Wo sich E-Auto-Fahrer mehr Ladestationen wünschen

Wo sich E-Auto-Fahrer mehr Ladestationen wünschen
Copyright:

Shutterstock / 2228875803

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die Standzeit beim Einkaufen, dem Freizeitparkbesuch oder am Arbeitsplatz wollen Fahrer von Elektroautos nicht verschenken, sondern gerne auch als Ladezeit nutzen: eine aktuelle Umfrage von Eon unter mehr als 1000 Fahrerinnen und Fahrern vollelektrischer Fahrzeuge geht der großen Bedeutung des sogenannten Destination Charging nach. Gefragt danach, wo sie heutzutage im Alltag Ladestationen erwarten, nennen 70 Prozent der E-Autofahrerinnen und -fahrer an erster Stelle Einkaufszentren, Outlets und Baumärkte – also Einkaufsgelegenheiten, an denen das Auto auch mal mehrere Stunden steht.

„Auf diesen Parkflächen bieten sich sowohl Normal- als auch Schnellladestationen an. An Supermärkten und Lebensmittelgeschäften mit einer Aufenthaltsdauer von meist unter einer Stunde werden primär Schnellladestationen mit 50 Kilowatt und mehr verbaut – 61 Prozent der E-Mobilisten erwarten, dass sie die Zeit während des Wocheneinkaufs effizient zum Laden nutzen können“, so Christoph Ebert, Geschäftsführer bei Eon Drive Deutschland.

Am zweithäufigsten genannt werden innenstädtische Parkhäuser – beispielsweise während eines Stadtbummels wollen 65 Prozent ihr E-Auto aufladen. Durch eine längere Standzeit reichen hier zumeist Wallboxen mit Ladeleistungen von 11 oder 22 Kilowatt aus. So lädt das Auto über mehrere Stunden und es ist kein zwischenzeitliches Umparken notwendig. Gemeinsam mit dem Parkraumbetreiber Contipark elektrifiziert Eon derzeit zahlreiche Parkhäuser in deutschen und österreichischen Städten. Bislang wurden im Rahmen der Kooperation mehr als 1000 Ladepunkte in 22 Städten errichtet. Die Ausstattung weiterer Contipark Parkhäuser läuft derzeit.

Auffällig ist, dass Familien einen höheren Bedarf anmelden, um das Laden möglichst nahtlos in den Alltag integrieren zu können. Beispielsweise geben 73 Prozent der befragten Eltern an, an Bahnhöfen und Flughäfen Ladestationen zu benötigen (alle Befragten: 50 Prozent) und naturgemäß ist der Wunsch nach Ladestationen an Freizeitparks oder Zoos (73 vs. 45 Prozent) und Sportstätten wie etwa Schwimmbädern (42 vs. 26 Prozent) deutlich höher als beim Durchschnitt der Befragten.

Um wiederum das Pendeln zwischen dem Zuhause und dem Arbeitsplatz effizient zu gestalten, wünschen sich zudem 55 Prozent der Befragten mit Kindern Ladestationen an ihrem Arbeitsort. Bei den Arbeitnehmern ohne Kinder sind es 44 Prozent. „Das Laden des E-Autos am Arbeitsplatz ergibt für viele Arbeitnehmerinnen und -nehmer absolut Sinn – nicht nur für diejenigen, die keine eigene Wallbox zuhause haben. Mit Standzeiten von mehreren Stunden reichen hier Ladeleistungen von elf Kilowatt aus“, ordnet Ebert ein.

Viele E-Auto-Fahrer laden kostenlos am Arbeitsplatz

Entsprechend seien Anschaffung und Installation der notwendigen AC-Ladeinfrastruktur vergleichsweise günstig und unkompliziert. „Dynamisches Lastmanagement sorgt für eine optimierte Auslastung des vorhandenen Netzanschlusses und ermöglicht günstigere Ladepreise“, erklärt Ebert weiter. Geht es um mehr als zehn Ladepunkte, sei es sinnvoll, gemeinsam mit einem Experten eine effiziente und skalierbare Aufbau- und Nutzungsstrategie zu besprechen, um das Wachstum der eigenen E-Flotte sowie der Besucher- oder Mitarbeiterflotte gerecht zu werden. „Und wo es möglich ist, bietet es sich unbedingt an, die Ladeinfrastruktur mit Photovoltaik und einem stationären Batteriespeicher gesamtheitlich zu planen.“

Aktuell können laut der Eon-Umfrage 24 Prozent der Berufstätigen mit E-Auto kostenlos am Arbeitsplatz laden und 22 Prozent gegen Bezahlung des Ladestroms. Neun Prozent der E-Autofahrerinnen und -fahrer geben an, ihr Auto am häufigsten bei der Arbeit aufzuladen.

Quelle: Eon – Pressemitteilung vom 10.07.2025

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Sebastian Henßler  —  

Deutschland zahlt laut IEA-Bericht den höchsten Strompreis für Haushalte weltweit, Kapitalkosten spielen dabei eine größere Rolle als oft angenommen.

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Sebastian Henßler  —  

Eine Tibber-Auswertung zeigt, dass automatisiertes Solarladen PV-Haushalten mit E-Auto im Schnitt 171 Euro Ersparnis pro Jahr bringt.

ADS-TEC-CEO Speidel: Laden ohne teuren Netzausbau

ADS-TEC-CEO Speidel: Laden ohne teuren Netzausbau

Sebastian Henßler  —  

Amortisation binnen fünf Jahren, mehr als 3700 ausgelieferte Ladepunkte: Speidel zieht im Interview eine nüchterne Bilanz des ganzen Unternehmens weltweit.

Vehicle-to-Grid: Hyundai macht das E-Auto zum Kraftwerk

Vehicle-to-Grid: Hyundai macht das E-Auto zum Kraftwerk

Sebastian Henßler  —  

Das E-Auto als Stromlieferant: Hyundai testet Vehicle-to-Grid in Serie. Was technisch, regulatorisch und wirtschaftlich zu lösen war, erklärt Dr. Guido Gehlen.

Warum Familien bei der Energiewende die Nase vorn haben

Warum Familien bei der Energiewende die Nase vorn haben

Sebastian Henßler  —  

Eine Eon-Umfrage zeigt: Familien mit Kindern investieren deutlich häufiger in Elektroauto, Wärmepumpe und Solaranlage als kinderlose Haushalte.

Neue Regeln für E-Autos: Darauf können sich Fahrer einstellen

Neue Regeln für E-Autos: Darauf können sich Fahrer einstellen

Daniel Krenzer  —  

Die Bundesregierung will Vorteile für Elektroautos verlängern. Was sich beim Laden, Parken und E-Kennzeichen für Fahrer konkret ändern soll.

Hyundai bündelt V2X-Dienste unter AllDayEnergy

Hyundai bündelt V2X-Dienste unter AllDayEnergy

Sebastian Henßler  —  

Hyundai fasst seine weltweiten V2X-Dienste unter der neuen Marke AllDayEnergy zusammen und startet damit zunächst in Großbritannien über die Kia App.