Blue Train von der Côte d’Azur nach Calais unterwegs sein will. Das sogenannte Grey Pack erinnert an jenen Bentley Speed Six, der 1929 / 1930 in Le Mans siegte, bevor er von Barnato in ein straßentaugliches Coupé umgebaut wurde.

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„Seit wir den Bentley Blower Jnr im letzten Jahr auf den Markt gebracht haben, hat uns die Resonanz immer wieder umgehauen, und da alle First Editions ausverkauft sind, freuen wir uns, die konfigurierbaren Optionen für den Blower Junior auf den Markt zu bringen“, sagt Ben Hedley, CEO der Hedley Studios: „Handwerkskunst ist das Herzstück unserer Arbeit, und wenn wir unseren Kunden ermöglichen, ihren eigenen Bentley Blower Junior über unseren Online-Konfigurator zusammenzustellen, können sie auf wunderbare Weise ein Stück Geschichte mit einer sehr persönlichen Note besitzen.“

Der kleine Blower entsteht als enge Zusammenarbeit zwischen den britischen Hedley Studios und der Bentleys Heritage Collection. Das Original Team Car aus dem Jahr 1929 – versichert für 25 Millionen Pfund – wurde von der Nachfolgefirma der Little Car Company dafür verwendet, um die verkleinerte Version in einer Größe von 85 Prozent des 1929er-Modells detailgetreu nachzubauen. Der Mini-Blower ist damit nur 3,70 Meter lang und 1,50 Meter breit. Im Gegensatz zu den anderen Produkten der Hedley Studios ist der Blower Junior straßenzugelassen und soll so gerade in der City für einen höchst ungewöhnlichen Auftritt sorgen.

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Statt des mächtigen Kompressoraggregats arbeitet unter der Motorhaube ein Elektromotor, der schmale 15 kW / 20 PS leistet. Statt der damaligen 160 km/h mit Kompressoreinsatz ist die halbe Portion nur 72 km/h schnell und so nur für den Einsatz in der City geeignet. Die Reichweite des elektrischen Doppelsitzers: knappe 100 Kilometer bis zum Ladestopp. Dort, wo sich einst der heulende Kompressor befand, ist nun der Ladestecker untergebracht, über den der Brite wieder erstarkt. Das dauert länger, als einem lieb ist, denn ohne Schnellladefunktion vergehen rund zwölf Stunden, ehe die Neuauflage wieder bei vollen Kräften ist.

Der Ladezustand der Batterie ist dem originalen Amperemeter abzulesen

Auch im Innern sieht der mindestens 90.000 britische Pfund (ca. 106.700 Euro) teure Junior aus wie das Original – nur kleiner. Die Handpumpe für die Kraftstoffversorgung wurde als Wahlschalter für den Fahrmodus umfunktioniert, mit dem der Fahrer zwischen den Fahrmodi Comfort (2 kW), Bentley (8 kW) und Sport (15 kW) wählen kann. Die Fahrgänge werden über einen Hebel angesteuert, der aussieht wie der ehemalige Zündvorwahlschalter. Andere Bedienmodule für Scheinwerfer oder Blinker sind in Form und Materialität den Magnetschaltern des Team Car nachempfunden und der Ladezustand der Batterie ist dem originalen Amperemeter abzulesen. Nicht ganz ins Retrodesign des Aluminiumarmaturenbretts passt das Display für Navigation und Rückfahrkamera.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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