Wie die Sportwagenmarke Lamborghini nachhaltig werden will

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Lamborghini

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Startschuss für mehr Nachhaltigkeit: Stephan Winkelmann, Präsident und CEO von Lamborghini, hat mit der „Direzione Cor Tauri“ den Dekarbonisierungsfahrplan der Marke für künftige Modelle und den Standort Sant’Agata Bolognese vorgestellt. Der Fokus bei der Elektrifizierung der Produkte liege hierbei stets auf neuen Technologien und Lösungen, die ein Höchstmaß an Leistung und Fahrdynamik gewährleisten sollen. Als Reminiszenz an das vom Unternehmensgründer Ferruccio Lamborghini 1963 gewählte Logo ist der Name der Zukunftspläne „Direzione Cor Tauri“. Cor Tauri ist der hellste Stern im Sternbild Stier und stehe sinnbildlich für die Elektrifizierungsstrategie von Lamborghini, die den Grundsätzen und der Seele der Marke jedoch treu bleibt, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung.

„Die Elektrifizierungsstrategie von Lamborghini stellt einen Kurswechsel dar, der durch einen radikal veränderten Kontext bedingt ist. Hiermit möchten wir unseren Beitrag leisten und die Umweltbelastung mit konkreten Projekten weiterhin reduzieren. Unsere Antwort ist ein integrierter Ansatz, der von den Produkten bis zum Standort Sant’Agata Bolognese alles umfasst und uns in eine nachhaltigere Zukunft führt, die unserer DNA dennoch treu bleibt.“ – Stephan Winkelmann, Präsident und CEO von Lamborghini

Lamborghini stehe seit jeher für hohes technologisches Know-how in der Fertigung von Motoren mit herausragender Performance, so Winkelmann. Dies soll auch in Zukunft „oberste Priorität in der Innovationsentwicklung“ haben. Das Versprechen von heute, das vom größten Investitionsplan in der Geschichte der Marke getragen wird, sei der Beweis für eine tiefe Verpflichtung gegenüber Kunden, aber auch Fans, Mitarbeitern und deren Familien. Die Direzione Cor Tauri gliedert sich in drei Phasen:

Im Zeichen des Verbrennungsmotors (2021–2022)

Dieser Abschnitt soll mit der Präsentation von Modellen gefeiert werden, die der jüngsten Erfolgsserie des Unternehmens Tribut zollen sollen. Einzigartiges Design, technische Innovationen dank hoher Investitionen in Forschung und Entwicklung, hohe Qualität und Handwerkskunst bilden laut eigener Aussage das Fundament einer Produktpalette, die vom SUV Urus reicht, der den Grundstein für den heutigen Geschäftserfolg gelegt habe, bis zu den Sonderserien, die durch technische und stilistische Meisterleistungen glänzen. Der jüngste Vertreter letzterer Modelle, der Sián (siehe Titelbild), hat als erster Lamborghini mit Hybrid-Technologie die Hybridisierung eingeleitet. Diese Phase werde durch die Entwicklung von Verbrennungsmotoren für Modellversionen geprägt sein, die der Geschichte der Marke und ihren Fahrzeugen der Vergangenheit und Gegenwart Tribut zollen, jedoch stets getrieben vom „visionären Unternehmergeist“, der Lamborghini seit jeher auszeichne. Für dieses Jahr hat das Unternehmen die Markteinführung zweier Neuheiten seines V12-Modells angekündigt.

Hybridisierung (bis Ende 2024)

2023 will Lamborghini sein erstes Hybridfahrzeug anbieten; bis Ende 2024 soll die gesamte Modellpalette elektrifiziert sein. Die Performance und das typische Lamborghini-Fahrerlebnis sollen für die Ingenieure und Techniker des Herstellers bei der Entwicklung neuer Technologien nach wie vor im Fokus liegen. Der Einsatz von Leichtbaumaterialien aus Carbonfaser werde für die Begrenzung des durch die Elektrifizierung bedingten zusätzlichen Gewichts entscheidend sein. Das Ziel des Unternehmens in dieser Phase besteht in einer Verringerung der CO2-Emissionen um 50 Prozent ab Anfang 2025.

Möglich gemacht werde der Hybrid-Übergang durch massive Investitionen: mehr als 1,5 Milliarden Euro in vier Jahren und somit die größte Investition in der Geschichte von Lamborghini seien ein deutliches Zeichen für das Verantwortungsbewusstsein des Unternehmens, das in einer Zeit des tiefgreifenden Wandels, der die gesamte Automobilbranche erfasst, mit bedeutenden Innovationen konkrete Antworten liefern möchte.

Erster vollelektrischer Lamborghini (zweite Hälfte des Jahrzehnts)

Die zweite Hälfte des Jahrzehnts soll mit einem geplanten vierten vollelektrischen Modell ganz im Zeichen des Elektroantriebs stehen. Auch diese technologische Innovation habe das Ziel, herausragende Leistungen sicherzustellen und das neue Produkt an der Spitze seines Segments zu positionieren.

Die Lamborghini-Agenda 2030 fuße auf einer ganzheitlichen Vision der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens: ein Ansatz, der von den Produkten bis zum Standort Sant’Agata Bolognese, von den Produktionslinien bis zu den Büros alles umfasse. Eine 160.000 Quadratmeter große Fläche, die seit 2015 als CO2-neutral zertifiziert ist und dieses Gütesiegel trotz der Verdoppelung des Produktionsstandorts in den letzten Jahren noch immer in Anspruch nehmen darf. Neben der Verringerung der CO2-Emissionen seien auch der Umweltschutz, die Nachhaltigkeit der Lieferkette, der aufmerksame Umgang mit den Mitarbeitern und die soziale Unternehmensverantwortung integrale Bestandteile dieser Strategie.

Quelle: Lamborghini – Pressemitteilung vom 18.05.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Strauss:

Guten Morgen Italien,
Eure 12 Zylinder auf voll elektrisch zu machen, da werdet ihr auf Granit beissen.

Greta Thunfisch:

Pöhser Tobi! Komm‘, hol dein Radl und dreh ne Runde. Das beruhigt.

Birgit Srefan:

Mann muss auch jönne könne
und Frau auch :)

Tobi:

Der Zeitplan zeigt wie technologisch rückständig diese Marke ist. Ökologisch unterwegs zu sein, heisst nicht nur elektrifizieren. Es heisst auch zu hinterfragen ob es berechtigt ist Energievernichter zu bauen, welche nur zwei Personen transportieren können.

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