Audi-Krise: Jobgarantie ohne absolute Sicherheit

Audi-Krise: Jobgarantie ohne absolute Sicherheit
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Audi befindet sich in einer schwierigen Phase. Laut Berichten des Manager Magazins plant das Unternehmen, rund 4500 Stellen im sogenannten indirekten Bereich abzubauen, also außerhalb der Produktion. Das würde 15 Prozent der dortigen Arbeitsplätze betreffen. In Deutschland beschäftigt Audi insgesamt etwa 54.000 Menschen. Der Betriebsrat bestätigte auf Anfrage der Automobilwoche Gespräche über die wirtschaftlich angespannte Lage, betonte jedoch, dass eine Beschäftigungsgarantie bis 2029 gelte. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger stellte kürzlich klar, dass trotz der aktuellen Herausforderungen an dieser Jobgarantie festgehalten werde.

Allerdings zeigt sich, dass solche Garantien nicht immer absoluten Schutz bieten. Sollte sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern, könnten neue Gespräche erforderlich werden. Genau das sieht der Vorstand als gegeben an. Es sollen daher bereits Verhandlungen mit dem Betriebsrat über mögliche Anpassungen laufen. Über das Ergebnis dieser Gespräche lässt sich momentan nur spekulieren, doch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind unübersehbar und auch dem Betriebsrat bewusst.

Die aktuelle Entwicklung bei Audi verdeutlicht, dass auch Jobgarantien nicht vor Umstrukturierungen schützen können. Ein Beispiel liefert die Marke Volkswagen, die ihre Jobgarantie aufgehoben und Pläne zur Schließung mehrerer Werke angekündigt hatten. Ob diese Maßnahmen lediglich als Druckmittel vor Tarifverhandlungen dienten, bleibt unklar. Nach der zweiten Verhandlungsrunde wurden Werksschließungen jedenfalls nicht weiter erwähnt.

Ein weiterer Grund für Audis Schwierigkeiten liegt in den zuletzt rückläufigen Umsatzzahlen, die die Auslastung der Werke belasten. Um diesem Trend entgegenzuwirken, setzt Audi auf neue Modelle. Die Strategie sieht eine Produktoffensive vor, die sowohl neue Elektroautos als auch Verbrenner umfasst. Vor allem Verbrenner wohlgemerkt, denn nur vier von 13 neuen Modellen und Modellvarianten werden vollelektrisch daherkommen. Dafür werden Verbrenner mittlerweile teurer gehandelt, als die Autos mit E-Antrieb.

Der Verbrenner A5 sowie die Elektroautos Q6 e-tron und A6 e-tron sollen frischen Schwung bringen und den Absatz stärken. Ob dies gelingt, bleibt jedoch abzuwarten.

Quelle: Automobilwoche – 4500 Stellen weg? Audi bestätigt Gespräche über „schwierige Lage“

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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