Ari Motors treibt die Verselbstständigung seiner Tochtergesellschaft Arvia für autonome Lieferfahrzeuge voran. Wie das Unternehmen aus Borna bei Leipzig mitteilt, hat die Geschäftsführung beschlossen, Arvia am schwedischen Handelsplatz Spotlight Stock Market zu listen. Der Verwaltungsrat hat den Beschluss gebilligt. Als Transaktionsform ist ein sogenanntes Reverse Takeover vorgesehen, das einen schnelleren Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen soll. Wann genau der Börsengang vollzogen wird, lässt Ari offen – das Unternehmen geht lediglich davon aus, die Transaktion „innerhalb der kommenden Monate“ umzusetzen.
Die Wahl des schwedischen Kapitalmarkts ist dabei nicht zufällig. Ari unterhält nach eigenen Angaben bereits seit dem eigenen Börsengang Kontakt zum Spotlight Stock Market in Stockholm. Hinzu kommt ein regulatorisches Umfeld, das autonome Mobilitätslösungen nach Einschätzung des Unternehmens besonders begünstigt. In einzelnen schwedischen Städten sind bereits autonome Lieferroboter im öffentlichen Raum im Einsatz, staatliche und industriegetriebene Programme fördern deren Integration in urbane Infrastrukturen. Ari sieht darin geeignete Bedingungen, um Entwicklung und Erprobung autonomer Fahrzeuge voranzutreiben.
Zwei Millionen Euro für Technologie und Serienproduktion
Im Zuge des Börsengangs plant Ari eine Kapitalerhöhung auf Ebene der Arvia in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Die Mittel sollen in den Ausbau der Technologieintegration, die Weiterentwicklung der Softwarearchitektur sowie die Vorbereitung der Serienproduktion fließen. Erste Gespräche mit potenziellen Investor:innen wurden bereits geführt, darunter im Rahmen einer Präsentation vor Vertreter:innen des Spotlight Stock Market Mitte April in Stockholm.
Parallel zur Kapitalmarktstrategie arbeitet Ari an konkreten Fahrzeugentwicklungen. In der tschechischen Manufaktur des Unternehmens befinden sich derzeit zwei Prototypen autonomer Lieferfahrzeuge in der Fertigung. Die Fertigstellung des ersten ist für Mai geplant. Im Anschluss sollen die Fahrzeuge ausgewählten potenziellen Kunden vorgestellt werden, vorrangig in den USA.
Das autonome Lieferfahrzeuggeschäft ist innerhalb von Arvia gebündelt. Ari verweist auf bestehende Programme mit einem Gesamtvolumen von bis zu 7000 Fahrzeugen sowie auf ein Management-Ziel von insgesamt bis zu 10.000 Einheiten innerhalb von drei Jahren, basierend auf vorhandenen Kundenkontakten und steigender Nachfrage im Bereich autonomer Logistik.
Unabhängig vom Aufbau des autonomen Segments meldet Ari auch im klassischen Fahrzeuggeschäft steigende Nachfrage. Das Unternehmen führt dies auf wachsendes Interesse an kosteneffizienten elektrischen Nutzfahrzeugen zurück, das sich vor dem Hintergrund steigender Kraftstoffpreise verstärke. Der Ari Bruni, ein elektrisches Kleintransportmodell mit einem Einstiegspreis von 12.990 Euro, entwickle sich dabei zu einem gefragten Modell im urbanen Lieferverkehr.
Quelle: eqs-news.com – Ari Motors Industries SE startet Börsengangsprozess für Arvia in Schweden









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