In diesen 7 europäischen Ländern ist das Ladenetz besonders dicht

In diesen 7 europäischen Ländern ist das Ladenetz besonders dicht
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Sommerzeit ist Ferienzeit, und viele Fahrer von Elektroautos fahren ganz unaufgeregt in die mitunter weit entfernten Urlaubsorte, obwohl das nach Meinung vieler Elektromobilitäts-Skeptiker ja gar nicht möglich sein sollte. Freilich gibt es je nach Reiseland Unterschiede, wie viele öffentliche Ladepunkte verfügbar sind. Doch in ganz Europa wird das Netz immer besser.

Für unsere heutige Topliste haben wir uns anhand von Daten des ADAC einmal näher angesehen, in welchen europäischen Ländern derzeit (Stand Mai 2025) die meisten Ladepunkte pro 100 Kilometer Straße vorzufinden sind. Interessant ist auch die Veränderung im Vorjahresvergleich.

7. Platz: Norwegen

Nur auf Rang sieben landet einer der Vorreiter der Elektromobilität. Doch das hat einen einfachen Grund: Während in den Städten Norwegens reichlich Ladeinfrastruktur vorhanden ist, gibt es weiter im Norden ewig lange Straßen, aber kaum noch Einwohner. Entsprechend niedrig ist dort der Bedarf an Ladestationen, was den Schnitt auf 21,3 Ladepunkte pro 100 Kilometer nach unten zieht. Also gibt es alle 4,7 Kilometer eine Lademöglichkeit. Vor einem Jahr waren es noch 17 Ladepunkte pro 100 Kilometer, was ebenfalls Platz sieben bedeutete.

6. Platz: Österreich

Gut platziert ist auch unser Nachbar im Südosten. Mit 36,8 Ladepunkten pro 100 Kilometer Wegstrecke erreicht Österreich dabei deutlich höhere Werte als die Länder ab Rang 7. Folglich ist im Schnitt alle 2,7 Kilometer ein Ladepunkt zu finden. Auch im vergangenen Jahr lag Österreich schon auf dem sechsten Rang, allerdings wies die Statistik da noch etwas mehr Ladepunkte aus. Offenbar werden inzwischen weniger Ladepunkte als vorher als öffentlich gezählt.

5. Platz: Deutschland

In Deutschland ist das Netz an Ladepunkten weiterhin relativ dicht und ist im Vorjahresvergleich weiter gewachsen. 65,2 Ladepunkte pro 100 Kilometer Straße sind es inzwischen, also statistisch ein Ladepunkt alle 1,5 Kilometer. Vor einem Jahr waren es noch 51,4 Ladepunkte, was da noch für den vierten Platz ausreichte.

4. Platz: Schweiz

Der vierte Platz geht dieses Mal an die Schweiz, die damit aber auch einen Rang eingebüßt hat. 67,5 Ladepunkte pro 100 Kilometer werden bei unseren Nachbarn verzeichnet, also sind es im Schnitt etwas weniger als 1,5 Kilometer zwischen den Ladepunkten. Vor einem Jahr waren es noch 55,2 Ladepunkte.

3. Platz: Niederlande

Vor einem Jahr führte die Niederlande noch mit 111,8 Ladepunkten pro 100 Kilometern Straße die Rangliste an, doch wie in Österreich ging die Zahl an öffentlich verfügbaren Ladepunkten zurück. Mit immer noch sehr guten 81,4 Ladepunkten belegen unsere westlichen Nachbarn aber immer noch einen guten dritten Platz. Statistisch liegen nur 1,2 Kilometer zwischen den Ladepunkten.

2. Platz: Luxemburg

Stabil auf dem zweiten Platz bleibt Luxemburg. 92,5 Ladepunkte sind hier pro 100 Kilometer Straße anzutreffen, also im Schnitt einer alle knapp 1,1 Kilometer. Vor einem Jahr waren es noch 85,2 Ladepunkte, das Wachstum setzt sich also weiter fort.

1. Platz: Dänemark

Von Platz sechs auf eins geschossen sind hingegen unsere nördlichen Nachbarn. Verzeichnete der ADAC vor einem Jahr noch 37,6 Ladepunkte pro 100 Kilometer, so sind es in diesem Jahr 95,7 – also einer pro 1045 Meter.

Schlusslichter

Zum Abschluss werfen wir noch einen Blick auf die europäischen Länder, auf denen die Reise mit dem Elektroauto wirklich noch ein Abenteuer ist. In Bulgarien, Litauen und Rumänien sind nur 1,2 Ladepunkte pro 100 Kilometer anzutreffen. In Island sind es mit 1,1 Ladepunkten noch weniger. Schlusslicht ist laut ADAC aber Portugal, wo nur 0,5 Ladepunkte pro 100 Kilometer anzutreffen sind, statistisch also 200 Kilometer zwischen den öffentlichen Ladepunkten liegen.

Datenquelle: ADAC – Ladestationen in Europa: Strom laden in Italien, Kroatien & Co.

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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