Mehr als 7 Millionen Kilometer: So schlagen sich Daimlers Elektro-Nutzfahrzeuge im Alltag

Mehr als 7 Millionen Kilometer: So schlagen sich Daimlers Elektro-Nutzfahrzeuge im Alltag
Copyright:

Daimler

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Daimlers Nutzfahrzeug-Sparte Trucks & Buses feiert einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Elektrifizierung ihres Fahrzeugportfolios: Weltweit haben Kunden mit batterieelektrischen Lkw und Bussen bereits mehr als sieben Millionen Kilometer lokal CO2-neutral zurückgelegt. Positive Kundenrückmeldungen und Erkenntnisse aus den intensiven Praxistests mit E-Lkw der Marken Mercedes-Benz, FUSO und Freightliner zeigen, dass die Elektrifizierung des Straßengütertransports schon heute machbar ist. Seit 2018 ist darüber hinaus der elektrische Stadtbus von Mercedes-Benz, der eCitaro, als Serienfahrzeug in verschiedenen europäischen Städten im Einsatz.

Als Teil seiner Elektrifizierungsstrategie plant Daimler Trucks bis 2022 in allen Hauptabsatz­regionen elektrische Lkw anzubieten: vom FUSO eCanter im leichten Segment über den Freightliner eM2 im mittelschweren Segment bis hin zum Mercedes-Benz eActros und dem Freightliner eCascadia im schweren Segment.

„Als einer der größten Nutzfahrzeug-Hersteller weltweit haben wir den Anspruch, auch bei alternativen Antrieben Innovations- und Technologieführer zu sein. So ist beispielsweise unser lokal CO2-neutraler Stadtbus eCitaro bereits seit 2018 in Serie und elektrifiziert den ÖPNV in vielen Städten. Auch mit unseren E-Lkw wollen wir unseren Kunden Fahrzeuge bieten, die in Sachen Verfügbarkeit und Leistungserbringung auf Augenhöhe mit konventionellen Lkw sind. Dank unserer globalen Aufstellung testen Kunden auf der ganzen Welt unterschiedliche Fahrzeugkonzepte in diversen Praxiseinsätzen. Durch den engen Austausch mit unseren Kunden und die vielen zurückgelegten Testkilometer fließen bereits seit mehreren Jahren wichtige Erkenntnisse direkt in die Serienentwicklung unserer E-Lkw ein.“ – Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands der Daimler Truck AG und Mitglied des Vorstands der Daimler AG

Bereits auf der IAA 2016 präsentierte Mercedes-Benz Trucks als einer der weltweit ersten Hersteller einen schweren Elektro-Lkw. Mit dem vollelektrischen Lkw eActros zeigt Mercedes-Benz Trucks, dass der schwere Verteilerverkehr für den urbanen Raum bereits jetzt lokal emissionsfrei möglich ist. Der eActros mit einer Reichweite von rund 200 km behauptet sich seit 2018 im facettenreichen Praxiseinsatz bei verschiedenen Kunden in Europa als lokal CO2-neutrale Alternative für den städtischen Verteilerverkehr. Der Start der Serienproduktion ist für 2021 geplant.

Erste Praxiseinsätze des 2020 angekündigten Niederflur-Lkw Mercedes-Benz eEconic, der auf dem eActros basiert, sind für kommendes Jahr geplant. Der Start der Serienfertigung ist für das Jahr 2022 angedacht. Der eEconic ist überwiegend als Abfallsammelfahrzeug im urbanen Einsatz in der Entsorgungswirtschaft im Einsatz, was sich aufgrund der vergleichsweise kurzen und fest eingeplanten Routen von rund 100 km mit einem sehr hohen Stop-and-go-Anteil sehr gut für batterieelektrische Lkw anbietet.

Vorreiter im leichten Verteilerverkehr: Der elektrische FUSO eCanter

Schon im September 2017 feierte der leichte FUSO eCanter seine Weltpremiere und wird an zahlreiche Kunden weltweit ausgeliefert. Der vollelektrische Leicht-Lkw von FUSO ist die Antwort auf den öffentlichen Bedarf an lokal emissionsfreie Lkw für den leichten inner­städtischen Verteilerverkehr. Im Rahmen einer Kleinserie befinden sich bereits mehr als 170 leichte Lkw vom Typ FUSO eCanter im Einsatz bei zahlreichen Kunden in Japan, den USA und Europa. Weitere Übergaben folgen sukzessive. Die Reichweite des 7,5-Tonners von 100 Kilometern deckt den Bedarf der Kunden im innerstädtischen Verteilerverkehr sicher ab. Mit einem Schnelllader lässt sich die Ladezeit bis auf rund eineinhalb Stunden reduzieren. Der eCanter wird in Kawasaki, Japan und in Tramagal, Portugal produziert.

Daimler Elektro-Lkw Fuso eCanter

Daimler Trucks North America: Kundenerprobung mit Freightliner eCascadia & eM2

In den USA feierten im Juni 2018 der schwere eCascadia und der mittelschwere eM2 in Portland Premiere. Beide E-Lkw absolvieren derzeit Praxistests bei Kunden in den USA. Die Erprobungsflotte umfasst über 38 Fahrzeuge in einer Vielzahl von Anwendungen, einschließlich regionalem und lokalem Verteilerverkehr, Lebensmittelverteilung und Paketzustellung. Sie werden in der Serie voraussichtlich über eine Reichweite von rund 370 km (eM2) bzw. bis zu 400 km (eCascadia) verfügen. Der geplante Start der Serienproduktion des eCascadia ist Mitte 2022 und der des Freightliner eM2 ist Ende 2022.

Stadtbusse seit 2018 im ÖPNV-Einsatz

Mit dem vollelektrisch angetriebenen Mercedes-Benz eCitaro bietet Daimler Buses seit 2018 einen lokal emissionsfreien Stadtbus für einen umweltschonenden ÖPNV in Städten und Ballungsgebieten an. Der eCitaro basiert auf dem bewährten Stadtbus Citaro. Der eCitaro überzeugt vom eleganten Design über das vorbildliche Thermomanagement zur Minimierung des Energieverbrauchs bis zum freundlich-funktionell gestalteten Fahrgastraum.

Daimler eCitaro Elektrobus

Alternative Antriebe bei Daimler Trucks

Daimler Trucks hat die Ambition, bis zum Jahr 2039 in Europa, Japan und Nordamerika nur noch Neufahrzeuge anzubieten, die im Fahrbetrieb („tank-to-wheel“) CO2-neutral sind. Bereits bis zum Jahr 2022 soll das Fahrzeugportfolio in den Hauptabsatzregionen Nordamerika, Europa und Japan Serienfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb umfassen. In der zweiten Hälfte der 2020er Jahre will Daimler Trucks sein Serienportfolio um elektrisch angetriebene Brennstoffzellen-Lkw ergänzen. Diese sollen mit flüssigem Wasserstoff betankt werden. Ein CO2-neutraler Transport auf den Straßen bis 2050 ist das ultimative Ziel.

Quelle: Daimler – Pressemitteilung vom 10.09.2020

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.