Xpeng arbeitet sich langsam zu Level-4-Autonomie vor

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Der chinesische Autohersteller Xpeng hat die weltweite Einführung der zweiten Generation seines autonomen Fahrsystems Vision-Language-Action (VLA 2.0) für das Jahr 2027 angekündigt. Gleichzeitig startet das Unternehmen im März das Over-the-Air-(OTA)-Update XOS 5.8.7 für bestehende Fahrzeuge in Europa, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung.

Xpeng verfolgt demnach einen zweigleisigen Ansatz, um seine Vision des autonomen Fahrens auf Level 4 zu erreichen: Weiterentwicklung der nächsten Generation autonomer Fahrtechnologie und kontinuierliche Verbesserung bereits ausgelieferter Fahrzeuge.

Im Rahmen der VLA-Technologieveranstaltung „The Future“ stellte Xpeng vor wenigen Tagen die Architektur von VLA 2.0 und seine globale Rollout-Strategie vor. Die neue Generation markiere einen technologischen Meilenstein, so Xpeng: Während herkömmliche VLA-Modelle auf einer sequenziellen Vision-Language-Action-Pipeline basieren, nutzt VLA 2.0 eine End-to-End-Vision-to-Action-Architektur. Zwischengeschaltete sprachbasierte Übersetzungsebenen entfallen, wodurch visuelle Wahrnehmung direkt in Fahrentscheidungen umgesetzt werde.

Das System soll die Abhängigkeit von hochauflösenden Karten und regelbasierten Szenarien erheblich verringern. Dadurch könne VLA 2.0 komplexe Verkehrssituationen interpretieren und schnellere, menschenähnliche Fahrmanöver ausführen. Frühe Tests in dichten urbanen und gemischten Verkehrsbedingungen zeigen demnach eine um 23 Prozent verbesserte Fahreffizienz. Das System erkenne und analysiere Verkehrssituationen schnell und effektiv, navigiere an Unfallstellen vorbei und bewältige verschiedenste reale Fahrsituationen – von Engstellen über ländliche Schotterwege bis hin zu nicht kartierten Streckenabschnitten.

„Vollständige Autonomie innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre“

He Xiaopeng, Vorsitzender und CEO von Xpeng, erklärt: „VLA 2.0 von Xpeng ist die erste Version, die konsequent auf vollständig autonomes Fahren ausgelegt ist und in beispiellosem Tempo weiterentwickelt wird. Wir sind überzeugt, dass vollständige Autonomie innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre Realität werden kann und autonomes Fahren zu einem natürlichen Bestandteil des Alltags wird.“

Der Rollout von VLA 2.0 beginnt zunächst auf dem Heimatmarkt in China. Dort haben mit dem System ausgestattete Robotaxi-Fahrzeuge bereits überwachte öffentliche Straßentests aufgenommen; reguläre Testbetriebe sollen später im Jahr starten. Zudem gibt Xpeng bekannt, dass Volkswagen als erster Kunde und kommerzieller Partner VLA 2.0 im chinesischen Markt einsetzen werde.

Über den Pkw-Bereich hinaus ist das KI-Foundation-Modell VLA 2.0 als skalierbare Plattform für verschiedene verkörperte KI-Systeme konzipiert – darunter Robotaxi-Flotten, humanoide Roboter und modulare Flugfahrzeuge. Diese Initiativen sind Teil der umfassenden Physical-AI-Strategie von Xpeng mit dem Ziel, eine einheitliche KI-Grundlage für intelligente Maschinen in realen Umgebungen zu schaffen.

Globale Einführung bis 2027

Im Zuge der internationalen Expansion beginnt Xpeng zeitnah mit der Straßenvalidierung von VLA 2.0 außerhalb Chinas, insbesondere unter anspruchsvollen internationalen Fahrbedingungen. Im Einklang mit der bevorstehenden UN-Regelung Nr. 171 (DCAS – Driver Control Assistance Systems) unterstütze VLA 2.0 systeminitiierte kontinuierliche Spurwechsel sowie weiterentwickelte intelligente Fahrmanöver. Die Aktivierung der Funktionen soll marktspezifisch nach behördlicher Genehmigung erfolgen. Die weltweite Einführung ist für 2027 vorgesehen.

Parallel zur Entwicklung von VLA 2.0 investiert Xpeng weiterhin in die Optimierung der aktuellen Modellpalette. Dafür startet in diesen Tagen das Early-Access-Programm für XOS 5.8.7 in Europa, gefolgt von der breiten öffentlichen Einführung im Laufe des Monats. Das Update bringt Xpeng zufolge unter anderem:

  • Optimierungen für den adaptiven Tempomaten (ACC)
  • verbesserte Lane Centering Control (LCC) mit reduzierten Lenkradschwingungen
  • höhere Systemstabilität
  • verbesserte CarPlay- und Android Auto-Konnektivität
  • optimierte Benutzeroberflächen-Sprachen
  • schnellere OTA-Update-Geschwindigkeiten

Mit XOS 5.8.7 will Xpeng sein Bekenntnis zu technologischer Inklusivität und nachhaltigem Fortschritt unterstreichen – nicht nur bei neuen Modellgenerationen, sondern auch bei den Fahrzeugen, die bereits auf Europas Straßen unterwegs sind.

Quelle: Xpeng – Pressemitteilung vom 04.03.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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