Aston Martin Valhalla Spider: Plug-in-Hybrid ohne Dach

Aston Martin Valhalla Spider: Plug-in-Hybrid ohne Dach
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Aston Martin

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 4 min

Aston Martin stellt seinen Plug-in-Hybrid-Supersportwagen Valhalla als offene Variante vor, ohne den Antrieb anzutasten. Der neue Valhalla Spider erreicht seine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h auch mit abgenommenem Dach. Kein offenes Modell der Marke war damit bislang schneller.

Es handelt sich um den ersten Supersportwagen mit Mittelmotor und offenem Cockpit, den Aston Martin in Serie baut. Seine Weltpremiere feiert er beim Concours at Wynn Las Vegas 2026. Entwickelt wurde das Auto erneut gemeinsam mit Aston Martin Performance Technologies (AMPT), der Beratungssparte des Formel-1-Teams Aston Martin Aramco, die Wissen zu Fahrdynamik, Aerodynamik und Werkstoffen einbrachte.

Unter der Karosserie steckt dasselbe Plug-in-Hybridsystem wie im Coupé, das in diesem Jahr vorgestellt wurde. Es kommt auf eine Systemleistung von 794 kW (1079 PS) und ein Drehmoment von 1100 Newtonmetern. Den größten Anteil liefert ein 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern und 609 kW (828 PS). Mit rund 154 kW (207 bhp) pro Liter Hubraum erreicht kein anderer Verbrennungsmotor von Aston Martin eine höhere spezifische Leistung.

Drei Elektromotoren und eine Hochleistungsbatterie steuern weitere 185 kW (251 PS) bei. Zwei dieser Maschinen treiben die Vorderachse an und verteilen die Kraft per elektrischem Torque Vectoring auf die einzelnen Räder. Der dritte E-Motor sitzt am Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe und unterstützt den V8 beim Antrieb der Hinterachse samt elektronischem Differenzial. Eine mechanische Verbindung zwischen Front und Heck gibt es nicht, stattdessen regelt das Integrated Vehicle Dynamics Control (IVC) fortlaufend die Kraft an jedem Rad.

Dieses System überwacht Fahrwerk, Bremsen, Lenkung, Aerodynamik und Antriebsstrang und arbeitet mit vier wählbaren Fahrmodi zusammen. Ergänzt wird es durch bewegliche Luftleitelemente vorn und hinten sowie eine gezielte Steuerung der Strömung am Unterboden. Je nach Situation und Modus erhöht der Spider so den Anpressdruck oder senkt den Luftwiderstand. Mit montiertem Dach liegt der maximale Abtrieb bei mehr als 600 Kilogramm. Technisch beschränken sich die Unterschiede zum Coupé auf eine angepasste aktive Aerodynamik sowie eine eigene Abstimmung des elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP).

Dach ab, und die Höchstgeschwindigkeit bleibt

Serienmäßig gehört ein abnehmbares schwarzes Stoffdach zur Ausstattung, das sich im Auto verstauen lässt und Geschwindigkeiten bis 200 km/h erlaubt. Wer das volle Tempo auch geschlossen nutzen möchte, greift zum optionalen Hardtop aus Carbon. Für das abgestellte Auto liefert Aston Martin zusätzlich eine Regenabdeckung mit.

Damit offenes Fahren bei hohem Tempo funktioniert, gibt es einen eigens entwickelten Windabweiser, der nach dem Abnehmen des Dachs eingeklipst wird. Er lenkt Kühlluft nach unten zum Ansaugschnorchel und führt den übrigen Luftstrom über die Insass:innen hinweg. Den Schnorchel haben die Ingenieur:innen neu geformt, er ragt nun 35 Millimeter höher auf. Bei geschlossenem Auto wird der Deflektor dreiteilig gefaltet und in neuen 15-Liter-Staufächern in den Schwellern untergebracht. Aerodynamik und ESP erkennen, ob offen oder geschlossen gefahren wird, und passen sich entsprechend an.

Im Innenraum ist ein neuer Touring-Sitz aus Kohlefaser serienmäßig verbaut. Er soll mehr Komfort bieten und den Ein- und Ausstieg mit Dach erleichtern. Wer stärkeren Seitenhalt bevorzugt, erhält ohne Aufpreis den ursprünglichen Carbonsitz des Coupés. Erhalten geblieben sind die nach oben öffnenden Dihedral-Türen. Dank überarbeiteter Kinematik schwenken sie nun geschmeidiger und kommen ohne Fensterrahmen aus. Eine etwas stärker gewölbte Oberkante der Seitenscheibe erleichtert zudem das Einsteigen bei aufgesetztem Dach.

Formel-1-Wissen steckt im leichten Kohlefaser-Kern

Die Basis bildet eine Variante der Carbon-Fahrgastzelle des Coupés, die AMPT konstruiert hat. Ober- und Unterteil entstehen in einer Kombination aus Resin-Transfer-Moulding und aus der Formel 1 abgeleiteter Autoklav-Technik. Das Ergebnis ist eine steife, feste und zugleich leichte Struktur, die laut Hersteller Fahrdynamik und Sicherheit dient, ohne die Ergonomie für Fahrer:in und Beifahrer:in einzuschränken.

Für Aston-Martin-Chef Adrian Hallmark knüpft der Spider an eine Reihe von Premieren an. Das Coupé sei der erste Mittelmotor-Supersportwagen der Marke aus Serienproduktion und ihr erster Plug-in-Hybrid gewesen. Die offene Version bewahre Design und fahrdynamische Bandbreite und eröffne zugleich Möglichkeiten, die nur ein offener Supersportwagen biete. „Schnell oder langsam. Regen oder Sonnenschein. Dach drauf oder Dach ab. Straße oder Rennstrecke. Der Valhalla Spider deckt alles ab“, so Hallmark.

Quelle: Aston Martin – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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