Wie der VW-Konzern seine Marken neu sortieren will

Wie der VW-Konzern seine Marken neu sortieren will
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Volkswagen

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Volkswagen-Konzern will seine Automarken neu positionieren und gewichten. So will der weltweit größte Hersteller seine Profite optimieren und sich bestmöglich aufstellen für die Transformation der Autobranche hin zu immer nachhaltigeren und intelligenteren Fahrzeugen, wie das Fachblatt Automobilwoche berichtet.

Im Zentrum der Strategie stehen dabei die drei Kernmarken Volkswagen, Audi und Porsche, wie VW-Vertriebsvorstand Christian Dahlheim bei einer Strategiepräsentation vor Journalisten und Investoren betonte. Alle drei Marken seien auf einem guten Kurs in die Zukunft, wozu auch Elektroautos wie der VW ID.3, der Audi e-tron sowie der Porsche Taycan beigetragen haben: „Elektrofahrzeuge können eine Marke in attraktivere Segmente heben“, sagte Dahlheim. Mit dem e-tron etwa habe der VW-Konzern Kunden erreicht, die sonst beim E-Auto-Branchenprimus Tesla fündig geworden wären, so VWs Vertriebsvorstand.

Skoda, in den letzten Jahren immer mehr zu einem Konkurrenten von VWs Muttermarke herangewachsen, soll in Zukunft wieder „in den unteren Preissegmenten angreifen“, sagte Dahlheim weiter, und bei der Käufergruppe des „traditionellen Mainstream“ punkten, die für gewöhnlich bei Renault, Peugeot und Ford einkauft. „Skoda soll Kunden von anderen Marken erobern, nicht von der eigenen“, stellte er klar.

Seat soll weiterhin eine junge Kundschaft ansprechen. Seats sportlicher Premium-Ableger Cupra soll nun dabei helfen, die Marke weltweit besser zu positionieren, etwa in China. Die Rolle des Billigheimers des VW-Konzerns in China soll die neue Marke Jetta übernehmen. Deren Erfolg spreche für sich, so Dahlheim. Jetta sei es bereits gelungen, die chinesische Konkurrenz anzugreifen und dennoch gute Margen zu erzielen. In den USA hingegen will der Konzern in den Volumensegmenten mit Elektroautos der Kernmarke VW punkten, etwa dem Mittelklasse-SUV ID.4, von VW als „Weltauto“ angepriesen. Autos wie dieses „bieten eine große Chance, unsere Marke neu zu positionieren“, so Dahlheim. Neben dem ID.4 soll auch der Elektro-Kleinbus ID. BUZZ, der vor allem auf Käufer in Kalifornien zielt und ab 2022 in Produktion gehen soll, einen Schub für die Marke auslösen. Luxus-Autos der Marke VW hingegen dürften bald der Vergangenheit angehören, so Dahlheim, der mit der Aussage „solche Autos werden wir in Zukunft nicht mehr so häufig sehen“ indirekt das Aus des VW-Flaggschiffs Arteon ankündigte.

Stattdessen richtet der Konzern das Augenmerk in dieser Fahrzeugklasse auf seine dezidierten Luxusmarken. Bentley etwa soll komplett elektrisch werden, so Dahlheim, und mit High-End-Autos mit einem nachhaltigen Antriebskonzept auf Kundenfang gehen, vor allem in China, wo moderne Individualisten nach Autos wie diesen gieren. Mit der Nutzung von Konzern-eigenen Plattformen und stärkeren Synergien in der Luxus-Sparte mit Porsche soll Bentley eine Rendite im zweistelligen Bereich erwirtschaften können. Im Zuge der Neuorganisation wurde bereits beschlossen, dass die Marke Bentley ab März in die Managementverantwortung der Marke Audi gegeben wird, um im Rahmen der Elektrifizierungsstrategie der beiden Premiummarken Synergien heben zu können.

Zur Zukunft von Bugatti und Lamborghini hingegen äußerte sich Dahlheim nicht, was manche als Hinweis darauf deuten, dass sich VW von diesen Marken trennen könnte. Im Aufsichtsrat von Volkswagen allerdings herrsche einer Mitteilung von VW zufolge Einigkeit darüber, dass Lamborghini Bestandteil des Volkswagen Konzerns bleiben soll.

Quelle: Automobilwoche – Neue Ausrichtung von Skoda: So positioniert der VW-Konzern seine Marken // Volkswagen – Pressemitteilung vom 14.12.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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