Autovermieter Sixt schmeißt Tesla aus der Flotte

Autovermieter Sixt schmeißt Tesla aus der Flotte
Copyright:

Grisha Bruev / Shutterstock / 1908357730

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der Autovermieter Sixt will künftig keine Teslas mehr anbieten. In einer Mail an seine Kunden schreibt das Unternehmen: „Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir derzeit keine weiteren Tesla-Fahrzeuge anschaffen. Darüber hinaus bauen wir unseren Bestand an Tesla-Fahrzeugen in unserer Mietwagen-Aboflotte aktuell ab.“ Neben der generell noch eher schwachen Nachfrage nach Miet-Elektroautos liege dies vor allem daran, dass Tesla durch seine Preissenkungen auch den Restwert der Fahrzeuge drücke, berichtet Focus Online. Sixt bietet die Tesla-Modelle 3 und Y an. Zuletzt war bekanntgeworden, dass das Tesla Model 3 beim ersten TÜV die höchste Mängelquote hat. Was der Preisstabilität ebenfalls nicht gerade förderlich ist.

Zudem führten höhere Reparaturkosten dazu, dass die Haltekosten für Elektroautos generell vergleichsweise hoch seien. Bei Tesla mache sich dies durch die Preispolitik des Unternehmens wirtschaftlich besonders stark bemerkbar. Im Quartalsbericht von Sixt hieß es zuletzt: „Restwerte für rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) sind allgemein noch wesentlich niedriger als bei Verbrennern und gerieten durch Rabattaktionen einiger Hersteller in den vergangenen Monaten noch deutlich stärker unter Druck. Zugleich sind Listenpreise gegenüber Verbrennern noch immer spürbar höher und Reparaturen in Relation teurer. In Summe und gepaart mit dem gestiegenen Zinsniveau, führt dies zu deutlich höheren Haltekosten der graduell aufgebauten Sixt-Flotte an batterieelektrischen Fahrzeugen.“

BYD-Deal nicht betroffen

Insgesamt ist der Anteil von elektrischen Fahrzeugen in der Sixt-Flotte vergleichsweise niedrig, derzeit sollen es etwa sechs Prozent sein. Der genaue Anteil von Teslas darunter sei nicht bekannt, weltweit wird die Zahl aber auf maximal 5000 Fahrzeuge geschätzt. Zuletzt hatte Sixt mit dem chinesischen E-Auto-Hersteller BYD einen großen Abnahmevertrag geschlossen. Insgesamt 100.000 Fahrzeuge sollen übernommen werden, derzeit gibt es bereits den BYD Atto 3 im Angebot. Dieser Deal soll von der jüngsten Entscheidung gegen Tesla nicht beeinflusst sein.

Bis 2030 möchte Sixt seine Flotte mindestens zu 70 Prozent, im besten Fall zu 90 Prozent auf vollelektrische Fahrzeuge umgestellt haben. Damit das wirtschaftlich gelingt, müsse in den kommenden Jahren die Nachfrage nach elektrischen Mietwagen jedoch noch spürbar zunehmen. Bremsen könnten diese Bemühungen zusätzlich Bestrebungen wie von FDP und Union, Verbrennermotoren mithilfe von E-Fuels doch noch zu einer Zukunft zu verhelfen – so unwahrscheinlich eine Umsetzung auch erscheinen mag.

Quelle: Focus Online – „Elektroautos zum Mieten: Sixt schmeißt Tesla-Modelle raus – das sind die Gründe“

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Tesla News

Losladen oder warten? Teslas Ladeplanung wird noch exakter

Losladen oder warten? Teslas Ladeplanung wird noch exakter

Daniel Krenzer  —  

Frei oder nicht frei, das ist bei der Anfahrt an die Ladestation oft die Frage. Tesla hat nun seine Prognosen dazu verbessert.

Hohe Nachfrage: Tesla will 1000 neue Mitarbeitende für Grünheide

Hohe Nachfrage: Tesla will 1000 neue Mitarbeitende für Grünheide

Daniel Krenzer  —  

Tesla baut das Werk in Grünheide weiter aus, schafft mehr als 1000 Jobs und plant langfristig einen der größten Fabrikkomplexe Europas.

Musk: Ältere Tesla-Modelle doch nicht bereit für FSD

Musk: Ältere Tesla-Modelle doch nicht bereit für FSD

Tobias Stahl  —  

Elon Musk hat lange versprochen, dass auch ältere Tesla-Fahrzeuge einst autonom fahren können. Nun musste der Tesla-Chef einräumen, dass das nicht stimmt.

Tesla: Bruttomarge auf Höchststand, Gewinn rückläufig

Tesla: Bruttomarge auf Höchststand, Gewinn rückläufig

Sebastian Henßler  —  

Tesla steigert den Umsatz im ersten Quartal 2026 auf rund 19 Milliarden Euro. Der Nettogewinn geht im Quartalsvergleich deutlich zurück.

Tesla FSD kommt nach Europa – Start in den Niederlanden

Tesla FSD kommt nach Europa – Start in den Niederlanden

Sebastian Henßler  —  

Die Niederlande sind das erste EU-Land, das Teslas FSD Supervised genehmigt hat. Nach 18 Monaten Vorbereitung und 1,6 Mio. Testkilometern startet der Rollout.

Tesla plant nun offenbar doch ein kleines E-SUV

Tesla plant nun offenbar doch ein kleines E-SUV

Daniel Krenzer  —  

Noch vor zwei Jahren hatte Elon Musk ein Modell unterhalb von Model 3 und Model Y verworfen, doch nun gibt es eine abermalige Wendung.

408.000 Teslas produziert – 50.000 Autos auf Halde?

408.000 Teslas produziert – 50.000 Autos auf Halde?

Sebastian Henßler  —  

Tesla hat im ersten Quartal 2026 über 408.000 Autos produziert und rund 358.000 ausgeliefert. Die Lücke von 50.000 Einheiten fällt dabei auf.