Apple soll mit CATL und BYD über Batterien fürs iCar verhandeln

Apple soll mit CATL und BYD über Batterien fürs iCar verhandeln
Copyright ©

Farknot Architect / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Apple soll Insidern zufolge mit den chinesischen Unternehmen CATL und BYD über die Lieferung von Batterien für sein Elektroauto-Projekt iCar verhandeln, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf vier Insider berichtet. Die Gespräche seien allerdings noch in einem frühen Stadium und es sei nicht klar, ob sie auch zu einer Zusammenarbeit führen. Für die Ausgestaltung der Zusammenarbeit habe Apple konkrete Bedingungen gestellt, so zwei der Insider: Demnach sei der Aufbau von Produktionsanlagen des Batteriepartners vor Ort in den USA eine Grundvoraussetzung.

CATL beliefert zwar bereits einige große Autohersteller einschließlich dem US-Unternehmen Tesla, sei allerdings zurückhaltend was Apple betrifft, v.a. aufgrund der politischen Spannungen zwischen den USA und China. Auch die Kostenfrage, die der Aufbau einer neuen Produktionsstätte in den USA mit sich bringt, lasse CATL zögern. Weder Apple noch CATL, der weltweit größte Batteriehersteller, und BYD, weltweit die Nummer vier, wollten den Bericht kommentieren. Unklar ist, ob Apple auch mit weiteren Batterieherstellern spricht.

Ein hochrangiger US-Beamter der Regierung von Präsident Joe Biden bestätigte zumindest, dass der Aufbau einer Produktion in den USA eine Bedingung für die Zusammenarbeit sei: „Soweit ich weiß, spricht Apple über den Bau fortschrittlicher Batteriefabriken hier in den USA“, sagte Jared Bernstein, ein leitender Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, gegenüber Reuters. Dies stehe „voll und ganz im Einklang mit dem, worüber der Präsident im Hinblick auf die Lieferketten gesprochen hat, insbesondere in Bereichen, in denen wir uns globale Marktanteile sichern könnten“, sagte er.

Apple hat noch keine offizielle Ankündigung über seine Autopläne gemacht, alles hierzu muss bislang unter „wilde Spekulationen“ einsortiert werden. Den Insidern zufolge wolle Apple für sein iCar Lithium-Eisenphosphat-Batterien verwenden, die billiger herzustellen sind, weil sie Eisen anstelle der teureren Rohstoffe Nickel und Kobalt verwenden. Zuletzt hieß es Ende des vergangenen Jahres, das iCar soll mit autonomen Fahrfunktionen ausgestattet sein und ab 2024 in Produktion gehen. Unklar ist, ob das Auto für Sharing- bzw. Ridehailing-Dienste gedacht ist oder in den Verkauf gehen soll.

Die Diskussionen finden zu einer Zeit statt, in der die US-Regierung versucht, mehr Elektroautos auf die Straße zu bringen. Bidens gut zwei Billionen US-Dollar schwerer Infrastrukturplan umfasst unter anderem ein Budget von 174 Milliarden US-Dollar, um den inländischen E-Auto-Markt u.a. mit Steuergutschriften und Zuschüssen für Batteriehersteller anzukurbeln.

Viele Batteriehersteller weltweit wiederum bauen derzeit ihre Produktionskapazitäten stark aus, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, da die Automobilhersteller ihre Umstellung auf Elektroautos massiv beschleunigen. Erst vor wenigen Tagen berichtete berichtete Reuters, dass CATL ein neues Batteriewerk in Shanghai plant und damit ein rasantes Expansionstempo fortsetzt, das seinen Vorsprung als weltweit führender Lieferant festigen soll. Das neue Werk würde sich in der Nähe der chinesischen Produktionsstätten von Tesla befinden.

Quelle: Reuters – Apple & Chinese manufacturers in talks on U.S. car battery factory

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Ähnliche Artikel

Ford baut günstige E-Autos auf Renault-Plattform

Ford baut günstige E-Autos auf Renault-Plattform

Michael Neißendorfer  —  

Ford besinnt sich darauf, wonach der Markt giert: Günstige E-Autos für den Massenmarkt. Aus eigener Kraft schafft es der Hersteller allerdings nicht.

IEA: Autoindustrie muss tiefgreifenden Veränderungen standhalten

IEA: Autoindustrie muss tiefgreifenden Veränderungen standhalten

Tobias Stahl  —  

In einem Lagebericht analysiert die IEA den Strukturwandel in der Automobilindustrie – und empfiehlt Stellschrauben, an denen Hersteller und Länder drehen können.

Ionity: Zukunft des Schnellladens liegt in der Stadt

Ionity: Zukunft des Schnellladens liegt in der Stadt

Sebastian Henßler  —  

Ionity sieht ein Überangebot an Autobahnen, aber Lücken in Städten – und setzt daher auf urbane Standorte wie Supermärkte und Gastronomie-Ladeparks.

Cupra Raval bringt neue Dynamik ins „kleine“ E-Auto-Segment

Cupra Raval bringt neue Dynamik ins „kleine“ E-Auto-Segment

Sebastian Henßler  —  

Cupra bringt den Raval für rund 26.000 Euro auf den Markt und setzt mit dem günstigen Einstiegspreis neue Impulse im engen Segment kleiner E-Autos.

Fastned-Chefin: Qualität des Ladens muss besser werden

Fastned-Chefin: Qualität des Ladens muss besser werden

Laura Horst  —  

Die Fastned-Deutschlandchefin bewertet die Anzahl an Schnellladesäulen entlang der deutschen Autobahnen positiv, sieht jedoch bei der Qualität Nachholbedarf.

Wie Stellantis autonomes Fahren voranbringen will

Wie Stellantis autonomes Fahren voranbringen will

Michael Neißendorfer  —  

Stellantis zeigt, wie autonome Systeme der nächsten Generation komplexen Verkehr sowie reale Fahrbedingungen bewältigen können.