Volvo hat im ersten Quartal 2026 weltweit gut 153.300 Fahrzeuge verkauft – ein Rückgang von elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig legten die Verkäufe vollelektrischer Modelle um zwölf Prozent zu. Damit zeichnet sich ein Bild, das die divergierenden Kräfte im globalen Automobilmarkt deutlich macht: struktureller Gesamtdruck auf der einen, anhaltende Elektrifizierungsdynamik auf der anderen Seite.
Elektrifizierte Modelle – also reine Elektroautos und Plug-in-Hybride zusammen – machten im ersten Quartal 47,3 Prozent aller Volvo-Verkäufe aus. Volvo bezeichnet diesen Anteil als den höchsten unter den etablierten Premiumherstellern. Auf reine Stromer entfielen dabei 23,7 Prozent, auf Plug-in-Hybride 23,6 Prozent. Insgesamt hat Volvo mehr als 36.300 rein elektrische Fahrzeuge ausgeliefert.
Erik Severinson, Chief Commercial Officer bei Volvo Cars, ordnet die Quartalszahlen entsprechend ein: „Reine Elektroautos bleiben der wichtigste Wachstumstreiber für Volvo Cars und für die gesamte Branche – das bestärkt unsere Strategie, zu wachsen und uns als führender Anbieter im Premium-Elektrosegment zu etablieren.“ Zugleich verwies er auf sechs aufeinanderfolgende Wachstumsmonate bei den Elektroauto-Auslieferungen – und das ohne den EX60, der sich noch in der Anlaufphase befindet.
Volvos E-Autoabsatz: Starkes Europa, schwaches Amerika
Regional fällt die Entwicklung sehr unterschiedlich aus. In Europa und den übrigen Märkten außerhalb Chinas und der Americas gingen die Gesamtverkäufe um zwei Prozent auf rund 95.000 Einheiten zurück. Die vollelektrischen Verkäufe wuchsen in dieser Region jedoch um 21 Prozent. Elektrifizierte Modelle insgesamt erreichten einen Anteil von 57 Prozent.
Deutlich schwieriger bleibt die Lage in den Amerikas. Mit knapp 30.000 verkauften Fahrzeugen verzeichnete die Region ein Minus von 28 Prozent. Severinson führt das auf schwaches Kundenvertrauen sowie den Wegfall staatlicher Förderungen für Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge zurück. Die Auslieferungen elektrifizierter Modelle sanken dort um 30 Prozent.
In China wurden gut 28.000 Einheiten abgesetzt, sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Saisonale Effekte und das verlängerte chinesische Neujahresfest spielten dabei eine Rolle, ebenso wie der intensive Wettbewerb auf dem lokalen Markt. Auffällig: Die Verkäufe elektrifizierter Modelle sprangen um 116 Prozent auf gut 7600 Fahrzeuge – getrieben vor allem von einem Anstieg der Plug-in-Hybrid-Auslieferungen um 146 Prozent. Volvo nennt den XC70 Long-Range als wichtigen Treiber in diesem Segment.
EX60 als nächster Wachstumsschritt
Als Belastungsfaktoren für das Gesamtergebnis nennt Volvo anhaltenden Preisdruck, geopolitische Unsicherheiten, Zölle sowie veränderte regulatorische Rahmenbedingungen. Die Quartalsbilanz spiegelt damit wider, was viele Automobilhersteller derzeit erleben: ein Umfeld, das strukturelle Transformation und externe Schocks gleichzeitig verlangt.
Für die kommenden Quartale setzt Volvo auf den EX60. Severinson sprach von einer „überwältigenden Kundenresonanz“ auf das neue Modell, die Serienproduktion habe begonnen. Ob der neue SUV den Rückstand im Gesamtabsatz kompensieren kann, bleibt offen – die Weichen für weiteres Wachstum im Elektrosegment sind gestellt.
Quelle: Volvo – Pressemitteilung








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