Batterieprobleme: Volvo ruft über 40.000 EX30 zurück

Batterieprobleme: Volvo ruft über 40.000 EX30 zurück
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Volvo ruft weltweit 40.323 Exemplare seines elektrischen Kompakt-SUV EX30 zurück. Wie das Unternehmen gegenüber Reuters mitteilte, besteht bei bestimmten Hochvolt-Batteriezellen die Gefahr einer Überhitzung. Betroffen sind die Varianten EX30 Single Motor Extended Range sowie Twin Motor Performance. Die Maßnahme war zuvor nicht öffentlich bekannt.

Nach Angaben des schwedischen Automobilherstellers, der mehrheitlich dem chinesischen Konzern Geely gehört, müssen Module in den Hochvolt-Batteriepaketen ersetzt werden. Volvo erklärte, man kontaktiere derzeit alle Eigentümer der betroffenen Autos, um sie über die nächsten Schritte zu informieren. Der Austausch soll für Kund:innen kostenfrei erfolgen. Von Seiten Volvo wurde Elektroauto-News mitgeteilt, dass in Deutschland keine Volvo EX30 betroffen sind, da die verbaute Batterie in den betroffenen Fahrzeugen auf dem deutschen Markt nicht angeboten wurde.

Seit Dezember hatte das Unternehmen Halter:innen des EX30 in mehr als einem Dutzend Ländern, darunter die Vereinigten Staaten, Australien und Brasilien, angewiesen, ihre Autos nicht in der Nähe von Gebäuden zu parken und den Ladezustand auf maximal 70 Prozent zu begrenzen. Diese Hinweise gehen aus regulatorischen Unterlagen sowie aus Unternehmensangaben hervor. Die Begrenzung soll das Brandrisiko reduzieren. Parallel dazu teilte Volvo mit, der Zulieferer habe das Problem behoben und werde neue Batteriezellen liefern.

Die Batterien stammen von Shandong Geely Sunwoda Power Battery, einem von Geely unterstützten Joint Venture. Der Rückruf erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Volvo ein Sparprogramm im Umfang von umgerechnet rund 1,62 Milliarden Euro entspricht. Zudem arbeitet der Hersteller an einer engeren Integration mit dem Mutterkonzern Geely.

Eine von Reuters vorgenommene Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die neuen Ersatzmodule rund 165 Millionen Euro kosten. Logistik- und Reparaturkosten sind in dieser Schätzung nicht enthalten. Volvo bezeichnete diese Berechnung als spekulativ und erklärte, man befinde sich in Gesprächen mit dem Lieferanten.

Branchenexperten sehen im aktuellen Fall eine besondere Bedeutung für Volvo. Sam Fiorani, Vizepräsident für globale Fahrzeugprognosen bei AutoForecast Solutions, sagte gegenüber Reuters: „Der EX30 ist für Volvo besonders wichtig, deshalb müssen sie es richtig machen.“ Das Modell gilt als zentraler Bestandteil der Strategie, um mit günstigeren chinesischen Marken zu konkurrieren.

Auch Andy Palmer, ein Branchenveteran, der 2010 die Einführung des Nissan Leaf verantwortete, äußerte sich zu den möglichen Auswirkungen. Volvo habe weniger Spielraum für Fehler als andere Hersteller, da die Marke stark mit Sicherheit verbunden sei. „Volvo kann sich kein Sicherheitsproblem leisten, weil es den Kern ihrer Marke trifft“, sagte Palmer.

Quelle: Reuters – Exclusive: Volvo Cars to recall 40,000 electric SUVs over battery fire risk / Spiegel – Volvo ruft 40.000 Elektroautos zurück

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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